Bronskis Beat


Herzschlagwochenende. Herr Bronski von der Frankfurter Rundschau (FR) schaut über den Stadtwald hinweg. Sein Blick focusierte sich auf einen kleinen, klitzekleinen Punkt, ganz tief im Süden - da wo nun der Herr Beckstein residiert. Dann schüttelte er sich kurz und erzählt seinem kleinem widerspenstigem Völkchen am Main vom Herrn Graff, der bei der Süddeuschen (SZ) mehr als Bleistifte spitzen darf. Ein Glaubenskrieg hat er dadurch ausgelöst. Aufregung, Tumulte. Auch eine Abordnung des Fanclubs neon.de war vertreten, die wiederum eine Art GoodFather aus ihren Reihen lobpreisten… Sind weit gereist deswegen. Aber das alles soll uns in diesem Beitrag nun nicht tangieren - alles so unwichtig - sondern ich greife eine Wortmeldung des Mitlesers BvG aus Bronskis Beatclub auf. Dieser schreibt:

Das Netz ist doch die “Baumarktversion” des Journalismus. Mit ein par billigen Werkzeugen glaubt jeder Laie(zähle mich dazu) er könnte eine eigene Zeitung, Infobörse etc. aufmachen.

Bislang haben sich die “Fachmärkte” meist beleidigt zrückgezogen und behauptet, dies sei doch gar keine echte Presse… [link]

In diesem Zusammenhang bitte den Link anklicken, der sich nach der “qout’gen” Textpassage anschließt (ist der komplette Text, deswegen auch…) und vielleicht, wenn machbar, das, was Herr Bronski reichte (bitte die Bronskschen Links auch miteinbeziehen): “Loser generated content“.

Aber, wir bleiben beim dem kleinen Text von BvG. Aufmerksame Leser dieses Webgebilde wissen, auch hier und da Blog genannt, daß es einige Bereiche gibt, wo jeder Hobbyhandwerker die Fachmärkte alt aussehen läßt. Die Fachleute sehen dann kein Land mehr. Die jüngste Bekanntschaft mit der Arbeitsweise der Frankfurter Neue Presse (FNP; nachzulesen ein paar Beiträge unten diesem oder in Schwerin) läßt nur den Schluß zu, den Fachmarkt steckt jedes Undergroundblättchen in die Tasche (Redensart). Von einem Frankfurter Fachmarkt will ich im Zusammenhang mit der FNP nicht reden.

Der Link zur Firefox-Wiki incl. eines aufmerksamen Blickes auf den Inhalt, erzählt dann: Wenn es diese Wiki nicht gäbe, was würde der Fachhandwerker wohl titeln? Von “Die heißesten Firefox-Hacks” muß er sich verabschieden. Bleibt es eben bei den “Die geheimsten XP-Tricks”, die er auch irgendwo gefunden hat und die mittlerweile so geheim sind, daß die Tools die gelistet werden, schon bei Version 8.3 sind - etwa so in diese Richtung. Begibt sich dieser Fachjournalist in die Testphase, so wird das alles sehr nebulös. Am besten ist, um das alles nachvollziehen zu können, nachzuschauen wer wo und wie oft Anzeigen geschaltet hat. Die erklären dann die Sternchen am Ende der 300 Zeichen (hier und da mehr…). Das finde ich bei jedem Hobbyhandwerker auch, oft sogar viel mehr. In Sachen PC in Kombination mit dem Betriebssystem Windows/Volkswissen, ist einzig vom heise-Verlag “c’t” die sich den Stempel “Fachmarkt” verdient hat. Prozentual gesehen machen die Hobbyhandwerker die Fachmärkte platt. c’t rettet diese nicht.

