Adventskalender
Seit über 100 Jahren erfreuen Adventskalender groß und klein, in Zeiten der globalen Kommunikation auch im Internet.

Hinter den Online-Türchen verbirgt sich oft so allerlei Nettes. Von Nackedei-Girls/Boys bis hin zu Lockangeboten. Hier steht im Mittelpunkt das Wörtchen KANN. Und vor oder hinter diesem Wörtchen wird gerne das GLÜCK ins Spiel gebracht. Man kann also mit viel Glück… Es ist nun nicht so wie im guten alten Adventskalender: Türchen aufmachen oder Beutelchen abschneiden, Inhalt mir. Da kann das Glück auch noch im Bett liegen, noch eine Runde schlafen, mit dem Sandmann im Auge steht klein und groß vor dem Adventskalender und freut sich schon auf das was da kommt.

Bei den Internet-Adventskalender ist der schöne Brauch zu einem Seelenfänger-Kalender mutiert. Lockangebote in Form von Gewinnspielen sollen die kleinen Seelen einfangen. So merkt die Verbraucherschutzzentrale NRW an, daß bei den Kindern viel Ungemach mit dem Türchen öffnen einher geht. Nur ein Kalender, der von pombaer.de, beläßt es bei Kennwort und E-Mail-Adresse und informierte in kindgemäßer Weise über die Datennutzung. Alle anderen schießen mehr oder weniger weit über das Ziel hinaus. Wer da wohl das Türchen mitöffnet?

In Anbetracht dieser Meldung, habe ich nun doch mal die Türchen der Adventskalender von der Frankfurter Rundschau und der Offenbach Post geöffnet. Auffallend ist, daß man bei der Offenbach Post nicht rückwirkend ein Türchen öffnen kann, die sind dann alle schon geöffnet. Bei der Frankfurter Rundschau kann man noch am 24. alles aufmachen… Nicht gerade prickelnd. Und überall muß man sich sputen…. die ersten 50 Besucher… oder aber man erbringt eine Vorleistung. Ab einem Kauf von 75 €uro erhalten Sie einen Einkaufsgutschein von 10 €uro. Das sind Adventskalender, ne? :down:

Nun erzähle ich mal, wie der Adventskalender in meinen Kindheitstagen war. In der Schule wurde der selber gebastelt. 24 Säckchen wurden zum abschneiden auf einer Adventsgeschichte befestigt, und in jedem Säckchen war etwas von einem Schüler drinnen. Ich “mußte” von meinem Taschengeld etwas kaufen, basteln, nett verpacken und in das Säckchen stecken. Und an jedem Adventstag wurde ein Name aus einem Topf gezogen, und jene/r durfte dann das Säckchen abschneiden. Der große Unterschied zu den erwähnten Kalender: Jeder hat persönlich gegeben. Weder die FR noch die OP gibt. Firmen werden eingespannt, der Deal der damit einhergeht ist offensichtlich. Es ist kein Adventskalender im eigentlichen Sinne, sondern wie das ganze Jahr über etwas zum freirubbeln ohne nun rubbeln zu müssen.

Wenn ich da Chef wäre, wäre der Adventskalender anders. Da müßten wir als Zeitschrift etwas geben. Und da kann auch das Glück ins Spiel kommen – der frühe Vogel fängt nun mal den Wurm. Bei der FR fällt mir nun mehr ein, durch den FR-Shop, als bei der OP, aber kostenlose Anzeigen aufgeben, 14 Tage umsonst die Zeitung bekommen, die Lokalredaktion besuchen dürfen, Kochstunde mit Petra Mies (FR), mit Christian Düncher oder Jochen Koch zu den Kickers (OP)… es gibt schon einiges, das den Adventskalender was schönes werden läßt.

Aber so wie es ist, bleibt es bei dem einen Türchen, das den 11. Dezember zeigt. Der Rest bleibt verschlossen.

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