Opferrolle


Wir, das einfache Volk, welches in naher Zukunft Lebensmittelmarken beim Amt abholen darf, es glückselig Petroleumlampen vom örtlichen Energieversorger auf Schein in der Stube aufstellen kann – sofern bezugsberechtigt -, sollte sich ein besseres Katastrophenmanagement zulegen. Und zwar so eines, das wenn eine Zahl gegenüber dem Vorjahr augenfällig vor dem Komma absinkt, das Politmanagement in Wiesbaden und Berlin nicht mehr zur Arbeit antreten will, weil sie wissen – heute brennt die Hütte, das geht sich nicht gut aus, wenn wir zur Arbeit gehen.

Eben ein Management auf die Beine stellen, ähnlich der Musikindustrie. Sie haben wieder geschaut, die Zahlen waren wieder nicht so gut, wie noch vor 10 Jahren, und schon sind die Seiten der wichtigsten Sprachorgane Deutschlands gefüllt, haben sie die Opferrolle eingenommen. Sie nagen am Hungertuch, wissen nicht mehr ein noch aus, und die bösen Buben/Mädels sind schon lange ausgemacht, sitzen zuhause am PC und verschieben ihre Bytesblöcke unverfroren hin und her.

Ich war mal so frei und habe einen Byteblock erstellt - 60,3 MB -, wollte wissen wer da einfach den Mercedesstern von der CD-Hülle abmontiert, der sie wieder so klagen läßt – wieder nur Kaviar zum Frühstück -, daß der Medienteil der FR wieder aufgefüllt ist.

Im Angebot: em:t 1197

Kennt hierzulande niemand und deswegen einiges an Buchstaben angeklebt:

em:t is a division of time recordings ltd. all tracks written & produced by the artist. this collection featured which have been spatially expanded using the Roland Sound Space 3-D sound imgaing system – square centre studios, nothingham, england.

In Kurzform als Datei: emt_1197_ sublabel_by_time_recordings_
feat.roland.sound.space-3D_from_england_underground-[rare_warez].rar

    In diesem Zusammenhang sei auf die radikale Kleinschreibform im Booklet hingewiesen (Ausnahme bei besagten Firmennamen), ist also keine Erfindung des Internets, gar ein kultiger Weblogslang oder wie auch immer. Das hat unter anderem diese Serie gekennzeichnet. Produktlinie, Philosophie, Artwork und Klangkünstler gehen da Hand in Hand einher. Da ist schon ein Unterschied auszumachen, zw. em:t und einem Gassenhauerweblog, wo nicht mal das kleine 1×1 des Designs beherrscht wird, aber erzählen von Layout, Artwork und was weiß ich alles. Jene laufen bei mir sowieso(so) unter: Sprechblasen des Web 2.0.

Zurück zu unserer Datei, die weder über Torrent noch eDonkey zu haben war. Und da man Kult nicht verscherbelt, deswegen auch ein Paßwort bei, welches von KeePass generiert wurde. Also solche Buchstabensuppe: (oë+??>W?lß0÷S?Óýv!¥. (typisch Stuttgart und Schwabenland *gg* )
Bisher hat sich nichts getan, kennt ja auch niemand.

Also mal die Suchmaschine angeworfen und was Aktuelles gesucht: 2Raumwohnung – 36°. Ganze vier Leutchen bieten es an – weltweit. Hier und da liegen die Dateien auch einzeln herum. Mal geschaut unter Doppelzimmer, ohne Einbauküche. Fehlanzeige.
Gut, nehmen wir den Star, den sogar das Journal Frankfurt kürzlich feierte: Paul van Dyk. Bei Paule, ein Weltstar, fängt es mit 10 Anbietern an – weltweit.
Und jetzt, weil morgen auf 3SAT die Geschichte von „The Doors“ gezeigt wird, The Doors angezapft: The Doors - Light My Fire.mp3 = 1222 Quellen, das Album „The Best of“ haben 12 Anbieter im Angebot. Wahrscheinlich muß ich mein em:t-Päckchen als „The Doors“ etikettieren, um es überhaupt loszuwerden.

