Die neue FR

Der Countdown wurde runtergezählt, jeden Tag.. noch 30 Tage… noch 20 Tage… und heute war es soweit. Heute war der große Tag für die alte Dame Frankfurter Rundschau (FR). Sie zeigte sich im neuen Gewand, was in Fachkreisen “tabloid” sich nennt. Ein, wie ich finde, schreckliches Wort, was an ein Tablett erinnert, das man am liebsten erst gar nicht in die Hand nimmt, da die Betriebsküche sowieso(so) nur ‘nen Saufraß anzubieten hat.
Und was hat man nicht alles erzählt im Vorfeld. Noch vor ein paar Tagen in der FAZ über den “golden Schuß” der FR sinniert. So ähnlich jedenfalls. Und dann das Aufgebot, was da aufgefahren wurde und noch wird. Wer alles auf einmal die FR liest. Und diese Lobeshymnen… Da wird es mir Angst und Bange. Der Herr Bange aus Hanau ist, ist zwar noch nicht tot, aber sein Humor geht auch den Bach hinab, seit berühmte Leute bei ihm ein und ausgegangen sind - die vom hr und ihren gefühlten Gefühlen von Gestern. Seine Tochter kenne ich zufällig, daher weiß ich das.
Und da denkt man eben, bei diesem Massenandrang an wichtige Leut’, jetzt ist die FR tot. Sogar der Herr Clement ist abgelichtet, mit Herrn DuMont und dem gehört die Fr (50 +1). Als ob dem Herrn Clement jemals die FR interessiert hat. Man erwischt sie ja immer im Bundestag, wenn die Volkesvertreter die Bild lesen. Der Herr Lehmann, also der, der so schee hessisch babbeln dut, awer aus Berlin ist, bei dem Herrn Lehmann denke ich mir schon, der wird mal da reingeschaut haben, obwohl er mehr Richtung FAZ einzusortieren ist, als ex-Börsianer der ARD. Nicht daß die FR weniger zu berichten weiß, aber die FR hat so nen Touch von “Volkes Stimme”. Hat selbst Joschka Fischer zugegeben. Und die Börsianer sind ja Leuteschinder, alle durch die Bank, jeder der eine Aktie hat, wie der Bauer Lipp auch. Aber was die Leut wissen oder glauben zu wissen oder denken, was sie nun erzählen müssen, klappern gehört zum Handwerk, und deswegen gilt das alles nicht. Die FR hat sich wirklich Mühe gegeben, ihren Lesern das “tabloid” schmackhaft zu machen, aber schreiben kann man viel, erzählen noch mehr und deswegen - ab heute gilt’s.
Und das muß ich ja ehrlich zugeben - wow. Heute in der Früh nicht gelesen, nur geblättert und gestaunt. Muß ich ehrlich zugeben. Da kann sich so mancher Webdesigner ‘ne Scheibe abschneiden. Als Printerzeugnis, mit zig Parametern im Kopf, die alle beachtet werden müssen, die richtig Kohle kosten geht es schief, so ein modernes fesches Layout hinzubekommen - einfach klasse. Ich habe ja echt befürchtet nun geht’s Richtung Nachbarstadt, Richtung Offenbach Post. Zum meinungsbildenen Lesen bin ich heute nicht gekommen, erstmal alles anschauen und blättern
Aber die Ein-/Aufteilung gefällt mir, der Mix aus kurzen Blöcken und Schwerpunktthema, mehr Meinungen aus der Redaktion. Und gerade der Frankfurter Innenteil ist da wichtig. Die anderen Blätter erzählen ja nicht, wie es wirklich ist.
Und nachts fliegen sie doch Kommentar von Friedericke Tinnappel
Gleich daneben die Meinung zum “Alstadtthema”, dann noch “Koalition Schwarz/Grün”. Gedanken aus der Redaktion zu Frankfurt. Ein dickes mehr an Text und ein dickes Plus der FR. Ich will ja wissen was daheim los ist, auch andere Gedanken mitgeteilt bekommen, die schon über die vernebelten Hintergründe Bescheid wissen. So ‘nen meinungslosen gefalteten Tabloidtiefflieger aus Berlin braucht Frankfurt nicht.
Man kann sagen, was bisher die FR hatte, wurde nochmals getunt und es wurde draufgesattelt. Das war und ist wirklich eine angenehme Überraschung. Einzig Probleme das Umblättern irgendwie bereitet. Die große FR hatte ja 4 Teile - Frankfurt, Kultur/Sport, Wirtschaft und dann der Rest. Konnte man rausfischen, was man zuerst lesen wollte. Das klappte auch in der Straßenbahn, weil die große FR einen Knick hatte. Dieser Knick fehlt nun. Den muß man sich erst ziehen… Das erfordert nun neue Techniken vom Leser, denn die alte FR war da handlicher incl. der ausgeklügelten Wendelesetechnik. Dauert eine Weile, bis man das raus hat. Wenigsten kann man den Frankfurter Teil rausfischen, eben klein anfangen und üben.
Und der Freitag wird spannend, wenn die Anzeigenausgabe erscheint. Die FReitagsausgabe am Nachmittag konnte man vorher kaum umknicken, Backpacktauglich (<-- uo-denglisch) falten... jetzt gibt's biblische Träume aus Frankfurt, jeden Freitag.
Und das Beste zum Schluß: Nicht nur die neue FR hat die Sonne scheinen lassen, bei Muttern waren wieder Löcher in den Frikadellen und obendrein erzählt die neue FR über das, was Mann und Frau zwischen den FR-Ausgaben bewegt. Schließlich sollte Mann in Anbetracht der feschen Dame namens Frankfurter Rundschau da nicht zurückstehen. Mache mer doch, gell?
Und was so andere über die neue FR denken? Bei Bronski, FR-Blog, herrscht wieder mal Hochbetrieb. Die FR bewegt…
(Bild: FR)
Tags: Design, FR, Frankfurt, Frankfurter Rundschau, Kosmetik







Donnerstag, 31.Mai 2007 13:07[...] “Da kann sich so mancher Webdesigner ‘ne Scheibe abschneiden.” meinte man bei vault-13.com. Auch Dichtung & Wahrung ist erstaunt und registrierte eine komplett neue Gestaltung, die [...]