Heiter bis wolkig
Hier herrscht eitler Sonnenschein, eine gewisse Webnaivität die schon zum fürchten ist. Doch, das schreibe ich nicht so daher, das ist so. Obwohl, ganz hinten sind schon ein paar Wölkchen auszumachen, ist die vorgetäuschte Naivität nur gespielt. Aber bis die Wölkchen hier zu sehen sind, ist bestimmt Herbst; aber dann. Von leicht bewölkt kann dann nicht mehr die Rede sein. Aber noch ist nicht Herbst und noch wacht Donn, auch der Braune/der Dunkle genannt, vor hiesigen Bunkertoren.
Ich rede nicht von Schäfchenwolken oder dergleichen, sondern von diesen Tag-Wolken. Nicht der Tag als Definierung für die lichtere Tageszeit. Tag, das sind diese unsichtbaren Aufkleber, die Anhänger eines jeden Dokuments, ohne die es im Web 2.0 nicht geht. Das ist eine praktische Erfindung.
Früher ist man hin und hat ein Dokument in einen Ordner gesteckt, den man zuvor benannt hat. Das wäre hier: Wetterbericht am 12.03.2007. Der nächste kam an, hat eine Kopie davon gemacht und in den Ordner “wenige Wolken” gesteckt. Die fleißige Sekretärin eine Kopie in den Ordner “falsche Vorhersage”. Das nun hochgerechnet, viele Ordner, noch größere Schränke. Heute ist das so, man wirft alles in eine Kiste und dank der unsichtbaren Reiter (mit dem Teekesselchen hätte ich sie alle in Kindheitstagen geschlagen… da ist Wikipedia echt klasse) die überall angeklebt sind, hat man sofort alles parat. Die ganzen falschen Vorhersagen, die wolkigen Abschnitte, was der März noch so brachte… nur mit so Zettelchen, schon toll, ne?
Nun gibt es ja in der Welt der Wolken den Herrn Kachelmann und Meister Arborea. Herr Kachelmann hat die Wettervorhersagen revolutioniert, gar volkstümlich und dramatisch dargestellt, während Herr Aborea es da bei traditioneller Gelassenheit belies. Ist eben auch ein Lamer, ein Wald- und Wiesenkind. Leiter hoch - gucken, Leiter runter - ducken. Eben heiter bis wolkig. Jo, und so ist das hier auch. Da draußen im weiten Web, da gibt es viele Kachelmänner. Schöner kann man die Tag-Wolken nicht malen. Wobei man dort sich auf DIE Wolke konzentriert. Das muß dann Cumulus³ sein, dann ist’s perfekt. Und so eine Cumulumuswolke braucht natürlich Platz. Und je schöner die werden soll, desto mehr Platz beansprucht sie. Und jetzt kommts, die Kachelmänner fangen an zu schubsen. Typografische Schwerstvergehen werden begangen, nur um die Wolke unterzubringen. Den Text ganz links an die Seite geknallt, nicht 1 mm Luft zw. Rand und Text, manchmal noch darüber hinaus, dreispaltig, unten Kasten - Wolke rein. Paßt schon, irgendwie. Manche sind dann nicht so versiert, wie die Kachelmänner, aber auf dem besten Weg dahin, und dann regnet es Binsen, keine Weisheiten. Die Wolke ergißt sich dann über 1300 Pixel auf ein 80 pixelbreites Gebiet. Gebietsweise Regen, eben wo es hinfällt, so das Wetteramt Offenbach.
Nun beschrifte ich ja die Dokumente auch fleißig mit diesen unsichtbaren Zettelchen. Aber Geniestreiche sind das ja nicht, muß ich ehrlich gestehen.
# Frankfurt (20), # Firefox (11), # WordPress (8), # Ultima Online (7), # Blog (6), # UO (4), # Glitch (4), # Wikipedia (4), # Opera (4), # ARD (3), # Offenbach (3), # Petra Roth (3), # Berlin (3), # Fußball (3), # ZDF (3), # Brückenkreuzspinne (3), # Kosmetik (3)…
Das ergibt alles andere, nur keine schicke Cumuluswolke. Und deswegen ist es hier heiter bis wolkig. Die kleinen Wolken seht ihr ja nun… ganz hinten sind sie und ganz klein. Anderseits, wenn die Kachelmänner Wolken formen, wo das ganze Webdesign auseinandergenommen wird, sind auch ganz andere Zutaten vorhanden, als wenn ich vom Markt komme. Da ist eben die Brückenkreuzspinne eine gute Nachbarin, kein wissenschaftliches Objekt.
*seufzt* Ach, das war schön, wo sie da war. Das Mädel war schon toll. Das waren noch Blog-Zeiten… und bevor ich es vergesse, die Geschichte mit den Wolken ist ja noch nicht fertig. Wenn jetzt der Chef kommt, und sieht “falsche Vorhersagen” ganz groß, diese quasi das Zentrum des Cumulushaufen darstellen, wird der Herr Kachelmann entlassen.
Leiter hoch - gucken, Leiter runter - ducken. Kann man nix verkehrt machen, nicht viel jedenfalls. Und die Kleinen werden mal die Größten sein; so es die Wälder erzählen. cu






