Showdown


Heute ist der letzte Tag der Olymischen Spiele in China. Wenn ich ja nicht so meine Tageszeitung hätte, hätte ich davon ja nix mitbekommen. Gemäß dem Motto: Lasse mer se laafe, habe ich sie laufen lassen, nicht einmal hingeguckt. Warum auch? Elke Heidenreich hat ja in der FR den Vorschlag vor den Olympischen Spielen gemacht, den Spielen am Fernseher und Radio fernzubleiben, wenn man mit dem Kram dort und der olympischen Politik nicht einverstanden ist. Habe ich gemacht, ist mir auch leicht gefallen, weil sauber ist da sowieso niemand. Sogar die Pferde sind gedopt.

Das ist wie beim Fußball und den vielen medizinischen Wundern, besonders während einer WM oder EM. Da liegt wer zusammengetreten auf dem Rasen und zwei Tage später hüpft er dann wie ‘ne Jo-Jo wieder herum, als ob nix gewesen wäre. Unsereins braucht Monate um wieder auf die Beine zu kommen. Die Geschichte vom Wald letzten Jahres ist immer noch zu sehen. Möchte nicht wissen, was da im Körper bei denen für Dinge am pulsieren sind. Diese Dinge stehen auf keiner Liste, kennt keiner oder will keiner kennen, deswegen wundern sich die Leute, ist das Wunder dann am laufenden Meter zu sehen.

Und jetzt hat der Herr Rogge eingestanden, daß sie, also das IOC, bezüglich der Menschenrechte in China nichts erreichen konnte. Die Tage wurde sogar von China aus iTunes gekappt, weil da so ein Tibet-Album zu haben ist.

Ja lieber Herr Rogge, wie naiv sind Sie eigentlich? Haben Sie dann wirklich gedacht, Sie kommen da hin und alles wird anders? Sie sind nicht Jesus, können über’s Wasser laufen. Das scheinen Sie vergessen zu haben. Sie mögen hierzulande Maissäcke zum umfallen bringen, aber da in China fällt kein Sack Reis um, nur weil Sie dort zu Gast sind und denken Sie wären wer, dabei sind Sie nur das Mittel zum Zweck gewesen, eine Marionette der chinesischen Regierung. Wir, die kleinen Leute, wußten das schon vorher, weil wir stehen ja mit beiden Beiden im Leben, schweben nicht auf einer rosaroten Wolke über die Lande dahin, schlagen mit einer Wünschelrute mal hier und mal dahin. Aber krämen Sie sich nicht, alles hat auch seine guten Seiten. London, Ausrichter der nächten olympischen Spiele im Jahre 2012, will China toppen, was die Pracht, der Glanz der zu Ende gehenden Spiele angeht. Ich meine England und so ‘ne Inszenierung? Der Überwachungsstaat No. 1 in Europa wird das bestimmt hinbekommen und falls Sie da noch in Amt und Würde dem IOC vorstehen sollten, dürfen Sie dann davon ausgehen, daß Sie nicht gegen Wände reden, wenn Sie das Wort an die politische Sportgemeinde richten.
Aber seien Sie mir nicht böse, wenn mich auch das alles nicht tangieren wird. Weil, ich habe hier vor Ort echte Sportler. Da kippt auch mal ein Ruderboot auf dem Main um und wenn die Drachenboote an den Start gehen, ist das schöner als wenn das Flagschiff des deuten Ruderverbandes zwei Mal als letzter einläuft, die Hoffnungen sich im kräuselnden Kielwasser auflösen. Und das alles mit Apfelwein, ohne Diktat ihrerseits, was zu trinken ist, was nicht. Und wenn die Sachsehäuser Buben anfangen zu kicken, staunt man im Bunker schon, was die Jungs so auf die Reihe bringen. Sie sind zwar nicht Hessens No. 1, aber wenn abgepfiffen wird, schauen sie mal in die Gesichter der Jungs. Sollten die Spieler der Eintracht hin und wieder auch machen.
Tja Herr Rogge, so ist das. Aber wie heißt es so schön: Jedem sein Garten. Wären sie mal da fern geblieben, hätten auf die Warnungen gehört, müßten sie nun nicht wie ein Häufchen Elend in die Mikrofone der Welt ihr Versagen erklären. Aber, Lebbe geht weiter, das wissen wir Frankfurter bestens. Nehmen Sie diesen richtungsweisenden Satz und beginnen von vorn und hoffentlich um nun einiges schlauer. Vor allem legen Sie ihre rosarote Brille ab, wenn Sie für voll genommen werden wollen. Das Gestammel von schönes China, einiges ist besser geworden, Weltoffenheit mögen sie jenen erzählen, die mit Ihnen hoch zu Tisch speisen, hier unten kauft Ihnen das eh keiner ab und kommt nur oberpeinlich rüber.

In diesem Sinne, liebe Grüße rü


Verfaßt unter…
Zeit: 50 min.
Getränke: Kaffee
Verzehr: —
Musik: Groove Garden

Tags: China, Doping, Menschenrechte, Olympia

Verwandte Artikel

2 Kommentare zu “Showdown”

  1. Amsterdammer


    Sonntag, 24.August 2008 17:11
    Gravatar of Amsterdammer 1

    Rogge und naiv? pffft. :;)
    Der denkt anders wie er spricht. Eiskalter Manager.


  2. Sonntag, 24.August 2008 18:41
    Gravatar of rü 2

    mag ja sein, dann verkäuft er sich aber nicht sonderlich gut oder 98% der Welt ist so doof und merkts net oder aber sind seine Handlanger und denkt, die da unten merken eh nix.

    Ein großer Teil von unten sieht vielleicht von oben betrachtet blöde aus, ein kleiner Teil ist es aber gewiß nicht. :|