Google – Geliebter Feind

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Google – Geliebter Feind

„Freunde ausschnüffeln geht schon mal gar nicht“, so Angela Merkel als bekannt wurde, daß auch sie nebst vielen Millionen Deutschen zur gesammelten Datenmasse ausländischer Dienste gehörte. Die NSA hätte die Finger von Angies Telefon lassen sollen, denn dann wäre hierzulande noch eitler Sonnenschein.

Wenn Angie sich aufregt, zuckt der halbe Globus zusammen. Rege ich mich auf, wie heute morgen, passiert nichts. Nicht mal die Tauben husten, obwohl… Die Frankfurter Rundschau (FR) war wieder bemüht den Wirtschaftsteil mit Internetthemen zu füllen. Wie das ausgeht wissen wir ja zu genüge (siehe FR-Themen Firefox, McAfee, Apple). Und nun ist Google an der Reihe und es wird wieder heiter bis wolkig.

Verfolgt von Google, so der Aufhänger der FR. Als erstes überlegt man, war irgendwas, ist Google+ enttarnt worden, nein, man regt sich im Netz nur auf, daß Google YouTube-Kommentare nur in Verbindung mit einem g+-Konto erlauben will. Dann liest man endlich, ein wenig widerwillig…

Im Zweifel ist den Unternehmen der Gewinn wichtiger als die Privatsphäre und der Respekt vor den Menschen. Umso wichtiger ist ein starker Verbraucher- und Datenschutz im Netz.

Google ist ein stiller Begleiter unseres Alltags, wo wir auch hinsurfen, meist ist er schon da. Er will wissen, was wir lesen, wo wir einkaufen, welche Freunde wir haben. Damit verdient Google sein Geld. Eigentlich keine neue Erkenntnis. Doch wie wichtig diese Daten für das Unternehmen sind, wird nun wieder einmal besonders eindrücklich illustriert. ()

Die FR-Neuigkeit: Eine Strafe an Google, weil Google bei Apple etwas umschifft hat, was niemand umschiffen soll. Aber so neu ist diese News nun nicht. Nur neu aufgelegt, denn schon Mitte 2012 hatte der Konzern eine Buße von 22,5 Millionen Dollar an die FTC gezahlt. Google hat mal eben Apple und seine User ausgetrickst. Normalerweise trickst Apple auf seiner Plattform die Nutzer aus.

Nun schreibt die FR weiter:

Wenn kommerzielle Internetangebote vermeintlich gratis zu haben sind, dann deshalb, weil der Kunde verkauft wird. In solchen Geschäftsmodellen stehen unvermeidlicherweise die Privatsphäre des Nutzers und die Gewinninteressen des Anbieters in einem unauflösbaren Konflikt.

Stimmt, denn auch der Auftritt der FR im Internet ist nicht umsonst. Die Frankfurter Rundschau hält den Rekord mit 11 Trackern im Frankfurter Eck, gefolgt von der Offenbach Post. Auf die Plätze werden die Frankfurter Neue Presse und das Mutterhaus die Frankfurter Allgemeine Zeitung verwiesen.

Aus dem Hause Google sind Google+, Google Analytics, Google Adsense und Doubleclick. Hinzu kommen dann noch andere Firmen wie INFOnline, die für die Firmen die Web-Reichweiten messen und vermarkten. Auch facebook ist bei der FR im Spiel. Zusammenfassend kann man hinterlassen: Alles was den Datenschützern von Land und Bund Kopfzerbrechen bereitet, ist bei der Frankfurter Rundschau am Start. So gesehen ist die FR ein Handlanger von Google, wie die Stuttgarter Zeitung und viele andere auch. Niemand muß vier Tacker von Google auf seiner Internetpräsenz am laufen haben. Gefällt mir Google und seine Politik nicht, laß ich Google draußen. Aber nun kommt das liebe gute Geld ins Spiel. Google verdient gut und davon will nicht ich, sondern andere auch was haben. Döpfner vom Springer Verlag ist da immer sehr lautstark vorne dabei. Aber mit Google wird man auch bekannt und mit den richtigen SEO-Algorithmen ist man ganz vorne dabei. Hinzukommt, daß die heutige Masse im Internet eine riesengroße contentabgrasende Rinderherde ist. Daß da der Qualitätsjournalismus kaum noch eine Rolle spielt, liegt auf der Hand. Twitter, facebook, google+, ohne die vielen anderen nun auch noch aufzuzählen, wollen gefüllt werden. Und überall wird am Ende zusammengezählt.

Der Frankfurter Rundschau hat der Verkauf der Leserschaft an Google und andere nicht viel gebracht. Knapp 400 Mitarbeiter sind nun irgendwo, nur nicht mehr in Sachsenhausen im Depot und texten fleißig für die Rundschau. Auch der Kniefall nach Döpfner in Richtung Steve Jobs hat nichts gebracht, außer viel Lob für die FR-Ausgabe auf dem iPad. Jetzt hat die FAZ das Sagen und die letzten Redakteure der FR sind nun in der Frankenallee anzutreffen – mit Google.

(Bild: Google-Sphere/Kugel by Google)