Volkes Mann
Hier und da sagt man, er wäre der letzte Sozialdemokrat Hessens. Volkes Mann. Das Beste, was der Fürst in seinen Reihen vorzuzeigen kann. Die Rede ist von Dr. Alois Riehl, Hessens Wirtschaftsminister, der nun eine Bundesratsinitiative angeleiert hat, was den Stromkonzernen das Leben nun nicht leichter machen soll. Die SPD spricht von Wahlkampfgetöse, aber das stimmt nun nicht, denn Dr. Alois Riehl war der einzige, der bisher den Stromkonzernen auf die Finger klopfte und nicht alle ihre Preisvorstellungen abnickte.
12% Preissteigerung seit 2000, so die Statistik, was die normalen Waren im Einkaufswagen angeht. 37% Preissteigerung der Stromkonzerne im gleichen Zeitraum. Und in Hessen hat unser Wirtschaftsminister uns ein wenig Luft lassen können, als es noch vom Gesetz her ging. Das hat ihm den Beinamen: “Der letzte Sozialdemokrat Hessens” eingebracht, obwohl er der CDU angehört. Die Stadtwerke und Konzerne fanden das nicht so gut, wenn Herr Riehl statt der geforderten 12% nur sieben Prozent genehmigte. Alois Riehl hat auch immer betont, er kann nicht nachvollziehen, mit was die Konzerne eine derartige Erhöung ihrer Preise rechtfertigen. Da wußte er auch noch nicht, daß E.ON für rund 4,1 Milliarden Euro knapp 70 Prozent der Anteile an dem russischen Kraftwerksbetreiber OGK-4 übernehmen wird. Er ahnte auch nicht, daß E.ON weitere sieben Prozent über ein Angebot an die Minderheitsaktionäre erwerben will, wofür bis zu 500 Millionen Euro einkalkuliert werden.
Das sind wahrscheinlich die sogenannten Beschaffungskosten, die immer gerne von den Konzernen angeführt werden. Sie meinen ja auch, daß die Netzgebühren den größten Kostenfaktor in den Preiserhöungen ausmachen, aber die sind um über sieben Prozent, laut Netzagentur, gesunken. Und will man wissen, warum 12% nun der Verbraucher mehr bezahlen soll, gibt es viel schlechte Luft und keine Fakten. Und dagegen war Alois Riehl immer, nicht erst seit heute oder gestern. Die EU will ja erreichen, daß nicht alles in einer Hand ist, Netz und Kraftwerke getrennt werden. “Auffällig hohe Preise in Deutschland” so Brüssel.
Aber was will man machen… Muttern sagt ja immer, irgendwann sitzen wir alle wieder bei Kerzenlicht in der Stube, was so schlecht nicht wäre, würde man vielleicht mehr miteinander reden, statt vor der Glotze nebeneinander für sich zu leben.
Da ist auch was dran.
Verfaßt unter…
Getränke: Tee (schwarz)
Verzehr: Leibniz Butterkekse
Musik: — (Krimiabend auf Vox)
Lust zu stöbern?






