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Vor kurzem machte der Vorschlag von Ministerpräsident Beck die Runde, Online-Gebühren einführen zu wollen; zur Sicherung des Qualitätsjournalismus. Mittlerweile wurde das ein wenig zurechtgerückt, was die FR noch nicht mitbekommen hat, geblieben ist nur noch die Forderung nach mehr Qualitätsjournalismus (Link: Zeit). Doch was ist Qualitätsjournalismus? Wer definiert was Qualität ist? Im Falle des Datenskandals bei SchülerVZ (StudiVZ) hat eine Schlagzeile die andere gejagt, mittlerweile werden Mitarbeiter von SchülerVZ mit einer Strafanzeige bedacht (heise / 13.11.2009). Als Leser einer Frankfurter Zeitung bin ich noch auf dem Stand von einem Spiegel-Dementi (Link: FR / 09.11.2009). Von der facebook-Geschichte am 16.10.2009 (link: heise) kein Wort. Stattdessen in der Übersicht unter dem Stichwort “facebook” am 30.10. 2009: Facebook und MySpace beliebt wie nie. In Sachen Medien und Internet ist meine Frankfurter Zeitung nicht sooo toll, ich fahre besser mit meiner News-Box.

Und seit dieser Geschichte mit der Abwrackprämie und den Energiesparlampen, die meine Frankfurter Zeitung mit einer Doppelseite gefeiert hat, ist der Wirtschaftsteil auch so eine Geschichte, wo ich bei größerem Interesse andere Seiten gerne noch zu Rate ziehe.
Politik ist Ansichtssache, viel Meinung dabei, das kann man so und so sehen und da können sie wenig falsch machen, solange sie keine Hetzkampagnen aufziehen.
Thema des Tages: Bei Enke bin ich nun nicht ihrer Meinung – warum so ein Popanz darum veranstaltet wird… weiterführende Links: Bronski (FR) und Senior Moments (Amstidammi) -, aber gut, das ist nun mal ihr gutes Recht. Andere Thementage sind da schon interessanter, wo hier auch die FR kompakt ein Thema aufarbeitet mit weiterführenden Verweisen.
Sport ist nicht so wichtig, da lese ich was die Kickers, der FSV und die Eintracht so machen, Schlagzeilen werden überflogen, bei Interesse der Artikel dazu gelesen und gut ist. Da bleibe ich bei der Quelle Frankfurter Rundschau.
Was die Rubrik Feuilleton betrifft, so nehme ich diese Dinge als ergänzende Informationen. Manches interessiert mich, von manchem habe ich überhaupt keine Ahnung.
Bleibt noch der Pflichtteil der FR, der Regionalteil… eine Mixtur aus Dorfgetratsche und Frankfurter Weltansichten. Eben die Dorf-News mit Nebenwirkungen.

Nun stellt sich Mathias Döpfner (Verlag Springer / Bild / Welt) hin und gibt zu besten:

Freier Zugang zu Informationen ist kommunistisch. Es ist einfach falsch zu denken, im Web müsse alles kostenlos sein. Die Theorie, dass es einen freien Zugang zu Informationen geben soll, gehört zum Absurdesten, was ich jemals gehört habe. Dies ist ein spätes ideologisches Ergebnis von Webkommunisten: Nur wenn alles kostenlos ist, ist es demokratisch. (Video 50 min/engl.)

Ich bin ja der Meinung, niemand muß ins Internet. Niemand muß sich dort publizieren. Und im Falle Springer bedarf es ja den Bild-Blog, damit nicht gar so schlimmes an Unwahrheiten verbreitet wird. Und wie es der Zufall will, kann man dort lesen:

Der Nachrichtenchef von stern.de, Dirk Benninghoff, spricht gegenüber der Schülerzeitung “Marie” ein offenes Geheimnis aus: “Online-Redaktionen werden niemals so besetzt werden wie Print-Redaktionen zu ihren besten Zeiten, weil man damit tendenziell nicht so viel Geld verdienen kann…

Und dann taucht noch die Meldung auf:

“Bild”-Ableger für Jugendliche
In Berlin soll ein rund 15-köpfiges Team an einer jungen Version der “Bild”-Zeitung arbeiten. Das neue Blatt ist als Tabloid konzipiert und soll bewusst ohne die klassischen Themen auskommen. Als Testmarkt wurde jedoch bereits Frankfurt am Main auserkoren. (Spiegel)

Da freuen wir uns in Frankfurt schon drauf. Und weil das alles sich so toll liest, gleich noch eine Meldung aus dem Hause Springer, die sehr brisant ist:

WELT KOMPAKT wird inhaltlich und optisch erneuert
Die kleine Schwester der Tageszeitung Die WELT, WELT KOMPAKT, startet heute eine große Innovationsoffensive und richtet sich sowohl inhaltlich als auch bei der Verbreitung neu aus. Mit zusätzlichen redaktionellen Schwerpunkten wie Internet und Lifestyle soll verstärkt eine junge Zielgruppe in Metropolregionen angesprochen werden….
WELT KOMPAKT führt als erste überregionale Tageszeitung ein tägliches Internet-Ressort mit einer täglichen Doppelseite ein und setzt konsequent auf die Vernetzung und Interaktion mit sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Youtube und jetzt auch Google Wave.

Twitter, Facebook, Youtube, Google Wave… wie war das mit dem Kommunismus?
Es ist einfach falsch zu denken, im Web müsse alles kostenlos sein. (Mathias Döpfner)

Es kann natürlich sein, daß die Redaktionen untereinander sich auflagenstark zu einer Existenz twittern, was dann dem Leser als Qualität verkauft wird. Die Printausgabe von WELT hat ja schon auf ihrer Eingangsseite so eine kleine Box, aber ob vorab für den Abdruck die Urheber gefragt wurden, weiß man nicht. Ich denke nicht. Vielleicht nehmen sie ja auch nur ihre eigene twitter-box, wo dann ganz klein geschrieben steht: Alles was hier steht, gehört uns, kann verwertet werden. Mit den absenden des Textes erklären sie sich damit einverstanden. Muß man mal abwarten, von einem Qualitätsjournalismus kann da jedenfalls nicht die Rede von sein. Und wenn DE-Welt dafür bezahlt, gut, selber schuld. Es stellt sich generell die Frage, woher die Journalisten ihre Informationen haben. Oft kommen ihre Informationen über den Ur-Pressemitteilung-Staus nicht hinaus, ist es ein wenig mehr, bedienen sich der frei zugänglichen Quellen, wie Blogs, Foren, Wikipedia etc.. Es ist quasi nichts anders als das was in einer Studie aus Darmstadt angesprochen wurde:

Es macht keinen Sinn, das 137. News-Portal zu sein, das dieselbe Nachricht leicht modifiziert ebenfalls veröffentlicht”

Viel Arbeit wenig Brot und Kaffee auch alle…
was freue ich mich auf morgen, wo es locker vom Hocker im Blog Richtung Top 2000 geht :-)

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