Winterwald
Wintereinbruch in Frankfurt - mit bis zu 23 Zentimetern Neuschnee fiel gestern, laut Wetterdienst Meteomedia, die höchste Tagesmenge seit Februar 1991. Das fing gegen 12’30h an und endete so gegen 17’00h. In manchen Regionen Deutschlands nichts Außergewöhnliches. Aber im Frankfurter Raum schon etwas besonderes. Meistens ist es eine Mischung aus Regen und Schnee, was vom Himmel sich auf Land und Leute niederläßt. Und wenn mal Schnee, dann nur für eine kurze Zeitspanne. Kurz danach wird die weiße Schneepracht vom matschigen Schneegrau abgelöst. Nicht so gestern. Der Schnee blieb liegen.
Meine Mutter schaute immer wieder besorgt aus dem Fenster, weil meine Wenigkeit ja noch heimwärts mußte. Mein Weg zu ihr führt durch den Frankfurter Stadtwald. Und der Wald ist ja gefährlich, liest man ja immer wieder, nun auch noch Schnee und nicht gerade wenig… Mütter sind nun mal so. „Mutter, das ist nur Schnee“ versuchte ich sie zu beruhigen. „Kannst du denn nicht einen anderen Weg nehmen?“ „Da liegt auch Schnee und der Weg ist viel weiter…“
Auf den Bäumen lag dick der Schnee. Knöcheltief eingesunken stapfte ich den Weg entlang nach hause durch den Frankfurter Stadtwald. Kein Mensch weit und breit, keine Jogger, keine lärmenden Nordic Walking-Aktivisten, nur meine Wenigkeit eine Spur ziehend im Wald und jene, die darin noch wohnen. Ich muß weit zurückdenken, um mir jene Bilder ins Gedächtnis zurückzurufen, die jenes Gefühl der Schönheit vermittelten, wie ich sie in diesem Moment wieder empfand.
Es interessiert dann nicht, daß weit über 100 Flüge auf Rhein-Main gestrichen wurden, Blechschäden allerorten und Frankfurt im Chaos versank.
Der Winterwald hat mir wieder seinen Zauber gezeigt. S.i.T.
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