Sex ‘n’ Pop
Ein wenig spät dran mit diesem Eintrag… aber ist ja noch aktuell.
Zufällig letzten Donnerstag die ersten beiden Teile von Sex ‘n’ Pop auf Arte gesehen? Vier Teile folgen noch – kommenden Donnerstag Teil 3/4 von 23:30 – 1:20h. Da konnte man einiges erhaschen. So unter anderem: The Who. Das war schon ein Unterschied zu The Who in Österreich im Jahre 2006. Die Zwiebel ist allgegenwärtig.
Aber es ging ja um die Message im Pop und Rock. Mit Elvis Hüftschwung es begann. Schlagersternchen bis dato allerorten, brav, sittsam zugeknöpft und dann tobt da einer auf der Bühne herum. Die Botschaft eindeutig: Sex. Bis dato ein Tabuthema. Das Licht aus im Schlafzimmer und der Rest… nun ja. Für die Frau von damals sowieso – willig und ohne murren, man(n) weiß so wenig. Kein Vergleich zu heute. Mit Janis Joplin stellte eine Frau in der Männerdomäne Rock die Weichen neu. Der Mann in der Frau oder die Frau nur gleichberechtigt?
Während Männer sich betont weiblich geben konnten, hatte Janis Joplin allerorten ihren Kampf auszutragen. Faszinierend für die Männer und doch „abschreckend“. Was wir damals im Musikunterricht durchnahmen – einer der wenigen Lehrer die wir hatten, die weit ihrer Zeit voraus waren – kam auch zur Sprache. The Rolling Stones vs. The Beatles. The Beatles Schlagersternchen darstellten, zugeknöpft bis oben hin, während Mick Jagger quasi die Mädels zum kochen brachte – mit Rock. Flower Power kam und viel später dann das breitgefächerte Marketing „Sex“ im Pop. „Je t’aime“ – die Kindfrau Jane Birkin mit Serge Gainsbourg. Lustvolles Gestöhne landete mehrmals auf dem Index. Jahre später Donna Summers Hommage an Marilyn Monroe mit „Love To Love You Baby“. Das war ihr Stempel und künstlerischer „Untergang“. Das Demo-Tape die Runde machte, überall lief und sie kam nie mehr aus dieser Schublade heraus, obwohl sie immer ernsthafte Musik machen wollte. Samantha Fox wollte so sexy wie Donna Summer sein. Auch sie kam nicht mehr aus diesem Sex-Loch heraus, obwohl sie wollte.
Und heute – ohne Sex geht es kaum noch. Sex ’n’ Pop ist auch nichts Besonderes mehr. Bei Sichtung: Nur eine weitere Gemüseverkäuferin die nicht mal Phallobst im Angebot hat, und dies ein Zeichen ist, daß ohne Haut da nichts zu holen ist. Während die einen mit ihren Texten und Bühnenshows Frau mit der Aufforderung: „Schüttle deinen Schwanz“ (tut mir leid… das singen die Mädels) emanzipieren wollen, leicht irritieren und darauf hoffen, daß da unten im Publikum es wirklich wer tut, geht es auf der anderen Seite wie gehabt in geballter Form weiter. Frau als Ware verkauft den Sex mit dem Anhängsel Pop, was prächtig läuft. Spricht für den Mann.
Naja, ich hatte es ja nie so damit, deswegen auch Amon Düül im Schaufenster
Welche der Damen von Abba oder Baccara ist erotischer? Weltbewegende Frage in meinem Umfeld. Dabei sind alle so unerreichbar entfernt. Geht man doch lieber zur Nachbarin, die ebenso hübsch wie erotisch verpackt ist, oder nicht? Ich wollte sowieso nur “Sauerkraut” - auch von der Nachbarin.
Jedenfalls sind das schöne Schmankerl, teils auch trauriger Art, die Arte da auffährt. Leider sehr spät am Abend für die arbeitende Bevölkerung, aber die guckt ja eh mehr ARD/ZDF mit den Musikanten aus dem Zillertal um 20:15h. Und Semesterferien sind ja noch.
Do, 17.08. ab 23:30h Sex ‘n’ Pop Teil 3/4
Do, 24.08. ab 23:40h Sex ‘n’ Pop Teil 5/6






