Weltkulturerbe - St. Bartholomäus
Die kath. Kirche und die CDU Frankfurt sind zwischen einem Tief und einem Hoch – ein kleines Sommerloch – auf die Idee gekommen, den Kaiserdom in Frankfurt (St. Bartholomäus) auf Weltkulturerbestatus abzuklopfen und falls alles paßt, diesen zu beantragen. Eine enorme Bedeutung für Frankfurt – sagen sie im Römer, in der CDU. Die Altstadt von Heidelberg nebst Schloß hat die Kriterien nicht erfüllen können…
Und nach den jüngsten Äußerungen von Papst Benedikt IVX., ist die Welt im Wörtchen Kulturerbe recht klein und eng – aus der Sicht des Trägers - definiert, schließlich ist es eine kath. Kirche, somit nicht mein Haus. Strenggenommen dürfte nun niemand mehr auf die Idee kommen, dieses Ansinnen weiterzuverfolgen, weil es kein Weltkulturerbe ist. Die Welt ist im Dom außen vor. Ich denke nicht, daß irgendein geistlicher Würdenträger der kath. Kirche zum Abschlußgottesdienst nach der Demo des 14. CSD in den Frankfurter Dom zu einer Messe einlädt. Die evangelischen Christen sind auch nun 2. Klasse, der Dom schon gar nicht ihr Gotteshaus… und obendrein ist er nicht mal Bischofsitz. Frankfurt gehört zum Bistum Limburg. Aus kath. Sicht ist das eine normale Kirche, zwar groß, aber die Unterschicht im Kirchenstatus der kath. Weltanschauung. Aus geschichtlicher Perspektive schon eine Kirche mit Bedeutung. Aber das war gestern. In der Paulskirche wird noch heute Geschichte geschrieben - im Kaiserdom St. Bartholomäus nicht.
Meine Erklärung für diesen Status ist ja der, die brauchen Geld, weil am Dom der Putz wieder runterbröckelt. Und wenn man so eine Plakette hat, gibt es Stütze. Der Dom ist ja mehr eingepackt, als er denn zu sehen ist. So paar Monate in einem Jahrzehnt ist dieses Bild einem gegönnt, wie momentan, aber in ein paar Monaten ist es wieder so weit - ein Gerüst wird aufgestellt, vielleicht wieder ein Megawerbeplakat als Zierde angeklammert und dann wird wieder für lange Zeit gespachtelt. Erhalten muß die Stadt/der Träger dieses Bauwerk sowieso, ob Weltkulturerbe oder nicht. Und ob die Plakette „Weltkulturerbe“ noch die Bedeutung hat, als zu Beginn der Einführung, sei mal dahingestellt. Und wenn sie aufgrund der Frankfurter Geschichte Karl den Großen anführen, den Bezug zum Dom herstellen, dann wissen wir, die aufgeklärten Menschen ohne rosarote kath. Brille, daß mit dem Namen Karl auch eine Blutspur quer durch Europa zu sehen ist - „Im Namen des Kreuzes…“ Unterwerfung, Beugehaft, Verschleppung und vieles andere, was bis zur Auflösung des „Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ im Namen der kath. Kirche stattfand. Von den heute gesetzlichen verbrieften Freiheiten keine Spur. Und bist du nicht willig, so brauche ich Gewalt – im Auftrag der römisch kath. Kirche, ausgehend vom Kaiserdom Frankfurt aus. Die Geschichte sollten die kath. Glaubensvertreter besser außen vor lassen, so viele Sündenfälle weißt nicht mal die Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums für Frankfurt auf, was sie in dieser Zeit anhäuften. Und ich darf das Kind beim Namen nennen, gehöre ich doch nicht ihrem Glauben an, der sich durch geschicktes Weglassen von Tatsächlichkeiten, in eine scheinheilige Welt (augenscheinlich) rettet.
Bleibt also nur das alte Gemäuer, das so alt nun auch nicht ist (Dombrand 1867, Zerstörung im 2. Weltkrieg, Innenrestaurierung 1992-1994) im Sommerloch steckend. Für Frankfurter hat der Dom eine Bedeutung, schon immer gehabt, dies muß nicht besonders herausgestellt werden durch eine Plakette. Aber darüber hinaus? Ob da nun nachträglich deponierte Reliquien (1994) den Ausschlag geben sollten, ist auch zu klären, denn der Reliquienkult der kath. Kirche hat schon seltsame Züge aufzuweisen und der Glaube läßt auch Leute über’s Wasser laufen. Interessanter dagegen ist doch die Tatsache, daß der Dom auf einer keltischen Siedlung steht, es aber den Germanenkult mit Wotan im Backpack in Frankfurt-Oberrad gibt. Aufklärung tut Not – in jeglicher Hinsicht.
Das war das Wort zum Sonntag aus Frankfurt für Frankfurter.
Quelle: Archiv Frankfurt (Hardware, kein Link möglich)
Aufhänger: FAZ und FR






