Europe


Nun feiert Europa 50jähriges Bestehen als Einheit - von den römischen Verträgen bis heute. Und von gewissen politischen Begebenheiten abgesehen, bin ich gerne Europäer. Ein Europäer aus Frankfurt. Darauf lege ich wert. Mit ‘nem Fulder Löffel (sind die Leute aus Fulda) will ich nicht in einem Atemzug genannt werden. Und wir Frankfurter sind wie Amsterdam immer vornweg, was Europa betrifft. Berlin/München ist auch heute noch weit von unserm Frankfurter Status entfernt, mal von der hardcore-Muslime-Integration abgesehen (Stichworte: Koran/Theo van Gogh/deutscher sein als die Deutschen). Dennoch - Wünsche bleiben.

So wie es ist, ist es zwar schon ok, aber das geht noch viel besser. Den Bürokratismus aus Brüssel ausgelassen, wäre es wünschenswert, daß so englische Quertreiber überstimmt werden können.
Eine echte Marktwirtschaft, ohne Subvensionszugaben oder den praktizierten subvensionierten Lobbyausbau, sollte auch möglich sein. Und vor allem eine europäische Verfassung muß her und die gilt - für alle, ob nun Nationalist aus der Türkei oder Nazi aus der pommerschen Stube. Ein Schritt neben der europäischen Verfassung und ab auf ein Schiff.
Davon hat Europa zu Beginn fünf Stück. Die hat Europa bei der Hyundai Group bauen lassen - die größten Containerschiffe der Welt aus der größten Werft der Welt. Und da kommen so Europäer rein, die meinen sie müßten Europa mit dem Hintern blank wischen. Da kann sich auch ein Pfarrer wiederfinden, wenn er meint über das Gesetz hinweg den Belzebub austreiben zu wollen. Dafür zuständig ist Europol und da hilft dem Pfarrer auch nicht seine Ortskenntnisse auf der politischen Schutzebene. Und diese Schiffe tuckern auf dem Meer herum, werden versorgt von kleinen Schiffen und sind dort Jahre unterwegs, sehen vielleicht in der Ferne mal Land.
Der Vorteil ist, daß koranische Gesetz gilt nicht, ebenso wie die Bibel und anderes. Will wer nach dem Gesetz der Bibel leben, muß er nach Amerika. Will wer nach dem Gesetz des Koran leben, in den Iran. Punkt. So werden alle Menschen glücklich in Europa. Und die kleine Ilene kann auf Klassenfahrt mitfahren, kann dennoch fünf Mal am Tag beten wie ihr Bruder auch, der die Moschee leitet und die kleine Ilene nicht in ihren europäisch zugesichterten Freiheiten einschränkt. Mir dem deutschen Gesetz funktioniert das nicht, vielleicht aber mit der europäischen Vorlage. Und wenn wer kommt und die Beiden wegen ihren Glauben transaliert, der bekommt einen Freiflug in den Iran und wird einfach luftig entsorgt. Das macht Europa dann hoch über den Wolken, damit der Iran nix sieht, kein Veto einlegt und somit denkt, das sind ungläubige Spitzel. Die werden dann gesteinigt, vorher aber noch der Meute vorgeführt. Aber sie können und haben ja das Recht bei der UNO-Menschenrechtskommission Beschwerde einzulegen.
Was wäre noch wünschenswert für Europa? Vielleicht einer für alle, alle für einen? Unabhängig davon, ob Europa eine Europe Force bekommt, nicht nur das Verhalten der Bundeswehr gegenüber den Freunden am Hindukusch ist oberpeinlich. Wenn, dann richtig oder gar nicht. Wenn ich mich melde, dann mit allen Folgen und wenn ich das nicht will, dann melde ich mich auch nicht. Fertig. Weiß jeder woran er ist. Und wenn etwas beschlossen ist, dann gilt das - ohne wenn und aber. Die Geschichte mit dem Irak ist nicht sonderlich glücklich verlaufen. Der Nachbar erobert mit 500 Soldaten den Irak, stellt sich auf die Seite Amerikas, aber die eigene Wirtschaft marode bis dorthinaus, zeigt Europa den Rücken… aber dann wieder von Europa haben wollen. Jetzt kriegen’s Rakenschild von Amerika, als dankeschön. So wird das jedenfalls nichts mit Europa.
Wünschen würde ich mir auch einen europäischen Feiertag, wo wir alle in Europa gemeinsam feiern. So nach den Visionen von André Heller. “Tag der Deutschen Einheit” geben wir dafür ab. Den kann man ja so in den Kalender reinschreiben und wer den feiern will, nimmt an diesem Tag Urlaub. Die Glaubensfeiertage werden überall abgeschafft, dafür gibt es von Europa fünf gesetzlich festschriebene Urlaubstage mehr. Die kann sich jeder selbst einteilen und so wird jeder Glaube gleichgewichtig überall gleich behandelt. Was jeder einzelne daraus macht, seine Sache. Ob Grieche oder Deutscher, Europa gibt ihnen den freien Tag für die Kultur/den Glauben, egal wo sie in Europa sind und ob das eine Fest eine Woche früher beginnt als das Andere.
Dann wünsche ich mir allgemein weniger Gleichgültigkeit. Es ist ja traurig, daß hierzulande es kaum jemanden interessiert was vor seiner Türe passiert. Der letzte Mittwoch war für mich ein gesellschaftlicher Keulenschlag auf den Kopf. Egal ob Muslime, Nazis, Schule/Hauptschule, Unterschicht… der Mittwoch hat alles bestätigt was hier niedergeschrieben wurde. Das fing an mit nano ging über die Kulturzeit bis hin zu den Nachtnews. “Second Life” beschäftigt Gott und die Welt. Keine Zeitung mehr das Thema ausläßt. Seitenweise wird haarklein darüber berichtet, derweil Deutschland auf’m Hintern sitzt und “Deutschland sucht den Superstar” schaut.
So kann man nicht Europa gestalten. Und mit “Die machen sowieso was sie wollen” erreicht man auch nichts.

Also, ich wünsche mir, Deutschland würde wach werden, endlich mal aufstehen, Bambule machen, und den Brüdern/Schwestern in Berlin/Brüssel mitteilen: “So nicht.”

Und dann wünsche ich mir ein Europa, daß sich als Einheit der Globalisierung stellt.

Jo, das wünsche ich mir für Europa. Dann klappt es auch mit Ilene in der Grundschule, die 20 Jahre später unsere Enkel unterrichtet oder ihnen im Kindergarten Europa näherbringt - mit Gesang und Spiel aus Europa, mit oder ohne Kopftuch.

Tags: Amerika, Europa, Menschenrechte, Muslime, Nazi, Schule, Second Life, Unterschicht

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