68er-Feeling
“What´s left?”, fragt die Frankfurter Rundschau. Gute Frage. Deswegen ist man von der Frage “What´s right?” dann so weit nicht mehr entfernt. Gruselige Zeiten kommen auf uns zu und endlich, endlich stehen sie wieder im Mittelpunkt - die “68er”. Es ist Jubilee-Zeit, 40 Jahre “68er”. Wobei unter uns gesagt, im Mittelpunkt standen sie die ganzen letzten 10 Jahre und noch länger, seit Gerhard Schröder den Kanzler der Einheit, Helmut Kohl, abgelöst hat. Auch Joseph Fischer zählt zu den “68ern”, Frau Westerwelle nicht, obwohl er/sie/es schon jede Menge darüber erzählen kann, was war, was nicht. Erinnern wir uns doch zaghaft an die Diskussion: “Joseph und die Terroristin“. Vom linken Straßenkämpfer, über den Pflaster(strand)maler zum grünen Demokrat, der schlappekickend aus dem Ostpark mit dem Statement seine Karriere in der Politik beendetet: “Schreiben sie hin, Fischer ist schuldig, fertig.”
What´s left? Die “68er”? Einfache Geschichte:
Es kommt ja alles nicht von ungefähr. Ein Blick in die FR (Frankfurter Rundschau) und der Seufzer folgt: Nicht schon wieder. Zugegeben, die FR kostet den 68er noch den letzten Nerv mit ihren Themen. Und wenn es nach den 68ern ginge, dürfte die schreibende Zunft der FR nur das niederschreiben, was von den 68er abgesegnet wird. Das kann man im Blog bei Bronski oder aus den veröffentlichten Leserbriefen erlesen. Von Verfälschungen, Unterschlagungen bis hin zur Verherrlichung jener Zeit ist dann alles vertreten. Ein mühsig Thema, 40 Jahre später damit aus der hintersten Wohnzimmerecke anzukommen. Dabei braucht man gar nicht so weit zurückzublicken.
Das “68er”-Feeling können wir heute in allen Bereichen des Alltags ausleben. Ob das der verschnarchte Hessische Rundfunk ist - Gib mir das Gefühl zurück -, das soziale Netzwerk des Sozialdemokrat Gerhard Schröder, oder die tolle Schulpolitik Hessens unter SPD/Bündnis 90/Die Grünen, nicht zu vergessen die Farbenlehre Schwarz/Grün in Frankfurt. Überall ist der Geist der “68er” anzutreffen. Jetzt gibt es ja neben dieser öffentlichen 68er-Version, auch die des Volkes, also das, was einem links herumum, hinter der Straßenecke begegnet ist. “68er”-Spießbürgertum. Das ist in etwa so: 200.000 bundesrepublikanische Bürger demonstrieren verteilt auf viele Örtlichkeiten und heute waren alle dabei - ab Jahrgang 1945. Auch die, die im Vogelsberg gesessen haben, für die Marburg schon eine Weltreise, ein Besuch im Zoo Frankfurt gar vorher eine Rast beim Friseur wert war.
Und schaut man heute sich die “68er”-Gestalten an… Da ist nichts mehr übrig an Werte geblieben, weswegen man angeblich auf die Straße ging. Das ist alles vorbei und es ist so wie früher, wie bei der Generation vor den “68ern”, wo alles früher besser war. Was erleben wir heute? Ausgrenzung. Selber ausgegrenzt worden, die Predigt der Minderheiten gehalten und 40 Jahre später auf allen Kanälen: “Mit denen reden wir nicht, unakzeptabel.” Nicht anders es früher, wo alles besser war. Es wiederholt sich alles.
Ich glaube denen ja kein Wort, die da von der “68er”-Zeit schwärmen. Zu jene Zeit gab es ja auch den “Hexentanz” an den Universitäten, paar Jahre später haben sie sich durch den Ashram gevögelt (O-Ton eines Swami), es gab die “Sonnenfreunde”, Gitterstäbe an Fenstern für 12-jährige, das Lustobjekt Frau und vieles mehr, was heute alles nicht wahr ist.
Ich bin ja nur froh, daß ich kein “68er” bin, nicht mit denen in eine Schublade gesteckt werde. Ich habe mit meiner Generation genug zu tun, denn die ist genauso verschnarcht wir die “68er”, obwohl sie es besser vorleben müßte. Ich bekomme da Pickel, wenn ich mir jene anschaue und dann überlege, ich müßte mit ihnen an einem Tisch speisen. Neeneee…
Aber heute sind ja schon die 30jährigen verschnarcht - global gesehen -, war früher doch alles besser. Oder noch besser, man geht ins Web 2.0 wo der Zeitgeist pulsiert. Ich hoffe ja für alle, daß es das noch ganz lange gibt, alle den Mann/die Frau ihrer Träume ervoten können.
“Hast du ein Sixpack”
“Nein.”
“Hm… schade.”
“Du?”
“Nein.”
“Dann mal ran, dann darfst auspacken.”
Kein tolles Ende, klappt nicht immer. Geh’ ich halt zum Friseur, hernach den Zeitsprung üben (den konnte ich mal gut) jump to the left… und bewerfe alle mit klebrigen, klumprigen Unterschichtreis. (Ritual aus The Rocky Horror Picture Show)
Link: Falls Sie eine Geschichte aus dieser Zeit haben, die Frankfurter Rundschau bietet Ihnen ein Zimmerchen an, wo Sie sich alles von der Seele erzählen können
[Link]
Verfaßt unter…
Zeit: knapp 2 Std.
Getränke: Kaffee
Verzehr: Schulte’s Hausgebackenes (Hausgemachte Fabrikplätzchen)
Musik: Jukebox (Oldies but Goldies)
Lust zu stöbern?







Dienstag, 12.Februar 2008 09:0068-iger Nostalgie
“Hast Du ne Polaroid?”
“Ja”
“Klasse, gib mal”
“Bitte”
“Danke”
“Hast auch ‘nen Film”
“Nein”
“Warum nicht”
“Gibts nicht mehr”
Dienstag, 12.Februar 2008 11:15*ihn anschaut* Du mußt dir so ‘ne Foto zulegen, brauchst nicht trockenwedeln, kannst Poster von dem geknipsten draus machen oder Filmchen.
Ich müßte irgendwo so ‘ne Bildchen haben, von so ner Polaroid. Hast du so eine gehabt? Ich net, dafür hatte ich Rollschuhe, große Klicker (die Guten aus Glas, wo so schön geschimmert haben) und zerschrammelte Knie.