Nun besteht ja diese Welt nicht nur aus einem PC mit dazugehörigem Betriebssystem. Wäre ja auch schlimm. Und da lichten sich dann die Reihen und je nachdem wo hin man schaut, mal mehr, mal weniger. Aber, der Hobbymarkt ist ein Spiegelbild des “Fachmarktes”. So wie es fünf seriöse Tageszeitungen gibt (die Zahl dient nur als Zahl), so gibt es auch - prozentual gesehen - in etwas fünf seriöse Tagesblogs. Hier und da schneiden sogar die Fachmärkte wieder schlechter ab, weil… es gibt kein gescheites Männermagazin aus den Fachmärkten, was nicht vulgär, gleich mit PinUp-Kalenderblatteinlage daherkommt - egal ob Mann/Mann, ob Mann/Frau. Es geht immer unter die Gürtellinie. Ganz anders in der Frauenwelt. Sowohl im Web, als auch im Print; Frauen für Frauen und da erzählt das Leben, ohne Kalenderblatteinlage, 08/15-Nacktfottos für den Küchenschrank. Und so wie meine Mutter mit mindestens 10 7-Tage-Wochenblätter heimgeht, so findet der Herr Graff gleiches in den Weiten des Internets, bei den Hobbyhandwerkern.

Und zwichen vielen 7-Tage-Ausgaben, mit Blick nach Nirgendwo, findet man dann auch “monochrome” (Print). Und so ist das auch im Web. Das ist auch irgendwie gut so, schließlich steht auch irgendwo die Unterhaltung auf dem Programm und da sind die Hobbymärkte unschlagbar.
Nicht die Grashüpfer des Fachmarktes, die zu Marienkäfer werden lösen Heiterkeit aus, sondern nebenan eine Googleanalyse über “Das Nveau der intelligenten Suche“, ein Klick weiter die Feststellung: “Da hängen Schuhe über der Ampel“, was unweigerlich zu einer ganz ganz besonderen Ampel führt. Auch ein Hundeleben ist immer ein Klick wert und für die Muse, die Nachtgedanken schauen wir in ein Traumgesicht. Das ist nun nicht mal ein Prozent von dem, was der Hobbybaumarkt anzubieten hat.

Ich wäre nun fertig mit meinen Erläuterungen, den Taggedanken zu BvG. Herr Bronski meint aber auch, in der Kürze liegt… Ich weiß, wieder viel zu viel Text. Aber ich kann es auch kürzer, ist ja nicht wie bei den armen Leuten:

Ohne die Hobbybaumärkte, wäre das Leben mit den Fachmärkten alleine, nicht zu bewältigen. Punkt. Aus. Fertig.

Da wäre aus meinem Fachmarkt: NPD Aufmarsch in Offenbach
Flughafenausbau: Klagen sind schon beschlossen
Parteiausschluss des Ex-CDU-Abgeordneten Hohmann rechtskräftig (braunes Gelumpe, sehr erfreulich diese Meldung)
Deutscher in Afghanistan entführt

Und das geht immer so weiter… irgendwann hängt man sich auf und das verhindern die Hobbymärkte und ab und wann doch ein Fachmarkt. Heute wähle ich bei GEO. Das Foto des Jahres steht bei ihnen an. Ich verstehe von Fotos ja nichts, aber sind schöne Bilderchen dabei.

Was bleibt? Das Wissen, daß auch der Beat bei Bronski merklich in den Keller geht, liegt Afrika oder ähnliches auf seinem Plattenteller. In diesem Sinne, kommt alle gut durch die Woche.


Verfaßt unter…
Getränke: Kaffee
Verzehr: Christstollen (Armeleutechriststollen… der aus Oberrad ist schon gefuttert)
Musik: two lone swordsmen - swimming not skimming (Emissions Audio Output)

Lust zu stöbern?

Tags: Baumarkt, Bronski, Content, Frankfurter Rundschau

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6 Kommentare zu “Bronskis Beat”

  1. Amsterdammer


    Montag, 17.Dezember 2007 21:07
    Gravatar of Amsterdammer 1

    Also die Baumarktversion des Journalismus produziert aber schönes Schnitzwerk in Handarbeit, was man beim Fliessbandjournalismus nicht mehr findet.

