Die Kunst ist verhunzt


Ich könnte mich ja dumm und dusselig verdienen. So mit 12 Stunden nebenbei unter der Woche am Abend mal so eben monatlich 1000 Euronen beiseite schieben. Hätte obendrein so vier Leutchen unter mir… Nachteil an der Geschichte: Ich müßte die Leut’ bedubsche, denen ein x für ein u vormachen und dann ausquetschen. Das mache zwar nicht ich, sondern die vier Leutchen unter mir, dennoch läuft das irgendwie quer mit meiner Lebensphillosophie. Es steht nicht die Vernunft, sondern das dem Leben enger verwandte Fühlen und Glauben an erster Stelle. Deswegen habe ich abgelehnt und bei last.fm einen Nebenjob angenommen - für 0 Euro im Monat.

Zwar hat die Computerzeitschrift c’t in ihrer letzten Ausgabe lobenswert die musikalische Abteilung von Wikipedia erwähnt, als sie ein paar Nachschlagewerke verglichen, aber ich denke da ja ein wenig anders. Wenn ich da mal hingehe, greife ich 100pro in den Meinungswissenmülleimer. Der größte Mülleimer ist dort die Keltologie und bei den Spielmannsleuten ist auch einiges im argen. Irgendwer hat mal gesagt, wer sich auf Nachschlagewerke verläßt, ist verlassen - mindestens von allen guten Geistern. Auch und gerade was die Objektivität angeht. Aber es betrifft ja nicht nur die Nachschlagewerke.

Rechts in der Sidebar, unter dem Bildchen, findet ihr hin und wieder eine Auflistung an Musikusse mit ihrem Liedgut. Wenn das der Fall ist, “fütter” ich mit einem µ-zik.Player, der ein Plugin enthält, die Datenbank von last.fm. Von dort geht es retour hier zum Blog, wo wiederum ein Plugin dafür sorgt, daß in der Sidebar alles der Reihe nach aufgelistet wird.
Nun ist das so; das was ich rausschicke, muß nicht unbedingt so wieder ankommen. Das bedeutet, wer dort auf last.fm zuerst die Angaben auflistet, der hinterläßt das so für alle anderen. Ich schicke A mit Titel B raus und zurück kommt a - b. Deswegen sind Unstimmigkeiten oder falsche Angaben nicht auszuschließen. Nun kann man dort in der Sidebar auf den Link klicken und gelangt so zu last.fm mit den Angaben zu dem Künstler/Album, wo beides dort gespeichert ist. Jetzt ist mir aufgefallen, daß dort oftmals nur die Hälfte anzutreffen ist. Der jüngste Fall: “X” von Klaus Schulze. Ein Album mit sechs musikalischen Biographien hat dort nur 4 Tracks aufzuweisen. Eine Vinylplatte/eine CD fehlt gänzlich (Doppelalbum). Auf Nachfrage schrieb man mir, daß diese Angaben ebenfalls aus einer Datenbankabfrage kommen, man selber keinen Einfluß darauf habe.

Die Informationen zu Alben werden auch nicht von uns selber eingestellt ;) Im Gegensatz zu Kuenstlern und Titeln, bei denen die Eintraege automatisch generiert werden, werden Albeninformationen von den Labels selber eingetragen oder von Musikbrainz importiert.

Die Krux kann aber schon viel früher beginnen, nämlich dann, wenn man eine CD mit dem Computer/dem µ-zik.Player abspielen läßt, der Zugriff auf eine Datenbank erfolgt, damit die Angaben zu der CD im Player gelistet werden. Und was ruht im Player? Richtig, ein Plugin. Und was macht das Plugin? Richtig, es bedient last.fm. Vorgestern hätte ich Katastrophenalarm auslösen können. Selbst die Angaben unter “Artist” waren völlig daneben. Zuständig dafür ist die Datenbank Gracenote. Das erste was ich machte, last.fm stilllegen, die CD-Angaben ausbessern, dann last.fm wieder anwerfen und nun können die Angaben - so die Pixelgötter es wollen - richtig gelistet werden.

Nun gibt es auch Tracks von Künstlern, die so nie erschienen sind. Mal von Manipulationen abgesehen, kann dies dann der Fall sein, wenn ein Album als Track komplett gelistet und als Ganzes gerippt wurde, um Unterbrechungen zu vermeiden. Diese entstehen, wenn das Album “auseinander gerippt” wird und die Tracks einzeln als mp3-Dateien vorliegen. Zwar physikalisch als Einheit vorliegend, aber akustisch eine Bankrotterklärung, da Unterbrechungen beim Abspielen die Folge sind. Überblendungen zwischen den einzelnen Tracks können zwar hier und da einiges ausmerzen, aber das sind Notlösungen. Manuel Göttschings “E2-E4″ oder Biosphere’s “Cirque” sind solche Geschichten, die erst in der Gesamtheit von des Künstlers Klangwelt erzählen.

Wie dem nun auch alles sei, zumindest kann ich last.fm mit fehlenden Covers aushelfen. Das Vinyl-Ersatzbild sieht zwar schick aus, was sie einspielen wenn ein Cover nicht vorliegt, aber zu Wahnfrieds Getöse gehört ein Cover. Anmelden werde ich mich auch auf MusicBrainz. Nicht nur “X” und andere Dinge aufpolieren - Brain im Namenszug einbauen, aber nicht mal eine Brain-Platte anständig listen..-, sondern hier und da was fallen lassen, weil so geht’s ja nicht. Wenn dat de Kloos sieht…

Aliases for artist: Klaus Schulze
This artist has no aliases.

(*hochdeutet* wahrscheinlich Sampler-Ergebnis, 2001)
Auf meiner Brain-Platte steht Jahrgang 1973, das Cover ist ein anderes und das Stück hat eine Länge von 23:45 Minuten. Original Brain. Die Kunst wird verhunzt. Aber ich arbeite daran, daß es hier und da besser wird. Ich hab’s nun mal mit brotlosen Künsten.

[Nachtrag] 12.03. 11:42: Ich glaube ich kann das Unternehmen einstellen. Das mit dem “Cover” auf last.fm sieht komplizierter aus als gedacht - Labelaccount - und dann habe ich mich auf MusicBrainz umgeschaut, da gibt es mehrere Einträge, die Datenbank von last.fm müßte nur richtig zugreifen, dann kämen auch die richtigen Tracks. Und obendrein werden Wiederveröffentlichungen mit Bonustracks ausgestattet, sogar als Original eingetragen. “Aphrica” 1984 hat nur 3 Tracks, wird nie 5 Tracks haben… Ob sich irgendwo noch was auf Disc 12 der Jubilee-Edition tummelt hat in dem Zeitdokument 1984 nichts zu suchen… *seufzt*

Und bei Tangerine Dream drehen’s nun am Rad. 3 Tracks, 2 verschiedene Verweise, kein Verweiß auf das Original, obwohl ich es taggen kann. Und als Last Scrobbeled wird “Dominion” als Sampler. Ich habe “Sohoman” nicht als Sampler Jahrgang 1998. Es läuft “Logos Live” - das Original (1982). Ein Scheißdreck ist das alles. :mad: :evil:

Ich mach das nun anders. Nur noch Mitwoch wird gescrobbelt und dahinter schreibe ich (Orignial Album Track ” Logos Live” 25:34). Soo, das haben’s nun davon. Können’s mit ihren geschacherten 8 Minuten sonstwo hingehen…

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