Sexreport 2008


Sexreport 2008Endlich hat man auch hiesiges Flehen aus dem Bunker gehört, der Welt aufzuzeigen wie es wirklich unter deutschen Bettdecken zugeht. Aber ob das ein Gassenhauer wird, was Pro7 heute abend in deutsche Wohnzimmer sendet, glaube ich nun nicht. Obwohl, mer weiß es ja net, mer munkelt’s ja nur, ne? Sex ist immerhin Thema No. 1 in unserer Gesellschaft und kein Portal ohne Kupplungen auskommt. Selbst die FAZ hat unten in der Ecke unter “Top Service” ein kleines Herzchen, das erzählt, ein Klick darauf und alles wird gut.

Und natürlich darf dann einer nicht fehlen - Oswald Kolle. Es ist ja schon erstaunlich, wen die Medienwelt immer ausgräbt um einem Thema das gewisse Gewicht mitzugeben. Ohne ihn geht es ja dann nicht, denn Oswald Kolle hat in den 1960ern/70ern Deutschland aufgeklärt. Gäbe es ihn nicht, würde Mann und Frau immer noch in dunklen Ecken des heimischen Schlafzimmers Dinge aushecken, die nie und nimmer in der Gesellschaft ein Thema wären. Zugegeben, das habe ich live nicht ausprobieren können, weil - Amstidammi weiß es - der Verlust meiner großen Glasmurmel mich mehr beschäftigt hat, als ein Stellungspiel zw. Mann und Frau. Ich kann das nun auch nicht beurteilen, ob der Mann - Oswald Kolle - wirklich derart revolutionär war, daß deswegen Mann und Frau als Flitzer untwerwegs waren oder man wegen ihm nun offen über den “Karnickelfangschlag”, die “Hundenummer” in Cafes und andereswo sprach. Gruppensex und Rudelbums gehen angeblich auf sein Konto - sexuelle Revolution in angestaubten deutschen Schlafzimmern. Das ist natürlich schamlos übertrieben, denn der Mann hat aufgeklärt - die Bienchen und die Blümchen auf den Mensch übertragen. Es gibt ja auch die These, daß Oswald Kolle nur deswegen erfolgreich war, weil für die Menschen hierzulande Amerika/Woodstock und Flower Power zu weit weg waren. Man würde ja auch so gerne… Und dann kam Oswald Kolle. Aber das ist ja nun alles ewig her. Aber, nach dem halbwegs verkrafteten Verlust meiner großen Glaskugel mußte ich mich selber aufklären - und das nach Oswald Kolle. Die Bienchen und die Blümchen… Kolles Staubtuch war also sooo revolutionär in der Gesellschaft nun nicht, wie nun getan wird. Und Bruce Lee war im Kino viel interessanter, als Schulmädchen-Report, “Das Wunder der Liebe“, erst recht der erste Film der Star Wars-Saga oder auch die Geschichten um “Die reitenden Leichen“… Das waren wenigstens Temeplritter. ;-)
Vielleicht lag auch mein Dessinteresse, die Unwissenheit an Kolles Aufklärung daran, daß er für so schwergewichtige Medien schrieb wie Frankfurter Neue Presse, Abendpost Nachtausgabe, Quick, Neue Revue… ich lese auch heute noch nicht Praline, Coupe, Schlüsselloch, Bunte, Stern und wie sie alle heißen. Deswegen bekomme ich auch von diesen Dingen nix mit. Und wahrscheinlich deswegen auch die Bienchen und die Blümchen…

Aber ich habe trotzdem mal gelunzt. Unter “Wissenschaft” hat der Stern das abgelegt, was da heute abend auf pro7 losgeht… ist ja alles nix neues was da erzählt wird, aber wichtiger sind ja hier die Bilder. Die nehmen ein vieles mehr an Platz ein, als der Text. Die sind voll der Blickfang. Ja ich weiß, meien Eroticas sind auch keine Hingucker, aber ich bin ja auch ein Underdog und nicht die Wissenschaftsrubrik des Stern. Ich darf da ganz ungeniert publizieren, wie mein Nachbar auch. Und nun DIE Kernfrage des heutigen Artikels:

Wo steht Deutschland 2008?

Beim 15 Minuten-Quickie zw. Tür und Angel, alles immer noch so öde und langweilig im Bett, zu verklemmt, viel zu wenig obwohl alle mehr wollen und überhaupt… die einen mehr anal, die anderen mehr oral, die anderen reiten lieber, und dann die Hundenummer.. also, nix neues an Kolles Front. Und natürlich dürfen die Schwanzmeßspiele nicht fehlen. Ist er zu klein, zu groß? Wer mißt mist Mist… Hauptsache es reicht zum strullern, den Rest erledigt das Lineal. Ach so… Mann und Frau stehen hier Mittelpunkt, nicht Mann und Mann oder Frau und Frau. Diese Konstellation wurde nicht abgefragt. Warum auch, liegt doch da alles auf der Hand und muß nicht erfragt werden, obwohl da bestimmt mehr revolutionäres zu Tage käme, als bei den Heteros. Und wie war das mit den schwulen “Arschfickern”? Tschuldigung der Derbheit Worte, aber soviel Löcher kann Frau nicht vorweisen, die Mann ständig stopfen will, was auch die Pornoportale aufzeigen. Und was stopft er wirklich? Nix. Frust³ in Deutschlands Beziehungskiste, nur Blindgänger unterwegs. Aber das ist ja auch nix neues, denn bei meiner Schokoladentauschbörse hängt DIE Überschrift aus der Bild-Zeitung für alle lesbar:

Die Griechen sind Sex-Weltmeister.

Es steht also alles schon fest. Und als ich den “Wissenschaftsbericht” des Stern so laß, dachte ich mir, ich hätte doch das einstündige Angebot des Callboy annehmen sollen. Immerhin vier Mal länger als die anderen und ich habe seine angebotene Stunde als Quickie bezeichnet. Das sind ja dann Hasennummern die Deutschland da vollbringt - der Hase ist nur fleißiger. Das ist ja wirklich dann öde. Herr Kolle übernehmen sie mal, das ist ja gruselig. 15 Minuten… brauche ich für die Bein- und die Intimrasur.

Anschauen kann ich mir das Abenteuer “Aufklärung” nicht, weil ich nun keine Zeit dafür habe. Der Tag ist ausgefüllt: Friedhof, Haushalt, Besorgungen, Kaffeekränzchen mit der Schokoladentauschbörse, Besuch kommt, dann waren noch zwei Dinge… :head: und dann läuten schon die Glocken zur Frühmesse…

In meinem Schlafzimmer ist eben noch weniger los, als in Deutschlands Betten. Der Herr Kolle würde aber auch mit einer 10teiligen Folge daran nix ändern können. Es ist so wie es ist und war, und das ist wieder mal typisch rü.


Verfaßt unter…
Zeit: knapp 2 Std.
Getränke: Kaffee
Verzehr: Marmeladebrote (Erdbeer)
Musik: V.A.: Hard Trance - Psychedelic Techno Vol 1 und Vol. 2 (1994)

Tags: Erotik, Hetero, Intimrasur, Oswald Kolle, Schokoladentauschbörse, schwul, Sex, Sexreport

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