Das erklärt auch, warum die Heulboje der Musikindustrie wieder wahrzunehmen ist. „The Doors“ ist eine Gelddruckmaschine. Da braucht man nichts zu tun, die sind ein Selbstläufer. Bei dem Doppelzimmer müssen sie schon mehr tun, wobei es dort einen eingeschworenen Bewohnerkreis gibt, da fallen die 10 Mitesser nicht ins Gewicht. Wenn einer von ihnen dann sich ein Zimmer auf Dauer mietet, hat das Netzwerk seine Aufgabe erfüllt. Und nun kommen wir wieder zu em:t.

Weder die FR, noch die FAZ, noch die FNP oder gar ein Szeneblättchen aus Frankfurt haben jemals darüber geschrieben. Aber auf em:t findet man Frankfurter Musiker. Die findet man aber auch nur dann, wenn man das Wohnzimmer verläßt, wenn man dem Kult den Mittelfinger zeigt und tief in den Underground hinabsteigt. Aber damit sind viele nicht nur selbst leicht überfordert, darüber hinaus ist damit nur wenig Staat zu machen. Deswegen findet man dann eher bei ihnen etwas über Nick Mason, den gefühlten Gefühlen von gestern, als denn etwas über „gas“, was hinter Rödelheim die Base verlassen hat.

Ähnlich ist es im Web, die seltsame Mail der besagten Frankfurter Zeitung, die ebenfalls einen Blog betreibt und darüber nun interessante Blogs aus der Region vorstellen will. Ihr letzter Blogeintrag vom Wochenende:

1. Heimliche Updates vom großen Bruder
Irgendwie haben wir es doch schon immer geahnt. Jetzt wurde es offiziell bestätigt: Microsoft spielt heimlich Updates auf unsere Computer. Zumindest, wenn diese so eingestellt sind, dass ihr Besitzer über neue Updates benachrichtigt werden will. Bei der Nachricht bleibe es dann aber nicht, meldet Heise. Erst kürzlich hatten die Redmonder eingeräumt, bei jedem Update Informationen [...]

Was zu 1000fach aus deutschen Stuben am Wochenende dem Web gereicht wurde, findet man auch da (ich muß die Plattform wechseln… Typo 3 oder so…). Aber den Anspruch erheben, interessante Blogs vorstellen zu wollen. Wie soll das gehen, wenn man selbst am Tropf der anderen hängt? Wenn das interessant ist, was von “heise” veröffentlicht und bis zum “securityblog.de” in der Rubrik “Neue Blogs” (Wordblog) wiedergekäut wird, dann bleibt nur der Schluß: „Subkultur ade“. Nach welchen Kriterien soll eine Auswahl erfolgen? Noch 20 Microsoft Anhängsel - diesmal aus der Klappergasse? Gleiches System was sie da auf ihrem Blog fahren, fahren sie auch in ihrer Zeitung. Wenn sie es nicht häppchenweise von irgendwo aus der PR-Abteilung vorgelegt bekommen, dies mit absolut reißerischen Fomeln verpackt wird, wird man auch nie über Rödelheim und „gas“ etwas erfahren. Wohnzimmerjournalismus.

Und deswegen jammern sie alle, weil 1200 Anbieter „The Doors“ zum freien Download anbieten - sinngemäß. Auf meinem em:t-Päckchen sitze ich immer noch, noch kein Zugriff erfolgt. Und ich bin der einzige der davon erzählt und mich schmerzt es nicht, wenn auf einen Schlag 4.000.000 Hartz IV-Kinder plötzlich Schlange stehen und das haben wollen. Im Gegenteil. Relaunch von „Macht das Ohr auf“, aber richtig, und wie immer an der FR, FAZ und FNP vorbei, uninteressant für die breite Masse.
Deswegen… brauche ich die FAZ, die FR? Weder die FR, noch die FAZ noch die FNP haben mir jemals gezeigt, wo es den dritten Mann in Frankfurt gibt, nicht mal zu einer Zeit, als es nur drei rauschfreie Fernsehsender gab, sie heute das als Kult auf ihrer Medienseite verkaufen, was damals nur unter der Hand weitergereicht wurde. Gefühlte Gefühle, Schulmädchenreport Teil 12 sind dort salonfähig. Die kamen und kommen immer erst dann, wenn es die Spatzen von den Dächern gepfiffen haben und sie schon längst weggeflogen sind. Insofern sind und bleiben sie für mich bin Sachen (Sub)Kultur @ Frankfurt uninteressant.

