Braune Rattenfänger
Der Direktor des Landesamts für Verfassungsschutz, Alexander Eisvogel, hat am Mittwoch während einer Anhörung des Innenausschusses des Landtages in Wiesbaden folgendes verlautbart:
Wir, der Verfassungsschutz, sehen einen steigenden Einfluß der NPD auf Jugendliche”
Und aus diesem Grund warnt der Verfassungsschutz vor zunehmenden Aktivitäten der rechtsextremen NPD. An Mitgliederzahlen haben sie noch nicht allzuviel vorzuweisen, aber an Effizienz haben sie deutlich zugelegt. Das konnte man hier im Frankfurter Blog schon vor über einem Jahr lesen. Sie gehen in die Schulen und holen sich die Schutzlosen der Gesellschaft - die Kinder. Derweil man in Berlin und Wiesbaden die Muslime als den Krotzen der Welt ausmacht und obendrein nun den Rechtsstaat aushebelt. Ist nur blöde, wenn Heinz mit Karl die Socken und Miderware tauscht, dann schnüfftelt’s sich recht chaotisch hinter Hundenasen.
Hinterher ist man immer schlauer oder sollte es zumindest sein. Daß die Geschichte mit den Deutsch-Muslimen nicht das Gelbe vom Ei ist, liegt auf der Hand. Aber etwas wirklich Brauchbares ist bis heute nicht bei den intensiven Beratungen herumgekommen - trotz Ausländerbeirat, trotz Gipfeltreffen, und und und. Der Grund ist einfach: Weil es wirklich niemanden interessiert und niemand der politisch Verantwortlichen jeden Tag das Migrantenleben vor Augen hat. Stattdessen wird politische Hetze von oben diktiert und ganz unten formiert sich die braune Brut. Die besten Argumente bekommen sie von der politischen Bühne zugespielt. Und die Empfänger sind die, die nur eine Stufe über den Migranten stehen - gesellschaftlich gesehen. Ebenfalls ohne Perspektive, Gleichgültigkeit des Elternhauses/der Gesellschaft ihnen gegenüber, und und und.
Die Baader-Meinhoff-Abgesandten sind auch durch Hessen gezogen, haben sich die Jugendliche geangelt, die recht frustiert und ohne Sinn nach dem Sein in der Ecke rumgelungerten. Etwas später ging das Rollkomando von Frankfurt aus los… Auf die mahnenden Worte der damals Verantwortlichen in den Bezirken für die Jugendarbeit, hat auch niemand gehört. Ihnen hat man die gesellschaflichen Problemfälle mit der Aufforderung zugeschoben: “Macht mal und biegt sie brauchbar für die Gesellschaft zurecht.”
Ich glaube schon, daß es dem Direktor des Landesamts für Verfassungsschutz, Alexander Eisvogel, bitterernst ist, dies nicht nur eine Meldung seines Hauses ist, um die Existens seines Hauses zu rechtfertigen. Aber ich glaube nicht, daß seine Worte in Wiesbaden oder Berlin irgendwen wirklich ernsthaft interessieren (”Aber laßt uns darüber reden…”). Erst dann, wenn der Hitlergruß im hessischen Landtag, wie andereswo in deutschen Landtagen, zu hören ist, aber dann, dann ist’s zu spät.
Quelle: Fankfurter Rundschau
Tags: Baader-Meinhoff, Kinder, NPD






