Schwul - na und?


Sich als schwul zu bekennen ist ja heute hierzulande nichts besonderes mehr. Na und? Das ist auch gut so. Aber es gibt ja Länder, in der als Freizeitbeschäftigung “Schwule klatschen” noch hoch im Kurs steht. Und sollte wer.. dann wird zum Hallalih geblasen. Aber unter uns - heimlich sie unter der Hand ja doch dann in dunklen Ecken der Versuchung nicht widerstehen können. In keiner Ecke der Gesellschaft gibt es so viele Scheinheilige. Egal welcher Glaube was erzählt, im dunkeln ist gut munkeln.

Das ist bekannt, das war bei den Nazis nicht anders, ist im Kirchenbereich auch nicht anders, wie in den 70ern oder den 80ern in der bundesrepublikanischen Gesellschaft auch. Nur nicht erwischen lassen, die Devise. Das Walter Sedlmayr ermordet wurde war schlimm, aber das dann bekannt wurde, daß er homosexuell war, er im Strichermilieu ein- und ausging, war viel schlimmer. So ‘ ne Sauerei. Der Sedlmayr, das hätte ich ja nie gedacht von dem… Dabei wissen wir doch auch alle, daß soviel Löcher Frau nicht haben kann, die Mann stopfen will… (tschuldige für den Gassenhauer).

Und diesbezüglich läuten in Amerika wieder die Glocken. Der Grund ist recht simpel und wie in einem anderen Zusammenhang zuvor schon erwähnt - der Profit. In Amerika haben einige genau hingeschaut und festgestellt, daß 10% der Schafe einer Schafherde schwul oder lesbisch sind. Nichts besonders im Tierreich, wie Arte vor nicht allzulanger Zeit in einem Film aufzeigte. Und wenn es ganz schlimm kommt, wird der Kerl eingespart und das Weibchen befruchtet sich selbst, oder umgekehrt.

Ein noch genauerer Blick der Schafsbesitzer brachte zutage, daß mit dem verkaufen jener Sorte Schaf, kein gutes Geschäft zu machen ist. Wahscheinlich ist die Wolle auch dünner, die Milch weniger fetthaltig, denn jene Schafe leben auf leichten Fuße. Auch das ist bekannt. Warum soll Schaf anders sein als Mensch, obwohl Studien ergeben haben, daß jene Gruppe in der Gesellschaft sehr konsumfreudig ist. Die “Hetros” sind richtige Geizhälse dagegen. Das können die Schafe nun nicht, würden sie vielleicht wenn sie könnten und sich Luxuswiesen ausschauen. Nun wollte man wissen, ob es nicht möglich ist, durch gewisse Manipulationen, den Schalter “schwul” auszuknipsen. Durch Hormontherapien sollten die schwulen Böcke wieder Lust auf die Mädels bekommen und die Mädels sollten wieder den Kerlen hinterherblöcken. So recht hat das bisher nicht funktioniert.
Dafür haben nun die Forscher die Homosexuellen-Lobby sowie die Tierschutzvereinigung auf dem Hals. Denn man befürchtet, nicht zu unrecht, daß bei Erfolg einer solchen Therapie, man hergeht und alle Schwulen einfängt um sie wieder “richtig” zu polen. Sollte Junior zu oft den Jungs hinterherschauen, geht es ab ins Sanatorium. Diese Bedenken sind nicht von der Hand zu weisen, denn in Amerika ist ja alles anders, die Gesellschaft sehr stockkonservativ gepolt; nach außen hin. Wenn das Licht aus ist, sieht das anders aus. Auf dem Mond ‘ne Fahne hinstellen und dann hinter dem Mond leben.

Hierzulande, hier in Old-Germany, ist das ja nichts weltbewegendes mehr. Obwohl es da auch falsche Fünfziger gibt. Der Frau Westerwelle traue ich ja auch alles zu. Die geht auch über Leichen um Außenminister zu werden. Die verkauft ihre eigene Brut wenn es sein muß. Wenn “Grün” nicht gewesen wäre… Klappe zu, Westerwelle tot. Hat Frau Westerwelle aber leider schon vergessen. Wir haben schwule Moderatoren, schwule Bürgermeister und ich wette, so manch einer druckst noch herum, traut sich nicht.. Jene haben die Verklemmtheit der Vergangenheit noch nicht abgelegt. Dabei ist das nun wirklich nichts besonderes mehr, zu sagen: “Ich bin schwul”. Na und?

Interessant wird es erst, und das wirklich, wenn jemand in etwa sagt: “Ich besuche nachher meine Schwestern” oder jemand mit den Worten vorgestellt wird: “Meine Schwester…”, dann drei Mal hinschauen und es einfach so nehmen, wie er/sie da vor einem stehen.

Schwul sein ist normal, Schwestern sind dagegen eine Rarität. In diesem Zusammenhang stellen sie sogar etwas besonderes dar. Und wenn das die in Amerika mitbekommen, verzweifeln sie ganz, springen sie von der Freiheitsstatur.

In diesem Zusammenhang vier Buchtips:

Richard Plant: “Rosa Winkel - Der Krieg der Nazis gegen die Homosexuellen”
Campus Verlag, ISBN 3-593-34420-3

Günter Grau: Homosexualität in der NS-Zeit (Dokumente einer Diskriminierung und Verfolgung)
Geschichte Fischer, ISBN 3-596-11254-0

Georges-Arthur Goldschmidt: Die Absonderung
Ammann Verlag, ISBN 3-250-10140-4
SWF-Literaturpreis 1991 “Für die deutsche Literatur ist dieses Buch ein unverdientes Geschenk” (FAZ)

Ein unterhaltsamer Rückblick mit Coming Out-Tips der 80er, falls man es mal erwischt, auf dem Flohmarkt oder so
Thomas Grossmann: Schwul - na und?
rororo 4866

Mehr hab’ ich nicht zu diesem Thema. %-( Doch, noch ein Link…

(Quelle: FR)

Tags: FAZ, Film, Homosexualität, homosexuell, Konsum, Literatur, Schwester, schwul

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Ein Kommentar zu “Schwul - na und?”

  1. Amsterdammer


    Samstag, 3.Februar 2007 00:30
    Gravatar of Amsterdammer 1

    Wie wird man eigentlich Hetero? Ich weiß es bis heute nicht… :-7