Geld wandert. Und ich erinnere mich, wo ich in jungen Jahren die Geldscheinnummern notierte, nur um vielleicht mal herauszubekommen, ob der 5 DM-Schein mir wieder begegnet. Lange habe ich es nicht durchgehalten, begegnet ist mir wissentlich auch keiner dieser notierten Scheine. Heute wäre das was anderes. Und heute ist das auch eine Geschichte, die viel spannender ist. Man kann sein Geld verfolgen, zumindest in Amerika.
Bei „Where’s George?!“ markiert man seit 1998 einen Geldschein und diese Nummer geben Leute im Internet in eine Datenbank ein, wenn sie einen markierten Schein in den Händen halten. Auf diese Art ließen sich bisher fast 500.000 Geldbewegungen verfolgen. Und dieses Spiel hat nun einen wissenschaftlichen Aufhänger bekommen – Stichwort: Vogelgrippe, Verbreitung von Epidemien.
Im Zeitalter der Kutschen, der langsamen Fortbewegungsmittel, war die Sache der Ausbreitung eine andere, als heute. Der moderne Mensch ist ein anderer, als noch jener, der Goethe an der Gerbermühle über die Schulter sah. So wie Geld von Mensch zu Mensch wandert, wandern auch Viren. Einfach ausgedrückt. Anhand eines Modells auf Grundlage von „Where’s George?!“ haben nun Wissenschaftler die Art der Verbreitung einer Epidemie neu berechnet.
Von einer langsamen gleichmäßigen Ausbreitung, von der man bisher ausgegangen ist, kann nun nicht mehr die Rede sein… recht chaotisch das Ganze. Aber schon toll, was die Forscher aus dem Max-Planck-Institut nun da aus „Where’s George?!“ herausgelesen haben. Und ob die Politik da nun die richtigen Schlüsse daraus zieht, steht auch auf einem anderen Papier.
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