Das gekaperte Passwort und die Folgen

Passwort
Mr. Smith mit seinem Botnetz interessiert nicht, daß mit 7f1obhcqi1yd6c die 68bits-Verschlüsselung angewandt wird

Zur Zeit geht verstärkt der Passwortklau um sich. Heute die Meldung, daß Passwörter von 16 Millionen Nutzerkonten in die Hände eines Botnetz gefallen sind (FAZ). Das ist wie bei der Trilogie Matrix, wo Mr. Smith die Kontrolle über alles übernahm. Ein kleines Programm wird aufmüpfig, schon kippt das System.

Vor zwei Tagen wurden die beliebtesten Passwörter veröffentlicht. 123456 ist natürlich ganz vorne dabei. Ganz ausgefuchst ist 123456789. Da hat wahrscheinlich die halbe Welt nächtelang darüber sinniert. Dann die Entscheidung, daß 1234567 doch besser ist, dies auch völlig ausreicht. Wer soll schon dahinter kommen? Das password ansich ist ja der Schutz schlechthin, ebenso 111111. Das ist wie bei WordPress, wo ganz vorne admin zu finden ist. Und wer das nicht gleich ändert, muß sich auch nicht wundern, wenn dann mal alles Beine bekommt oder Totenköpfe den Besucher willkommen heißen. Aber der Trost für uns kleine Geister ist ja, daß Amerika seine Atombomben mit dem Passwort 00000000 geschützt hat. Gut, mit meinem Atari und dem Modem Marke 12,5 wäre ich auch nicht bis zum Pentagon gekommen. Bestimmt wäre kurz vor dem Ziel der berüchtigte Datenabriß gekommen – Signal not found.

Natürlich hilft das beste Passwort nicht, wenn anderswo der Schlendrian eingekehrt ist, ganze Computerfarmen gekapert werden und somit das dolle Passwort 34679135614472, welches eine 42 bit-Verschlüsselung vorweist, offen für jeden Mr. Smith herumliegt. Irgendwann wachen wir auf, haben kein Geld mehr. Windows XP läuft auf fast alles Geldautomaten und der Support wird im April eingestellt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die vielen kleinen Mr. Smith das Windwows XP-Loch neben dem Microsoft-Flicken entdecken. Loch an Loch und hält doch – war einmal. Dann ist das wie bei der Wehrmacht vor 100 Jahren, mit tschingderassabum geht es in den Krieg. Wir haben natürlich keine Chance gegen Mr. Smith. Ein Mr. Anderson ist da noch in der Mache, für uns aber nicht verfügbar. Genugtuung ist aber, daß der Filialleiter nackt auf Strümpfen um 12 Uhr die Sparkasse verläßt. Seine Bitcoins sind da schon lange nicht mehr. Die waren schon in jener Nacht weg, als US-Präsident Obama seine Trauerrede zu Europa hielt. Das hat alles den gefürchteten Radiergummieffekt. Früher konnte man noch die Spuren des Löschvorganges entdecken. Die Folge war, daß man alles nochmal schreiben mußte, notfalls die Rückseite des Papiers auch noch. Aber das war früher. Ganz früher. Noch früher. Und das ist noch nicht alles. Sogar der Kühlschrank wird geknackt. Die ganze Stromversorgung von Offenbach ist in Mr. Smiths Hände. Das alles u.a. wegen dem Passwort 123456.

Ich bin dann mal weg…