Rippchen mit Kraut


kulinarisches… dazu ‘ne Schoppe Ebbelwoi *singt*. Es regnet Binsen und das lieber Amsterdammer, das ist allerdings eine Geschichte, die bei übermäßigem Konsum im Kellerloch enden könnte. Obwohl ja Sauerkraut entwässern soll, so denke ich, daß bei richtiger Zubereitung dieser heimischen Frankfurter Spezialität dies so nicht funktioniert, also das entwässern. Heute vielleicht schon eher, weil die Leut’ net mehr kochen können; zumindest die Städter, wo man dann auch Migrant in der Küche stehen sieht, der ja nichts vom alten Brauch weiß, weil’s ihm keiner erzählt hat, da die Einheimischen selbst meisten Geflüchtete sind, von den Randbezirken der Stadt Frankfurt abgesehen. Hinzu kommt ja auch noch, daß man der Deftigkeit, was das Essen angeht, hierzulande die gelbe Karte gezeigt hat. Deswegen singen wir Frankfurter auch auf dem Heimweg: “Schmeckt nach nix, schmeckt nach Arsch und Friederich.” Auf’m Land sieht das ja noch ein wenig anders aus und wenn man da ‘ne Oma in der Nähe der Küche werkeln sieht, sofort einen Halt einlegen und am Tisch Platz nehmen.

Auf dem Land entspringen die Zutaten auch meistens noch dem eigenen Garten/Gewächshaus, dem Kräutertopf auf der Fensterbank und dann schmeckt das Essen auch gleich anders.
Obwohl man ja nicht mit dem Essen spielen soll, aber z.B. die holländischen Tomaten kannst nur dazu benutzen um der politischen Prominenz auf dem Römerberg ein paar Farbtupfer zu spendieren, so kommt wenigstens ein wenig Farbe in ihren politischen Alltag. Aber diese Tomaten als Beigabe, als tomatensalatomatensalato- (bitte weitersingen)? Gleiches mit den Gurken (dazu gibt es leider kein Kinderlied). Und holt man die Radieschen vom heimischen Markt, dann kosten die zwar mehr als bei Rewe, aber die sind dann wirklich scharf wie Nachbars Lumpi, nicht die Geschichte einer wässrigen roten Knolle die nach nix schmeckt. Einzig vielleicht die Milchprodukte vom Nachbar noch in Ordnung sind, wobei da die Löcher im Käse auch nicht mehr das sind was sie mal waren. Dröpje vor Dröpje Qualität - das war früher mal. Gedopte Kühe allerorten, nicht nur beim Nachbar. Welche Kuh schafft schon 45 Liter täglich Milch zu produzieren, ohne daß Mensch sie tiefer legt und aufbohrt? Der armen Sau ergeht es ja nicht anders. Geteiltes Leid ist halbes Leid, mag man der Kuh dann ins Turbofutter mitzugeben und ihr den Hinweis reichen, daß sie im nächsten Leben in Neuseeland weiden darf. Aber.. Rippchen mit Kraut kann auch anders sich ausgehen.

Es regnet ja Binsen in Frankfurt, was ja gut für die Bäume ist, denn die verlieren schon die Blätter und so manch städtisches Straßengewächs steht rappeldörr vertrocknet am Straßenrand. War ich im Keller, kleine Kiste hochgeholt mit vielen Silberlingen darin, denn heute steht auf dem Speiseplan der Bunkercrew: Rippchen, allerdings ohne Kraut, denn das mit dem Kraut ist ja nun wirklich nix mehr. Kann Mama Düül und ihre Sauerkrautband aufspielen, lustig sein so viel sie wollen, es gibt nur noch wenige Tage in meinem Dasein, wo es mich an ihren Tisch zieht. Und auf den Nachtisch mit Kirsche, Erdbeere und Banane von Hugo Egon Balder heute abend, verzichte ich auch liebend gerne. Können’s den Sonnenaufgang von den Nachbarn auf Platz 1 setzen, es wird eher dunkel im Bunker bei dieser Art Kindheitstraumabewältigung. Nee neee :7 alles so ungeil was da Welt einem an einen Tag wo es Binsen regnet, reicht. Mal schauen was die Kellerkiste so hergibt. Der Composthaufen der da rauslugt, ist schon mal so verkehrt nicht.


Verfaßt unter…
Zeit: 90 min.
Getränke: Kaffee mit viel Milch
Verzehr: Honigpops
Musik: musikexpress #47 - Compost Records

Tags: Apfelwein, Frankfurt, Garten, Oberrad, Römer

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3 Kommentare zu “Rippchen mit Kraut”

  1. Amsterdammer


    Samstag, 9.August 2008 11:21
    Gravatar of Amsterdammer 1

    Muss ich jetzt verteidigen, was Holländer alles verbrochen haben? Ich denk’ nicht dran *gg* .
    Auch Samen kaufen und selber züchten ist Käse, Holländer haben da das Monopol, gilt auch für Tomaten aus Spanien oder Italien. Aber für Deinen Römerberg da empfehle ich die rot-gelb-grüne Variante, für jeden Fall einsetzbar… 8)
    Den Käseloch-Exportschlager Nr. 1 isst hier niemand, schütteln sich die Holländer nur, sagens nur “Typisch, Moffen fressen auch alles.”
    Aber Dein Bild da oben von Frau Antje ist klasse, das ist wohl die erste, die Frau Antje spielte, die ist damals wegen Drogenhandel (noch so’n Exportschlager, hé) verhaftet und aus allen Dokumenten entfernt worden. (Gab damals noch kein Internet, Google gibt nix her, musst mir halt glauben jetzt).

    Und klick
    :friend:

  2. Amsterdammer


    Samstag, 9.August 2008 12:42
    Gravatar of Amsterdammer 2

    Oops, schon ausverkauft die dreifarbige Tomate auf Ebay, wahrscheinlich durch Herrn Clement, bevor Frau Ypsilanti zugreifen konnte.
    Hier ein unverkäufliches Exemplar ^^


  3. Samstag, 9.August 2008 23:22
    Gravatar of rü 3

    Was würde Hessen/Frankfurt nur ohne dich machen %)