Wohnzimmerbeleuchtung


Ich wollte ja erst nicht darüber schreiben, tue es aber nun doch, weil sonst die Leute denken, allen voran unser Fürst: Der merkt nix, mir habbe gewonne. Ein Schreihals weniger.

Von wegen. :7

Man kann ja von den Leut’ aus Offenbach denken was man will, aber eines muß man ihnen zugestehen, die wisse wo der Has’ langläuft, deswegen binne sie die Staa auch an. Die Offenbacher Leut’ mit ihrem Bürgermeister sind schon auf dem Klageweg vor Gericht gegen den Fürst gewesen, da hat der Rest in Hessen noch an die Worte des Fürsten in Sachen Nachtflüge/Flughafenausbau geglaubt, überlegt, wie man nun das mit dem Lärm hinbekommt. Soll ja sowas wie ein Handel geben, wie bei den Grünen in Wiesbaden. Man darf für 19€ abheben, wenn man 3€ in die Spendenkasse eines Vereins legt, der für saubere Luft und sowas ist. Wahrscheinlich fliegen die hinterher und machen dann sauber. So soll das mit dem Lärm wg. des Flughafenausbaus in etwa aussehen. Weil in Eschborn nur drei Flugzeuge mehr zu sehen sind, bekommt Offenbach Rosenhöhe pro Flieger vieleicht 10€ Lärmschutzausgleich, oder wie sie das nennen, von Eschborn. Dann haben die Leute in Offenbach Rosenhöhe ein erträglichen Lärmpegel und Eschborn tut auch was gutes. Man kann nicht sagen, die Leut’ aus Eschborn wären dann von dem Ausbau nicht betroffen.

Jetzt hat aber der Fürst so nebenbei auf seiner Webseite geschrieben: Keine Nachtflüge? Wer sowas denkt, der ist mit dem Kopf in der Wand stecken geblieben. Amerika braucht uns in der Nacht, am Tag… besonders aber in der Nacht. Obwohl er Stein und Bein geschworen hat, keine Nachtflüge, nur Notflüge in der Nacht - hat er freiwillig erzählt. Brutalstmöglichstes Hintergehen eines Volkes. Koch kocht… steht nun überall in den Gassen auf Wände gemalt, mit Bildchen vom Fürsten. Der Koch kocht sein eigenes Süppchen, da habbe die Leut’ schon recht. Von wegen Amerika braucht uns in der Nacht. Das ist sein Kumpel von der Lufthansa, der ihm in den Ohren gelegen hat. Wenn es die Lufthansa nicht gäbe, wäre es über dem Frankfurter Stadtwald nur halb so laut, würden die Eschborner Leut denken, es gäbe kein Flughafen in Frankfurt, müssen nach Hahn pilgern, wenn sie Fliegerchen sehen wollen. Die Lufthansa ist die einzige Fluglinie die schon anfängt vor der Rosenhöhe in Offenbach zum gekrümmten Landeanflug in Kelsterbach anzusetzen. Wahrscheinlich sind die Piloten der Lufthansa auch nicht mehr das, was sie mal waren. Von wegen Adleraugen und so. Wahrscheinlich landen sie nach einer ausgeklügelten Weiherzählungsmethode: “Buchrainweiher, Maunzenweiher, Jakobiweiher… Karl, du mußt tiefer… ich seh des Gewürm hinter der Oberschweinstiege net. Mir müßte doch gleich doo sei.”

Das ist nicht zum lachen. Das ist so. Und wegen der Lufthansa wird es auch mal eine spezielle Maus in der Frankfurter/Offenbacher Region geben. Die gibt es dann nur bei uns, noch schutzbedürftiger als die fliegenden Kollegen der Maus in Dresden, weswegen es da Alarm wg. eine Brücke gab. Irgendwann hat die Evolution im Hurtig-Schnell.-Verfahren der Maus im Frankfurter Wald so Abblendfolien um die Augen spendiert. Wie bei dem einen neuen Auto. Sonne kommt, Scheibe verdunkelt sich, wird was runtergefahren, Sonne blendet nicht mehr, verschwindet fast das Dach und ein außergewöhnlicher Rundumblick erfreut den Autofahrer. Sowas bekommt die Maus von der Evolution auch, weil die Lufthansa der Maus nachts bis ins Wohnzimmer leuchtet. Das mag man nicht glauben, ist aber so. Als ich mit dem Bangladesh-Rad unterwegs war, habe ich das gesehen. Lufthansa setzt zum Landeanflug an, sieht man sogar in der Nacht im Wald welche Seite vom Zigarettenblättchen man wie halten muß, damit die Zigarette eine Zigarette wird - wo muß ich wie nun lecken? Und zw. Jakobiweiher und Buchrainweiher gilt es eine Staße zu überqueren. Darüber geht eine Brücke. Auf die kommt man nur, wenn man auf der jeweiligen Seite durch ein Holzgatter fährt. Gatter auf, dann Brücke, Gatter auf, weiter im Wald… So ungefähr. Nur nachts sieht man diese Gatter nicht, da keine Beleuchtung dort ist - logisch. Und ohne Ortskenntisse hängt man dann am Gatter und das Gefährt hat ein Achter. Es rollt ja auch schön brückab… Aber man muß nur warten, bis die Piloten der Lufthansa zum Weiher-zählen-Landeanflug ansetzen, dann sieht man das Gatter schon von der Brücke aus. Da kommt die Funzel des Bangladesh-Rades nicht mit. Die leuchtet ja nur hell und weit wenn man schnell fährt, aber da hängt man schon am Gatter - ohne Ortskenntnisse. Die Lufthansa leuchtet den ganzen Wald aus, macht keine andere Fluglinie. Am Luxpegel, der Anzahl der Lichterchen die die haben, sind die schon vor der Rosenhöhe auszumachen. Das sieht ein Frankfurter am Jacobiweiher - Lufthansa kommt. Die Maus weiß das sowieso(so) - dank Lufhansa hat sie Wohnzimmervollbeleuchtung im Wald, dafür ist ihr Intimleben im Eimer. So eine Ausleuchtung bekommt nicht mal Hartz IV genehmigt. Und dank der Taktfrequenz, kann Maus anfangen neue Wurmfangtechniken auszuknobeln. Diese Taktfrequenz bekommt nicht mal die Bahn AG am Hauptbahhof mit der S-Bahn hin, die heute schon über den Weihern im Frankfurter Stadtwald bei den 19€-Fliegen auszumachen ist.

Naja, jetzt gilt es aber erstmal dem Fürsten dermaßen in die Suppe zu spucken, daß er nakisch nach Berlin flüchtet. Sollen die Bundesbürger mit dem Lügenbold klarkommen, wir in Hessen haben die Schnauze gestrichen voll von dem.


Verfaßt unter…
Getränke: Kaffee
Verzehr: Schwarzwälder Kirschtorte
Musik: Freezone 7

Tags: Apfel, Apfelwein, Fürst Roland, Fledermaus, Frankfurt, Hessen, Offenbach, Stadtwald

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