Der Mensch, der Müll und der Stadtwald

Entenküken
Ein Entenküken im kleinen Teich im Alter Hegewald (Staatswald Offenbach)

Sowohl Offenbach als auch Frankfurt geben sich als grüne Stadt aus. Wohlwollend kann man dem zustimmen, läßt man gewisse Dinge weg und das Auge über die Grüngürtel beider Städte schweifen. Auch in Richtung Süden sieht alles richtig schön aus, denn der Stadtwald ist das Aushängeschild beider Städte. Die Stadtoberen tun viel für die grüne Lunge, nur sind leider die Bewohner beider Städte Spielverderber, weshalb wahrscheinlich auch die Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen gerne weghören, wenn’s ans Eingemachte geht. In Frankfurt steht der Flughafen für „nix hören, nix sehen, nix darüber babbeln“, in Offenbach ist es der Autobahnrastplatz Buchrain, wo die Aidshilfe Offenbach der Umwelt zuliebe tätig wird. Die Botschaft „Ich weiß was ich tu“ liegt dann quer Beet im Wald herum, einschließlich der Jahrhunderte überdauernde Kondome. Im September 2010 wurde ich diesbezüglich im Rathaus Offenbach vorstellig… Man zeigte sich im grünen Dezernat entsetzt, aber mehr war nicht. Nun nach vier Jahren das Gerücht, daß der Parkplatz geschlossen wird. Wer’s glaubt…

Ich weiß was ich tu

Hätte, wenn und aber… Gäbe es die Prävention der Aids-Hilfe Offenbach nicht auf dem Parkplatz Buchrain, wäre es um den Stadtwald beider Städte besser bestellt, denn die Auswirkungen sind bis zur Ditmar Schaup-Brücke auszumachen. Auch wäre es für Unbeteiligte besser, die mit Wanderkarte in das Gebiet Buchrain einfallen, nicht mit dem Gebaren männlicher Sexrituale in Wald und Flur konfrontiert zu werden. Dies gilt für die Frankfurter wie auch für die Offenbacher Seite. Kinder betrifft es ebenso wie die Senioren der Alten- und Pflegeheime (Caritas OF-Schumannstraße). Mit dem Wegfall der Prävention wäre allerdings nicht das andere Übel verschwunden, nur der Müll.

IWWIT
Die Maul- und Klauenseuche soll sich die Zielgruppe einfangen
Müll im Stadtwald Offenbach
Hinterlassenschaften im Stadtwald Offenbach

Die ESO in Offenbach hat weit über sechs Wochen gebraucht um den Müll zu entsorgen. Über ein viertel Jahr hat es gebraucht, um den Bauschutt aus dem Wald zu holen. Durch die Auf- und Abfahrt der A661 für Polizei- und Notfahrzeuge, auch der Autobahnmeisterei, hält es so mancher Zeitgenosse für angebracht, seinen Hausmüll und Bauschutt über diese Strecke zu entsorgen. Aus den Augen, aus dem Sinn und nach mir die Sintflut. Das ist sowieso(so) ein Übel in dieser Gesellschaft.

Fraport und der Stadtwald
Auf Fraport sind Waldläufer nicht gut zu sprechen

Ohnmächtig mußten viele mitansehen, wie der Stadtwald der Fraport und dem Flughafen geopfert wurde. Die Grünen aus Frankfurt trifft mit ihrem Schweigegelübde die schwerste Schuld. Nicht Fürst Roland. Die besonders herausgestellten Arbeitsplätze sind nicht entstanden. Auslagerung ist das Zauberwörtchen im Kombination mit dem Flughafen Frankfurt. Aber es ist so wie es ist, der Kampf ist noch lange nicht vorbei. Lufthansa gibt nicht eher Ruhe bis sie, dem Profit zuliebe, die Nacht durchfliegen können. Das Thema würde sich dann eher erledigen, wenn die Fliegerei nicht vom Staat subventioniert werden würde. Gleiche Bedingungen zu Wasser, Land und Luft. Nicht nur die Kapitäne der Lüfte würden sich dann umgucken. Auch die auf dem Wasser, mit ihren abgasfreudigen Kähnen.

Aber auch der „erholungssuchende“ Mensch trägt viel dazu bei, daß unser Stadtwald verarmt. Stichwort Maunzenweiher. Was sieht man da jeden Tag? Herrchen/Frauchen wirft Stöckchen in den Weiher, Hund hinterher. Sind es mehrere Hunde, ist das freudige Gejaule bald bis Oberrad zu hören (übertrieben). Es besteht zwar keinen direkten Leinenzwang, aber:

Besondere Rücksichtnahme ist in den Brut- und Setzzeiten (vom 15. März bis 15. Juli) gefordert

Viele Wasservögel trifft man im Maunzenweiher nicht mehr. Vielleicht verirren sich wieder ein paar Enten, vielleicht kommt der Silberreiher mal vorbei was eher nicht sein wird, denn der Maunzenweiher ist eine Wasserwüste. Auch die Wilderei hat ihren Teil dazu beigetragen. Maunzenweiher und Buchrainweiher sind keine idyllischen Orte um länger zu verweilen. Kein Vergleich zu den Weihern aus meinen Kindheitstagen. Das Bild des Entenkücken am Anfang des Beitrages wird man dort nicht vorfinden.

Aber das will man in #meinfrankfurt nicht lesen. Solche dunkle Wolken stören nur die harmonische rosarote Zwitscherei im Web.

Aber es würde ja nicht rü hier schreiben, wenn es denn nicht auch was nettes aus dem Stadtwald in Offenbach/Frankfurt zu berichten gäbe. Aber darüber im Twitterkanal und als nächsten Beitrag hier in der Rubrik Grenzgang;-)