Vor vielleicht zwei Wochen hat nicht nur die Frankfurter Rundschau die Abwrackprämie auf einer Doppelseite gefeiert. Ganz viel CO2 und noch mehr Sprit wird eingespart, die Abwrackprämie ein voller Erfolg, quasi der ökonomischste Schritt seit Erfindung des Autos. Heute titelt die FR:
Autohersteller täuschen Verbraucher Falsche Daten mit System

Es sind aber genau diese Daten mit denen vor zwei Wochen auf einer Doppelseite in der FR die staatliche Subvention gefeiert, Sigmar Gabriel (SPD) ein Silbertablett für den Wahlkampf gereicht wurde. Und diese Art der Deklarierung seitens der Hersteller ist seit langem bekannt. Selbst ich als Nicht-PKW-Besitzer weiß das. Wer mist mist Mist. Und da frage ich mich als Blogger, haben die Schreiberlinge der FR keinen eigenen Kopf, können nicht zusammenzählen oder warum häufen sich die Ansammlungen an Gute Nacht-Geschichten aus Märchen aus eintausendundzwei Nächten in einer Tageszeitung? Eine Zeitung will gefüllt werden, das ist mir auch klar. Deswegen sehe ich ja auch großzügig darüber hinweg, wenn um eine ein-Zeilen-Meldung ein riesen Popanz drumherum gemacht wird. Das fängt dann so an wie in einem Märchenbuch, der Redakteur saß dann sogar am Küchentisch.

Bei der SPD-Kundgebung liest sich das so:

Während ein japanisches Touristen-Paar unbeeindruckt an den Souvenir-Ständen vor der Fachwerk-Ostzeile stöbert, rollt die SPD die Routine einer Kundgebung ab: Kandidaten werden auf der Bühne interviewt, “Arsch hoch!”, ruft einer aus dem Main-Kinzig-Kreis. Beifall…. 2000 sind es vielleicht, die sich auf dem Platz versammelt haben. Das japanische Ehepaar zieht ohne Kauf von dannen. “Wir werden es schaffen!”, ruft Steinmeier. Großes Hallo.

Der ganze Artikel ein Zeichen dafür, da mußte jemand was schreiben, Platz auffüllen, hatte aber keinen Bock. Das sieht man sofort. Es gibt aber auch Redakteure die sind noch besser.
In Sachen Bild zum Text ist auch hier und da Skurriles auszumachen. Unter der Überschrift: Langer Todeskampf nach Würgen zeigt die FR ein Paar Damenstiefel. Bilduntertitel: Stiefel einer Prostituierten. Mal davon abgesehen, daß dieses Paar Stiefel jede Frau anziehen kann, fehlt der Bezug TextBild. Wahrscheinlich muß es was Klischeehaftes sein, damit die Prostituierte im Geiste des Betrachters aufersteht. Und besser irgendein Bild, als gar kein Bild. Das hat auch der User “Frankfurter Rundschau”, hinter dem die ganze Redaktion der Frankfurter Rundschau sich versteckt, in einem Beitrag auf fr-stadtmenschen von sich gegeben. Ein Bild, dann fließt der Text richtig gut, wird der Beitrag auch gelesen. Irgendwo hat er ja Recht, aber besser kein Bild, als dann solch eine Illustration, die zu dem Text an den Haaren herbeigezogen wurde, völlig entfremdet im Raum stehen bleibt. Hier und da findet man diese Art der Bebilderung auch hier im Blog, vor allem in älteren Beiträgen, nur nicht ganz so Banane. Mittlerweile bleibe ich dabei – keine Idee, kein Bild.

Es ist mir natürlich auch klar, daß nicht jeder Tag wie der andere ist, manchmal es besser ist die Tastatur nicht zu bedienen. Dann entsteht hier auch kein Beitrag. Ein Schreiberling einer Zeitung, in diesem Fall der FR, hat diesen Luxus nicht. Ich in einer anderen Zeit auch nicht. Mein Chefredakteur wollte Texte haben, die Musikzeitschrift auffüllen, hat sich auf mich verlassen. Szene-News, also diese Art Text wie jener der SPD-Kundgebung mit Walter Steinmeier, sind von mir aber nicht gekommen. Regenbogenpresse, Märchen aus eintausendundzwei Nächten. Beispiel: DJ Taucher im Nachthemd auf der Konstablerwache beim Set. Kann man was draus machen, dies und jenes hinzudichten, gar ein Modetrend in der Szene ausmachen – die Müllabfuhrarbeitskleidung war es auch mal, Hauptsache orange. Man kann aber auch vom Leder und den ganzen Mummenschanz durch den Kakao ziehen. Ein Nestbeschmutzer ist dann zugange, der einzig dem Leser verpflichtet ist und niemand anderem. ;-)

Leider vergessen das viele Schreiberlinge, stellen oftmals sich in den Mittelpunkt oder schreiben um der Buchstaben willen irgendwas zusammen, damit der Platz aufgefüllt wird. Widersprüche sind dann an der Tagesordnung, eine Identifikation mit einem Medium nur schwer möglich. Und leider vergessen auch viele Leser, daß auch sie mündig sind, das gereichte Wort nicht der Wahrheit letzter Schluß ist. Im Falle der Frankfurter Rundschau bleibt nur: Immer gugge, immer horsche, nichts 1:1 in das Meinungswissen für ausufernde Diskussionsrunden übernehmen. Vor allen nicht bei Fach- und Sachthemen.


Verfaßt unter…
Zeit: 65 min
Getränke: Kaffee
Verzehr: —
Musik: foobar2000-Würfelmodus (Genre: Drum ‘n’ Bass)
mal gucken, ob ich was schickes aus dem Fundus für euch finde



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