Und es endet auch hier so wie immer: Wenn meine Mutter noch die FNP im Abo hätte und würde die FNP sogar in ihrer Printausgabe Blogs vorstellen, Muttern wüßte gar nicht was sie damit anfangen sollte, zumal sie keinen Internetanschluß hat. Ähnlich wie beim ZDF; der Altersdurchschnitt 61 Jahre alt, die dort zuschauen, aber jeder dritte Satz „Mehr Infos finden sie auf unserer Seite im Internet“ und dann lausige Musikanten im Abendprogramm – „immer lustig“ gilt dort nicht, steht aber auf meiner Fahne, nicht dort, aber ich darf/muß zahlen, obwohl ich alles selber machen muß, will ich noch im hohen Alter lustig sein.

Bei der FNP muß ich nicht zahlen, aber man weiß ja nicht, wer die FNP ließt. Nicht auszudenken Muttern fragt mich so Dinge, was ich da im Internet mache, Frau Schweizer hat was erzählt, mein Bruder hat nachgeschaut… Ich mache am besten hier gleich dicht… oder besser doch lassen, dann kann ich sagen: „Siehst mal, über was für einen Mist die schreiben. Und sowas hast du über Jahre gelesen…“.

Apropos lesen: Muttern liest seit neustem, wenn ich da bin, die Seiten F1 – Rxx der FR, also den Regionalteil. Undenkbar noch vor einem Jahr. Besser spät als nie und gezielte Desinformation meinerseits, man weiß ja nicht, was der FNP noch so einfällt. <-- Ist natürlich Humbug, auch die FNP hat ihre Stärken. Muß doch die Seite vollbekommen, ;)

Hm… mehr kriege ich an Text nicht zusammen, immer noch kein Zugriff auf em:t_1197. Als Musikant würde ich mir aber nun Gedanken machen…

Nicht mal geschenkt wollen sie mei Musik und dann jammern sie um „The Doors“, die es nicht mehr gibt und einen Spitzenplatz bei den Eseltreibern belegen. Und von was lebe ich? Herr S.i.T. übernehmen sie…

Nööö, ein Waldläufer (Pfadfinder) bin ich nicht… Nase kaputt ;)

PS: Als Ulrike ihre “Bambule” ersann, die Betrauten Monde später die Örtlichkeiten aufsuchten, war eine Platte in der gleichen Zeitspanne schon auf zwei Cassetten kopiert worden. So lange wie mit der em:t mußte ich da nicht warten… wir waren ca. 100 Jugendliche, im Netzwerk tummeln sich momentan 2.000.000 User.

Zu “Bambule” wollte ich auch was schreiben… naja, zum nächsten Herbstjubileum von Ulrike.

Tags: Content, em:t 1197, FAZ, FR, Musik, Torrent

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2 Kommentare zu “Opferrolle”

  1. Amsterdammer


    Montag, 17.September 2007 18:58
    Gravatar of Amsterdammer 1

    Wenn ich an die armen Hungerleider denke, z.B. die japanische Firma (Musik und Hardware) mit So am Anfang und ny am Ende, die immer jammern, was Sie doch für einen Verlust haben und in der Statistik die Kompensations-Umsätze verschweigen: Brenner, Rohlinge, mp3-Abspielgeräte usw.

