Sie steht nun wieder da, wo sie schon einmal stand –auf dem Goetheplatz. Lange Zeit war die Bronzestatue von Goethe in der Taunusanlage anzutreffen, dann wurde sie eingepackt, der Goetheplatz umgebaut, besser gesagt mit einem Parkdeck unterbaut, und dann wurde Goethe ausgepackt und an seinem angestammten Platz aufgestellt. Jetzt steht er da, schaut auf seine Frankfurter und mag vielleicht denken: „Wäre ich doch an meiner Ruh’, so würden sie vielleicht verweilen, würden Gretchens Lachen hören und das Reimen meiden.“
Aber wie das nun mal so ist, es kommt immer anders als man es sich wünscht. Der Platz der Goethes Namen trägt, gleicht einem Flachbau aus der Nordweststadt, ein paar Alibi-Bäume am Rande erzählen von dem was sein könnte – auch ein Frankfurter reist in der weiten Welt herum – und ansonsten ist dort mehr der Reim eines Kinderliedes auszumachen, als denn Goethes Dichtkunst – Stein auf Stein, ’s Plätzchen wird bald fertig sein. Und sitzt man zu seinen Füßen, nur einen Moment verharrend, so hört man ihn seufzen, den Dichterfürst aus alten Tagen:
Meine Ruh’ ist hin,
Mein Herz ist schwer;
Ich finde sie nimmer
und hier nimmermehr.
Wenn er ja nicht so schwer wäre, würde ich ihn tragen, dort hin, wo er einst mal saß, in den Wald nach Sachsenhausen, hinauf zum Turm – heim nach Goetheruh.
Link: Goethe unverhüllt von Sebastian Amaral Anders (FR)
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Tags: Goethe, Sachsenhausen, Wald
















