Markttag
“Die Fanzosen können in ihrem Land machen was sie wollen, in Hessen ist Endstation, mit uns nicht.” Unser Fürst… also, manchmal muß man ihn ja gerne haben, wenn er poltert. In diesem Falle besonders. Lesen tut es sich dann so:
“Ich bin empört und voller Unverständnis. In Hessen wird die Kelterung von Äpfeln seit Jahrhunderten betrieben, und seit langem gilt der Apfelwein als hessisches Nationalgetränk. Wir werden es nicht zulassen, dass unsere traditionelle Bezeichnung der Regelungswut in Brüssel geopfert wird”. (Quelle; hr)
Vielleicht ahnt es wer, unserem Schoppepetzer will Brüssel an den Kragen und alles ist in Auffuhr. Der Apfelwein darf sich nicht mehr Apfelwein nennen, weil der Apfel nicht an Reben wächst und nur was an Reben wächst, darf sich hernach Wein nennen - so Brüssel.
So ganz klar sind die da drüben in Brüssel ja nicht. Hättet mal Muttern hören sollen. Fast so gut wie unser Fürst.
Ebbelwoi ist ja nicht Apfelwein, Apfelwein sagen ja nur die Ausländer und zwischen Stöffche und Äppler scheiden sich die Geister, wobei eines von beiden nur die Möchtegern-Frankfurter die Medizin vom Baum so nennen, aber beim Ur-Frankfurter verpöhnt ist.
Mit “E” oder “Ä” ist die andere weltbewegende Frage, die am Anfang eines Apfels steht. Ich halt’s mit den Uzern und Schennern, deswegen “E” wie Apfel, un wescher der deutsch Sprach’, hier un da ein “Ä” Es heißt nämlich auch:
Mei Mutter backt Krebbel,
sie backt se so hart,
sie lescht se ins Schänkche
un gibt mer nix ab.
Geschennt bin ich worn für des da:
Ich bin geriehrt wie Ebbelmus,
un flissig wie Bomad
dei Lieb kloppt wie nen Pferdefuß
an meine linke Wad.
Das ist ja schon alles nicht mehr wahr, so lange schon her. Aber Mädels, die kamen und dann fagten “Willst mit mir geh’n”… bekamen entweder “bis zur nächsten Straßenecke” gereicht oder auf gut Frankforterisch so ein Verslein. Aber der Tach war noch net rum: “Ach, hätt ich doch jo gesagt un se genomme…” Der Seufzer hinterher: “Die, die isch will, die krisch isch net und die, die misch wolle, die will isch net.” Und wenn er nicht gestorben ist, schläft er heute noch alleine.
Jaja, Männer und die Mädels in jungen Jahren. Wo waren wir? Ach ja, “E” wie Apfel und der Ebbelwoi.
Jedenfalls haben sich einige zu Wort gemeldet in Wiesabaden, da wo der Fürst residiert, zum Thema Apfelwein der nicht mehr Wein sein darf, geht es nach Brüssel. In einer anderen Sache hat es ihnen die Sprache verschlagen…
In Frankfurt gibt es die Brüder-Grimm-Schule. Dort sind Kinder die lernen den ganzen Tag und weil Kinder mit Löchern im Bauch (hungrigen Mägen) nur schlecht lernen können, hat das Land Hessen verodnet, Ganztagsschulen müssen den Kindern Essen geben. Vernünftig. Nun ist es so - wie schon hier in diesem Blog oft berichtet - in Frankfurts Schulen gehen nicht nur “Ackermanns” Kinder hin, um für ihr Leben zu lernen, auch die “Unterschicht”, die es angeblich nicht gibt oder wenn, dann nur unter der Hand in klitzekleinen Zahlenspielen, was aber in der Realität ganz anders aussieht. So auch an der Brüder-Grimm-Schule. Ein Essen kostet dort 3 € und dort beobachtete das Lehrerpersonal, wie ein Teil der Kinder wartete, bis die Essenausgabe geschlossen wird und dann nachfragten, ob sie nicht die Reste haben könnten, die Eltern könnten die 3 € nicht bezahlen. Ein Skandal. Das machte die Runde, daraufhin die Stadt Frankfurt beschloß, das Essen für die Kinder zu bezuschussen, jedes Kind soll sein Mittagessen bekommen. Recht so, für jeden Mist hat Frankfurt Geld, wird doch für die Kleinen, die Zukunft der Stadt, mal was übrig sein. Nun sagt sich aber die Stadt: Wer bestellt, bezahlt. Übersetzt bedeutet das, daß Land Hessen muß für den Zuschuß aufkommen, denn diese Anordnung kam aus Wiebaden und für die Regelung der Bezahlung Kommune/Land gibt es ein Gesetz. Nur in Wiesbaden ist keiner anzutreffen, der sich dazu äußert. Hängen alle vor den Mikrofonen, nach der Frage, ob Hessen den Kampf gegen die EU und Brüssel wegen dem Wein im Apfel aufnimmt. Und wen soll ich nun wählen im Januar (Landtagswahl)? Die, die den Wein im Apfel erhalten wollen oder jene, die unseren Kindern ein Essen freiwillig geben? Große Auswahl habe ich ja nicht…
Verfaßt unter…
Getränke: Kaffee
Verzehr: nix
Musik: Environmental (19 €-Fliegen, ferner Straßenlärm, hin und wieder ein Auto)
Lust zu stöbern?







Donnerstag, 1.November 2007 21:11Zumal ja nicht nur der Apfelwein betroffen wäre. Mir fallen spontan nach andere “Weinsorten” ein. Wie nennt man denn dann diese Getränke?
Gut, beim Reiswein wird man Sake nehmen können. Der Honigwein ist sowieso eher als Met bekann. Aber für die anderen Fruchtweine sieht es ja dann schlecht aus.
Die ganze Sache erinnert mich doch sehr an die Bier-oder-nicht-Bier-Geschichte mit der Neuzeller Klosterbrauerei.
Donnerstag, 1.November 2007 22:00Das ist die Rache der Franzosen für den verbrüsselten Rohmilchkäse , müsst halt Euren Botschafter für Appelwoi aus dem Schrank holen und nach Brüssel schicken…
Donnerstag, 1.November 2007 23:58Ich wollte ja “Vor dem blauen Bock” reichen, müßte ich rippen, wollte ich auch, aber da triffts mich wieder aus der FreeDB… Album: Tone Float / Organisation, Gruppe Kraftwerk. Stimmt wieder mal nicht.
Gell da gucke se Herr Amsterdammer.

Halten mers mit den Worten von Herrn Putzlowitschs Hinweis - mir lasse uns es auch weiterhin schmecken, bei mir steht eh Schoppepetzer drauf, manchmal auch gar nix…
Euch beiden eine geruhsame Nacht.