Bordsteinschwalben
“Hau in die Tasten.”
“Verdiene Geld.”
“Verdiene noch mehr Geld.”
“Und du, investiere in sie, werbe für sie. Und vergesse nicht Deine Believers um Unterstützung dabei zu bitten Deine Band zu promoten. Am Ende wird Dich SellaBand mit vielen neuen treuen Fans in Kontakt bringen, welche das beste und erfolgreichste Street-Promotion-Team aller Zeiten sein wird!”
Derweil sich das proffesionelle A&R-Team zurücklehnt und sich die Eier krault. Ihr Konzept, Prostitution in Moll, wird 100pro aufgehen. Entschuldigt die Derbheit in der Wortwahl, aber auf dem Bordsteinkanten des Rotlichtviertels hier in Frankfurt, wo allabendlich die Schwalben den Fliegen hinterherfliegen - wir lieben Fliegen -, ist die Sprache noch deftiger.
Es ist “Sell-Zeit”. Genaugenommen SellAbend. Eben Tupperabernd. Aber richtig ausgeschrieben wird das Ganze: SellABand. Aber man sollte schon das Kind beim richtigen Namen nennen, denn in Schönheit wird dort keiner Sterben. Jetzt mag man denken: “Wenn’s hilft”, aber das wird es ja nicht. In die gedachte Richtung zumindest nicht. In die andere Richtung schon, denn wir sind im Web 2.0, wo jede Arschbacke zählt, jeder Bückling applaudiert wird. Entschuldigt.
Bei Heidi Klum und anderen Größen des alten Business, träumen die Schwalben noch den alten Traum. Aber seit Arctic Monkeys weiß die Musikbranche, es geht alles viel billiger, noch billiger als in den wöchentlichen Meetings ausgerechnet. Und das Schönste dabei, der Himmel wird schwarz sein vor Schwalben. Ein paar von ihnen werden die goldenen Zeiten zurückholen. Jene Zeit also, als ein Auftitt am richtigen Ort die Weltkariere startete. Und der Rest wird sich einen wunden Hintern holen, aber wenigstens sein persönliches “Waterloo” erleben. Das war früher nicht anders, nur heute sind es proportional gerechnet viel mehr, die den Traum “Arctic Monkeys” träumen: Über das Internet mit Musik bekannt und reich zu werden. Geld verdienen. Noch mehr Geld verdienen.
Und hat man 5000 Fans um sich versammelt, die alle mit einem Obulus dabei sind und die im ganzen Web 2.0 mit einem Bauchladen von Portal zu Portal gepilgert sind, dann soll die Mühe auch belohnt werden. Es lockt eine Digi-CD aus dem Studio von jenen, die man unaufhörlich promotet hat. Ob es mal die “Kosmischen Kuriere” der Neuzeit werden? Und wenn nicht? Nun ja, an die Decke gehongen ergeben diese Silberlinge einen Hauch von “Disco Papa, Disco Mama” der 70er. Immerhin. Und nicht vergessen: Du bestimmst wer, wenn denn, an das große Geld kommt und noch mehr verdienen kann. Du bestimmst den Trend, den Geschmack, niemand anderes.
Wundert es dann wen, daß “Furure Trance” mittlerweile bei #38 angekommen ist? Jahre, nachdem “Paradise City” abgefeiert war, begann es mit #1 und seitdem - nichts Neues, was die #1 auch nicht war. Kein Sex, kein Fun und seitdem helfen nur noch Drogen um das Dreigestirn der Musik abzudecken - Kopf, Bauch, Lende / Höhe, Mitte, Bass. Den Wiederkäuern sind diese Peinlichkeiten sogar noch einen gevoteten iPod wert. Aber der Trost ganz nah: Jede Generation zieht sich das groß, was sie verdient.
Auf ins Web 2.0, bück dich und vote dich wund, werde zur Bordsteinschwalbe, mach den Job, zu dem Sony Music und andere nicht mehr in der Lage sind. Sie warten nur auf dich und auf deinen ganz persönlichen Erfolg.
Aber bitte nicht wundern, wenn das Töchterchen am Abend dir auf das Butterbrot schmiert: “Opa hat auch so eine Musik, die ist aber viel älter. Hast du keine andere, vielleicht neue Musik?”
Link: SellABand
Tags: Business, Internet, Rotlichtviertel, Sex, Web 2.0







Dienstag, 27.März 2007 23:07*nach unten guckt*
Eigenlich wollte ich zu Beitrag Firefox 2.0 was nachieben, aber da gibt’s keinen Kommentarblock mehr
Mittwoch, 28.März 2007 01:12jo Herr Amsterdammer, der Herr S.i.T. wieder mal an der Kunst der Programmierer gescheitert ist. Zuschließen geht es nach 2 Monaten, aber nicht mehr auf. Ich mache das anders, verstößt bestimmt gegen Blogregeln, aber hier ist eh alles anders… [done]
Mittwoch, 28.März 2007 07:00Wollte ja nur mal gucken, wie das SeaMonkey Symbol hier aussieht
Mittwoch, 28.März 2007 09:26… ich geh’ zu mei Mutter, des glaubt mer ja net. Und für was mache ich sowas? Und dann extra da auf? du ignorierst meine filigrane Textverwaltung
Mittwoch, 28.März 2007 11:22Sorry, aber Sage ist auch nicht ganz verlässlich. Hat Sage gestern nach dem feedcontrol den Beitrag Firefox 2.0 noch hochgezogen und angefettet, um dusseligen Usern aus Amsterdam anzuzeigen, dass es was Neues gibt aus dem Hessenländle, war’s heute nix mit fett.
Was solls, edits vom Cheffe sind eben wichtiger als seine Kommentare
ps: Weiste, diesen Comment hier hab ich jetzt zweimal geschrieben, weil dusseliger User aus Amsterdam Rechenaufgabe nicht gelöst hat und dann back-button und dann alles weg
Mittwoch, 28.März 2007 19:41Mit Opera wäre dir das nicht passiert… das leere Feld nach < <
jaja…
ach weißt Amstidammi, ich glaube unserer Logik kann kein Programmierer folgen. Unter Service (rechte Sidebar, unten) findst nun die Werkstatt
Und ich überdenke derweil die Logik des Plugins was da alles nach obenschieben soll, wenn… in Kombination mit anderen Dingen funktioniert das sowieso(so) nicht, wie von meiner Seite angedacht.