    Zufall oder nicht, überzogene Interpretation oder Wortspielerei, der Titel dieses Schnitzwerks hier lässt schwärmen :|

    The name “Bronski Beat” was a pun on the group name of “Roxy Music”, and suggested by Steve.> Agreed by Jimmy, Larry and Steve one evening whilst traveling on the London Underground system on the way to an informal dinner party held by a friend, Gena, a silver jewelry designer. A previous name for the act was “God Forbid”. The novel by Gunter Grasse, The Tin Drum, was inspirational to Steve and was where he found and chose his “stage name” The “Bronski Beat” name was just an fleeting idea and not debated over and didn’t mean anything. It just had a pleasing sound and seemed appropriate. Oscar, the main character in the story, would scream at very high pitch and smash glass to manipulate his family to get his own way, and indeed, later this audio idea found its way onto the single “Tell Me Why”. The sound, smashing of glass, on the recording was of empty Perrier bottles, thrown into a corner of the NYC recording studio, recorded and sampled by the bands producer Mike Thorne.

    Primärquelle

    Muss mir doch mal den RSS zum Baumarkt des Herrn B aus F. abonnieren 8)

  2. S.i.T.


    Montag, 17.Dezember 2007 21:55
    Gravatar of S.i.T. 2

    *kichert* Abonniere du ruhig mal den Herrn B. aus F. und Resmumee ziehen wir in 10 Jahren in der Teestube von Herrn A. in D. :D

    Ließt sich alles wie ein Verschwörungsprotokoll. Stochert Herr S. wieder herum und versteht nix ;)

    PS: Link geändert, danke.

  3. Amsterdammer


    Montag, 17.Dezember 2007 23:17
    Gravatar of Amsterdammer 3

    Herr S. versteht nix? Gibt’s nicht :head:
    Ein Bub namens Steven Forrest hatte mal ein berühmtes Buch gelesen und fühlte sich an Oskar Matzerath erinnert, als Freund Jimmy Somerville die Stimme erhob. Eine Trommel (engl: drum) und eine Stimme, die Gläser platzen lässt, und mit der ein kleiner Junge seine Meinung in die Welt schrie…

    Oskars (unehelicher) Vater war Jan Bronski, Postangestellter aus Danzig; den fand Steven so interessant, daß er seinen Namen annahm, er heißt seitdem Steve Bronski. Und natürlich weiß Herr S. nicht nur, was Bronskis Beat ist, sondern auch wer Bronski Beat ist. :|
    Tja, und die Blechtrommel des kleinen Mannes Oskar heisst heute BLOG, der kleine Mann, der die Stimme erhebt, ist geblieben, millionenfach …

    Doch doch, schon spannend Dein Titel hier *gg*

  4. S.i.T.


    Montag, 17.Dezember 2007 23:39
    Gravatar of S.i.T. 4

    psssst, net so laut, der Herr S. ist in Wirklichkeit ein DiM, nicht vom BKA observiert worden, weil S.S.. und FAZ… ohje… ich hau ab. :head:

  5. BvG


    Dienstag, 18.Dezember 2007 19:20
    Gravatar of BvG 5

    Ja, schon schön, was die kreativen Werker aus den Baumarktwerkzeugen so herausholen. Ehrlich.

    Aber es wird ja so manches G’würzregälchen gebastelt , sieht toll aus, hat was Scharfes drin und Mama ist entzückt.
    Aber ob jeder Pappa noch so gut sägt und raspelt, wenn’s gleich 12 Regälchen am Tag sein müssen und: Ob er dann noch deutlich Schärferes hervorzaubert?

    :)
    gruß BvG

  6. S.i.T.


    Dienstag, 18.Dezember 2007 19:54
    Gravatar of S.i.T. 6

    Willkommen im Bunker *Tür öffnet und VID-Kärtchen ausstellt*

    Also das mit den 12 Regalen… nach Feierabend nicht, stattdessen was einen daran hindert, ja. Aber mit Pause ;) Und ob dann da noch Kunst am Bau zu sehen sein wird… alles geht nun mal nicht. Aber der Herr T., der so schön für die Meinungsecke malt, der malt ja auch nur einmal am Tag für die FR. :)