Retro
Fröstelig ist es da draußen, Herbstwetter. Da hilft auch nicht „Copa Mundial Muzique“, „Bossa Cuca Nova“ oder gar „Brazilian Beats“. Alles durchprobiert, es bleibt fröstelig, sowohl in den Knochen, wie außen vor der Fensterscheibe. Nicht mal Fila Brazillias „Black Market Gardening“ erwärmt die Seele, obwohl die schon im Repeatmodus läuft. Wobei, das ist wiederum eine Scheibe, wo die Welt untergehen kann, juckt nicht. Wirkt sehr beschwichtigend aufs Gemüt und kann ich nur jede/m Autofahrer/in empfehlen. Statt sich dumm und wund über eine Begebenheit zu hupen die schon längst vorbei ist, entspannt das alles an einem vorbeirieseln lassen. Funktioniert auch mit LTJ Bukem und Blu Mar Ten als Therapeuten in vielen Lebenslagen.
Kennt ihr alles nicht, woher auch. Kommt davon, wenn man ewig am alten Kram festklebt. Obwohl, die genannten Acts und Produktionen haben auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, aber da kommen keine Jahrzehnte zusammen. Aber mit dem alten Kram fährt die Musikindustrie guten Umsatz nebenher ein. Läuft alles nebenbei, weil hierzulande die Gesellschaft, zumindest ein großer Teil davon, sich zurücksehnt nach früher, nach der guten alten Zeit und gefragte Artists mehr oder weniger Selbstläufer sind. Ich staune ja immer über die Bekanntmachungen an den Litfaßsäulen wer da alles auf einmal zugange ist. Sogar OMD findet sich wieder zusammen. Police ist auch wieder da, wobei das ja eine Geschichte ist, die ein Leben hält, weil kein spezifischer Zeitlook da eine Rolle spielt. OMD ist SynthiePop, war vor 20 Jahren oder so; Mitte der 80er. Kennt die noch wer? Na ja, jedenfalls sind sie in Mainz zu bestaunen und noch andere Veteranen. Irgendwer muß da wohl ganz nett nachgefragt haben, ob sie nicht Lust haben. Umsonst werden die das auch nicht gemacht haben und wer immer da nachgeholfen hat, das Risiko für denjenigen ist gering, weil – Sehnsucht nach Altem *summt die Melodie von Yello/Joy Rider*. Und schaut man sich die Listen so weiter an, Mainz steht ja nicht alleine dafür, wer da noch so alles den Kopf wieder rausstreckt, wird so ganz nebenbei aus einer damaligen Eintagsfliege in der Medienwelt/Wikipedia ein Kultact daraus, gar eine Poplegende. Ganz früher wurde man nicht Wirt, sondern Bahnhofswirt, wenn selbst die örtlichen Institutionen einen nicht mehr gebrauchen konnten. So ändern sich die Zeiten. Vergessen wird bei dem Scheuklappenblick auf diese kleinen musikalischen Randnotizen des damaligen Alltags – so dolle war diese Zeit nun auch wieder nicht, um sich da nun in ein Einmachglas zu setzen und verklärten Blickes dahinzuschwelgen.
Und verlogen ist dieses Retrovolk auch. Denn einer hat sie alle geschlagen, die Beatles, die Rolling Stones, Pink Floyd… er hat sie alle stehen gelassen, nur davon will heute niemand etwas wissen. Still und leise wird das Deckchen des Schweigens darüber gelegt. Aber ich lupfe es für euch mal, damit ihr wißt – Kult sind auch lange graue Unterhosen, die hatten sie damals auch alle an, es waren nur Wachsjungfrauen unterwegs. So cool sind die alle damals nicht gewesen, wie sie heute tun. Hinterher, 30 Jahre später, kann man viel erzählen und so tun als ob… Also, Vorhang auf für den Star, der alle damals gefühlten Gefühle wirklich für alle zurückbringt.
Und meine erste LP (1969) stammt von ihm, habe ich heute noch (auch Mono abspielbar). Da war ich noch klein, konnte alle Lieder mitsingen und lüftet das Geheimnis um die Sonnen(blumen)kinder - er war’s.







Donnerstag, 28.Juni 2007 18:59Hast die Spice Girls vergessen, die ham wohl zuviel Schulden
Freitag, 29.Juni 2007 00:04