50 Millionen Euro. Das ist die Summe die der Stadt Frankfurt durch die Lappen geht, sollte die Deutsche Börse hiesige Gefilde verlassen wollen, wie bekannt geworden, und nach Eschborn umsiedeln. Eschborn liegt eine S-Bahn-Haltestelle vor Frankfurt, also in der Pampa Richtung Taunus, dort wo Fegro und andere Großmärkte angesiedelt sind. Mehr ist da in Eschborn nicht. Vielleicht noch ein örtlicher Gesangsverein, ein paar Schlappekicker, die Freiwillige Feuerwehr, die einmal im Jahr zum Umdrunk einlädt, aber dann ist auch schon Feierabend. Die kulturellen Aspekte sind es nicht, weswegen die Deutsche Börse weg aus Frankfurt will. Die Gewerbesteuer ist es. Und das ist ein altes Problem, was immer wieder in einer Neuauflage serviert wird.
Kleinststädte (Dörfer) wie Eschborn locken durch extrem niedrige Gewerbesteuer alt eingesessene Firmen aus Frankfurt weg. Im Gegenzug haben diese Dörfer keine sonderlich bewegenden Mehrausgaben. Die Firmen selbst setzen weiter auf den Schriftzug “Frankfurt”, zieht dieser doch mehr als so ein Provinznest zwischen Rübenfelder gelegen im Namenszug. Und wenn die Leut’ was erleben wollen, wo gehen sie hin? Nach Frankfurt.
Berühmtestes Beispiel von Namensklau ist Flughafen Hahn. Das Kaff liegt im Hunsrück, in Rheinland Pflalz, hat nicht mal Hessen im Kreuz, aber schreiben – Frankfurt-Hahn. Warum nicht Mainz-Hahn?
Mit Oberursel gab es ja auch mal so ein Gedöns. Haben die Leut aus Oberursel gemeint, sie zahlen nix mehr an Frankfurt für die U-Bahn. Die U3 fährt von Frankfurt bis Hohemark (Taunus). Jetz muß man mal schauen, wer da morgens mit der U-Bahn nach Frankfurt reinfährt. In Oberursel ist ja auch der Hund begraben, hier und da Kerb, das war’s. Mehr ist da nicht. Das ist was für jene, die schon mit 20 im Grab liegen. Aber mit Frankfurt im Backpack strunzen gehen, wie die aus Offenbach. Allen voran Sven Väth.
Eyer-Q, Harthouse… egal wo, auf Flyer oder sonstwie, immer Klammer auf ( Frankfurt ) Klammer zu. Firmensitz damals in Offenbach, kommt aus der Offenbacher Provinz, aber mit Frankfurt auf der Lippe rumlaufen, wie die aus Oberursel, mit 2XXL hinten angeklebt oder nackisch. Würde unsere Oberbürgermeisterin Frankfurt für die Provinzler zuschließen, würden die aber dumm gucken. Net mal in den Puff könnten sie gehen, geschweige dann einen Opernbesuch mit der U-Bahn/S-Bahn in Erwägung ziehen oder Hochhäuser im Lichtermeer sich anschauen. In Offenbach gibt es zwei Bars, ‘ne verklemmte Disco am Main und dann ist auch schon Schluß. Na gut, man kann sich auch jeden Tag Joschkas Turnschuhe im Ledermuseum anschauen. Aber selbst die Ärmsten der Armen pilgern nach Frankfurt. 15-20% der Frankfurter Szene-Kids sind Jugendliche aus Offenbach. Und das geht reihum. Wenn man wo was zwischen die Rippen bekommen kann, dann in Frankfurt, oder hat der Oberurseler Bahnhof eine Missionstation? Offenbach? Das war vor 30 Jahren nicht anders. Ausgebüchste Kinder hat man in Frankfurt aufgegriffen, nicht in Falkenstein oder Kelkheim. Da ist nix und da war auch nix.
Im Falle der Frankfurter Börse mag das Frau Roth nun schmerzen, ist ja auch kein unerhebliches Sümmchen, aber das Problem ist hausgemacht, weil es nicht angegangen wird. Dann eben die Konsequenzen ziehen. Ab Stadtgrenze Frankfurt: Frankfurt-Soli verlangen.
Liebe Bundebahn, du fährst von Bad Soden/Kronberg nach Frankfurt, mit dem Halt in Rödelheim kostet es dich einiges. Die Bahn muß sich das dann von den Kommunen zurückholen. Und die U-Bahn fährt nicht mehr bis Oberursel. An der Stadtgrenze so etwas gebaut wie vor Offenbach, Feierabend. Und jeder auswärtige Arbeitnehmer muß einen “Frankfurt-Soli” bezahlen. Sowas, wie wir für den Osten bezahlen. Dann sowas bauen wie in London, Nummernschilder von Autos erfassen. Die Auswärtigen, die hier die Frankfurter Kinder verseuchen, kräftig zur Kasse bitten. Dann die 20% Flughafenaktien ins Spiel bringen, nicht den Frankfurter Wald verschenken, sondern die Nassauer abschöpfen, aber richtig. Bluten müssen die. Und sobald sich jemand Frankfurt im Namenszug anheftet, er aber nicht aus Frankfurt ist, verklagen. Wird sich schon ein § finden. Nicht jammern Frau Oberbürgermeisterin, sondern mal Nägel mit Köpfen machen, den Nassauern die Grenzen aufzeigen. De Karl hat da net lang gefackelt, gelle? Aber net so machen wie damals die Stadtoberen, wo wir Frankfurter gegen die Königsteiner Rittersleut’ verloren haben und deswegen keine Handwerker mehr hatten, weil die alle nun nach Königstein als “Wiedergutmachung” an die Rittersleut’ abgegeben wurden…
Link: Petra Roth rügt Börsenvorstand von Matthias Arning (FR)
Verfaßt unter…
Zeit: 1′10 Std.
Getränke: Kaffee
Verzehr: Bienenstich
Musik: V.A.: Global Psychedelic Chill Out (1)
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Tags: Deutsche Börse, Frankfurt
















