Nix wie weg

Das Bild ist das Letzte was man sieht, wenn man sich aus last.fm ausklinkt - alles im neuen Licht dort. Und wo gehen wir hin am Wochenende? Schließen wir uns den 36 Leutchen an, die in Frankfurt zu den “Grashüpfern” wollen? Wohl eher nicht, ne? Wobei… man weiß ja nicht, ob die 36 Leutchen auch bleiben bzw. nicht schon das Weite suchen, wenn die Herren ins Rampenlicht treten. Alles schon dagewesen…
Erlebt habe ich das bei Loop Guru, im Frankfurter Nachtleben.
Das Nachtleben war gut besucht, dann kam Loop Guru auf die Bühne und bestimmt die Hälfte der Besucher hat den Rückzug angetreten. Denke ich so bei mir, was ist denn mit denen los? Wieso gehen die dann? Der Grund war Loop Guru. Verlotterte Punks kamen auf die Bühne. Die am gehen waren, gehörten zu der oberen Schicht Frankfurts. Also das, was man vom Bankenviertel gewohnt ist, was geduckt in den Etablissements des Rotlichtviertels einen kurzen Halt einlegt, bevor der Zug sie wieder auf’s Land bringt. Loop Guru war vom Äußeren nicht kompatibel für die Leutchen. Ich weiß auch nicht, mit welchen Vorstellungen um Loop Guru sie das Nachtleben betraten. So war wenigsten Platz für uns zum grooven, denn die Gurus legten mit drei Drummer los. Was denen Leutchen entgangen ist… Sind sie selbst schuld, wenn sie nix im Alter zu erzählen haben, von roten Glühbirnen abgesehen. Und Loop Guru gehörte zu den wenigen Bands die ich als Schreiberling gepusht habe wo es nur ging - aus Überzeugung. 34,95 DM hat ihre erste CD “Duniya” gekostet und die war irgendwie völlig an dem vorbei, was so im Underground angesagt war: “Ui, die Neuzeit-Dissidenten kommen.” Und das war ein Tip aus einem Plattengeschäft bei Köln. Und die wußten, der Verrückte der sucht immer das Seltsame, das etwas andere Programm und haben mir dann solche Geschichten beiseite gelegt. Darunter fiel auch H3ÖH oder die Single “Blue Room” von The Orb. Über 30 Minuten “Blue Room” und als Schulze-Zögling kann man ja nicht ablehnen - als her mit. Ein Witz die 4 Minuten auf last.fm.
Auch die em:t-Reihe gehörte dazu. Nur so skuriles Zeug
Und weil es manchmal nicht skurril genug zugehen kann, die deutliche Abgrenzung zur Masse ausgebaut werden muß, habe ich wieder bei Sub Rosa einen Stuhl hingestellt. Electronic pur, frei nach Fisherman’s Friend: Ist die Avantgarde zu krass, bist du zu schwach. “Seuchengebiete” von Asmus Tietchens sind da der Grundstock, ebenso die “Rungholter Tänze, Erstes Buch” von Mechthild von Leusch - alles andere ist Seifenschaum für Warmduscher
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Erst recht für die Nachbarn meiner Mutter. Er schneidet gerade “Top of the Pops” für den Video-Oldie-Abend incl. Erdbeerbowle zusammen. Bei Uschi in Offenbach waren sie auch schon zwei Mal. Und als ich an der Tür schon stand, kam noch: “Manfred Sexauer kommt auch demnächst.”
Alles nicht mal halb so unterhaltsam, als wenn Amstidammi die Top 2000 aus den Niederlanden präsentiert.
… und die Nachbarn meiner Mutter sind vorweg mindestens 10 Jahre jünger als wie ich (wir Frankfurter dürfen das so schreiben). Skekse allerorten, nix wie weg, obwohl die Erdbeerbowle ja ein verlockendes Angebot ist.
Verfaßt unter…
Zeit: 70 min.
Getränke: Kaffee
Verzehr: Streuselkuchen
Musik: Loop Guru - the fountains of paradise
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