Da sinken die Umfragewerte der FDP in den Keller, weswegen am heiligen Sonntag liberales Gedankengut munter auf den faulen Sack in der Ecke einbrasselt, an dem Deutschlands soziales Wesen krankt. Daß Guido Westerwelle ein Gesinnungslump sondergleichen ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Auf Bündnis 90/Die Grünen hat er eingedroschen, sie alles, nur nix gutes geheißen, obwohl erst durch die Arbeit dieser Partei, er nun als schwuler Außenminister um die Welt tingeln und verkünden kann: “Als Außenminister Deutschlands muß er diplomatisch sein, nicht als Parteivorsitzender im Innern.” Und deswegen schwingt er den liberalen Knüppel, haut munter auf die Unterschicht ein und schon steigen die Umfragewerte. Ich weiß nicht, wen die Institute immer befragen, aber jene die sie an der Strippe haben, müssen schon ganz schön verblödet sein.
Erst verweigert man einen vernünftigen Mindestlohn, weswegen die Firmen rechnen: Meine 5 €uro + der Staat = der Mann/die Frau kann davon leben, jene stellen wir ein. Dann schiebt man viele Milliarden €uro ins Frankfurter Bankenviertel, unterstützt jene, die Monopoly spielen und morgens sich aus dem Taunus ins Frankfurter Glück chauffieren lassen. Anschließend merkt man, das Geld wird knapp, obwohl die Deutsche Bank auf dem zweit- oder drittgrößten Goldreserveberg der Welt sitzt, weswegen man nach unten schaut und sich eine Gruppe ausschaut, die sowieso nichts mehr zu lachen hat. Und da muß das Geld irgendwie wieder reinkommen, weswegen Westerwelle den Schneeschippdienst für Hartz IV-Empfänger ins Leben gerufen hat.
Westerwelle ist sich anscheinend nicht bewußt, daß auf Grundlage des Artikels 48 Abs. 3 des Grundgesetzes, ihn als Volksvertreter durch diese paar Zeilen, eine angemessene, eine Unabhängigkeit sichernde Entschädigung garantiert wird. Niemand ist da, der den Rotstift ansetzt, sagt, wir legen nun deine Fußfesseln ab und der Markt regelt den Rest deines Daseins – Grundgehalt ein Stundenlohn 3,85 €uro, die Zufriedenheitsskala des Volkes regelt dann ob es mehr wird. Wenn es nicht reicht, kriegst Stütze.
Aber nicht nur Guideo Westerwelle gockelt über Deutschlands Bauernhöfe, auch Cem Özdemir, Parteivorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Nicht das er nun auch Schnee schippen läßt, es ist die Art seines Auftrittes vor den Kameras, die Guido Westerwelle Paroli bieten soll (YouTube). Es ist der gleiche emotionale Wortlaut, als wenn er auf der Grünen Woche in Berlin sein Statement zu Karotten und Grünkohl gibt. Auf dem Frankfurter Wochenmarkt ist da aber mehr los. Dort geht es nur um Grünes für die Soße aus Frankfurt, nicht um Existenzren, denen Guido Westerwelle, seines Zeichen undiplomatischer FDP-Vorsitzender im Innern, an den Karren fährt.
Es ist wie auf einem Laufsteg, für zwei Minuten im Focus der Kameras, ein Blinzeln hier, ein erhobener Zeigefinger dort, und dann geht es zum nächsten Event. Thema: Bundesgartenschau 2011 in Koblenz.
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