    Tja, ich sage Euch, diejenigen alten Männer in den Chefetagen, die den Kids von heute (also boys und girls im Pubertätsalter) den teuren Krempel erst verkaufen und sie dann kriminalisieren, weil sie mp3’s downloaden um genau diese Geräte benutzen zu wollen, vergessen, dass sie in mal von einer Rente leben müssen, die diese Kids dann für Sie verdienen müssen…

    Ach, in Holland ist das ja ganz anders geregelt, aber ich sag, jetzt nichts mehr, bin mal wieder viel zu aufgeregt, und hab Hunger. Mahlzeit!
    :/

  2. S.i.T.


    Montag, 17.September 2007 22:28
    Gravatar of S.i.T. 2

    *abwinkt* :4u:
    Weißt, das ist alles so traurig…

    Wenn ich der Herr Dumont wäre, dieser Verein hätte keine kostenlose Plattform für seine Weheklagelieder. Müßten se bezahlen. Sowieso(so) eine Verlogenheit unabhängiger Journalisten, dieses Gestammel 1:1 zu übernehmen.

    Wo kann man sich darüberhinaus über Musik informieren? Etwa durch das dumme getagge von last.fm und anderen Musikseiten? Dort wird E2-E4 unter “deutsch” geführt, wie “Deutschland, mein Vaterland” auch. Bei “Saturn” oder “WoM”, wo man mit dem übelstens Trash begrüßt wird? Glaubst da hätte ich Muse nach etwas wie “heavenly voices” zu suchen? Und wenn ich die frage, wenn ich Glück habe kennt derjenige Paul van Dyk, aber den kenne ich ja schon, suche ich auch nicht.
    Die Zeitschriften stammeln nur herum, 100 Zeichen für ‘ne Preview, kommt nix verwertbares bei rum. Was sollen die Jungs/Mädels machen? Musik wird als Wegwerfprodukt gehandelt, von den Medien, den Firmen, also sollen sie sich auch bedienen können.

    Der Papst* der Elektronischen Musik (Klaus Schulze), da kommt die Nr.1* der elektronischen Musik nicht mehr mit (Paul van Dyk), hat einmal mir gesagt: “Sollen sie kopieren, tauschen, wenn sie deswegen zu meinem Konzert kommen, dann ist das in Ordnung. Ich mache Musik für mich und meine Fans, nicht für Geldzähler.”
    Da hüpft zwar sein Manager in Berlin wieder aus der Briefmarkenschale, aber egal.

      *= ich hoffe jedem fällt dieser Berliner Schwachsinnjournalismus auf und es sei noch angemerkt, als Klaus noch eine Legende war, als solche den Lesern gereicht wurde, eine Legende ist noch ist noch unterhalb vom Papst einzuordnen, hat er immer angemerkt “Ich bin ja auch schon tot.” ;)

    Ich mußte zwar damals 30 Kilometer über’s Land trampen zu meinen Plattenhändler, aber da war jeder Meter eine Reise wert. :D Solche hochwertigen Informationsmnöglichkeiten gibt es ja kaum noch, was wollen sie machen?

    Die, die unabhängig sind, vielleicht einen Weblog betreiben, knallen erst Werbebanner überall hin, und dann kommt der Waschzettel, eben das, was sowieso(so) alle erzählen, was die PR-Abteilungen rauscxhicken.

    Und schaust mal nachts, wenn die ollen Tage aufgewärmt werden,Rocknacht und so, was da an Infos rübergeschoben wird, das hat nicht mal VIVA und MTV in einem Monat zusammen.

    Für nix tun, wollen die alle viel Geld einsacken, sich provilieren. Deswegen kleben die immr noch Paul van Dyk fest. Nix gegen Paule, ich kenn den ja, aber das kann nicht sein, daß ein DJ der nur Platten auflegt, gefeiert wird, während diejenigen, die die Platten produzieren die Paul auflegt, nicht mal angefaßt bzw. erwähnt werden. Und was da ein Scheiß geschrieben wird…. #|
    Naja, ich zahle jedenfalls keine 20 €uro für roh Gereste. Nehmt Paule die Platten weg, was bleibt sind “Heiße Lippen” von Cluster, gelle Amstidammi? Ein Cluster ist ein Euro wert, darauf passen 30 Minuten Musik, macht bei einer CD zwei Euro. Bei handmade 4 €uro, bei Orchestereinsatz 5 €uro. Fertig ist die Maus. :D