Rot(h) macht geil


Nicht schwarz, weit gefehlt. Auch nicht grün oder gelb. Rote Strapse sind es. Erotic. Sagt doch schon das Wörtchen, oder nicht? Und die Pisa-Studien erzählten ja, die hellsten Köpfe haben wir nicht im Land, auch als Nachwuchs bekannt, die mal die Geschicke dieses Landes lenken sollen. Studenten sind im Durchschnitt erst mit 27 Jahren reif für den Arbeitsprozeß. Das sind 21 Jahre Schulbank – die soziale Schmarotzerhängematte schlechthin. Man weiß ja, daß sie danach dann ins Ausland abwandern. Viel kann man da nicht verlangen, geschweige denn erwarten. Dauert eben alles seine Zeit.

Aber die Kommunalwahl steht an. Wie bekommt man nun die jungen Wähler an die Urne? Wie überzeugt man sie, ohne sie dumm anzusprechen? Über eindeutige Botschaften. Und das funktioniert immer über die erogenen Zonen. Zu gut deutsch: über Sex. Wird das angesprochen, was sich unter der Gürtellinie befindet, sind selbst die dümmsten die hellsten Köpfe.
In Frankfurter Kinos treibt es momentan eine Politkuh recht bunt - in roten Strapsen. Mit andersfarbigen Dessous (schwarz, grün) zeigt der Stier keine Regung - Hängepartie. Aber die roten Strapse, die letztendlich der Kuh nette Stunden in Aussicht stellen, haben nicht nur das Blut des Stieres in Wallung gebracht…

Ein Aufschrei.

Geschmacklos. Sexistisch. Frauenfeindlich.

So tönt es im Frankfurter Rundum. Das paßt zur momentanen „nur-nicht-irgendwo-anecken-Zensur“ der sogenannten präsentierenden Kunstszene. Man kann ja verstehen, daß Politiker andersfarbiger Parteien am liebsten schreien würden:“ Ich bin auch geil.“ Denn schwarz animiert nicht weniger an, Frau oder Kuh zu bespringen. Kann man im Frankfurter Bahnhofsviertel bewundern. Ob Leder, ob Seidendessous – schwarz rockt, ist dominierend. Sexistisch, frauenfeindlich?
Regt sich einer noch über die Seite 1 einer Boulevardzeitung auf? Ist mir jedenfalls nicht bekannt. Hat jemand gerufen, gar protestiert, als Alice in Frankfurt ihren Auftritt hatte? Wer stand da im Mittelpunkt und hat zum umsteigen auf einen anderes Teledienstleistungsunternehmen animiert? Die DSL-Technik in mannshohen Buchstaben oder nicht doch die „Lady in red“?

Nepper, Schlepper, Bauernfänger.

Und die Kuh in roten Strapsen stinkt nicht nur nach Nepp. Das dürfte ein sehr einseitiges Vergnügen werden. Aber der Männer Hirn erreicht man oftmals nur über die Hose und man weiß auch, daß unterhalb der Gürtellinie der angesprochenen Zielgruppe der Verstand dann oft aussetzt. Das ist bekannt. Ob nun pubertierende Boys im wahlfähigen Alter auf die Kuh in roten Strapsen reinfallen? Ob die Botschaft aus den Kinos auch das Frankfurter Rotlichtviertel erreicht? Schwarzgekleidete Dominas, ebenso die “Black Power Dessous”-Abteilungen der Boutiquen, sind nun gefordert. Und bitte keine Bauernfängerei mehr an den einschlägigen Bars. “Rot” versprechen, aber in “schwarz” zur Tat schreiten. Trauerspiele für ‘ne Euro sind nun definitiv out. Aber wetten, daß diese Kuh im April mit schwarzen Netzstrümpfen auf der grünen Weide zu bewundern sein wird? Auf dem “Franfurter Hof” hat nämlich immer noch Bäurin Petra Roth das Sagen. Und eine alte Frankfurter Umlandweisheit besagt: Wenn die Bäurin ihre Messer wetzt, die Kuh um ihr Leben hetzt.

Wie auch immer alles ausgeht – hier nun der Spot(t). Und Appetit holen darf mann/frau sich ja wohl noch; gegessen wird allerdings brav zuhause. S.i.T.

Tags: Dessous, Hängematte, Petra Roth, Rotlichtviertel, Sex, Wahl

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