Das fehlende Loch


Wirsinggemüse nach hessischer Art gab es, dazu Frikadellen. Und erspäht man in der Frikadelle ein kleines Loch, dann ist dies ein Zeichen dadür - die Frikadellen sind nach Großmutter Art zubereitet. Das Loch dient u.a. dazu, daß das Fett in der Frikadelle rauslaufen kann, die Frikadelle nicht platzt und es außen schön knusprig wird, ohne aufgeplatze Kruste. Nun kann es auch sein, daß wenn man einen zu kleinen “Stecher” für das Loch nimmt, daß das Loch wieder zuwächst. Man sieht es dann nicht.

Ein Loch in den Frikadellen war jedenfalls nicht zu sehen und als Muttern nachfragte, ob ich noch einen Nachschlag möchte, sie hat auch noch eine Frikadelle, stand auf einmal Loriot vor mir. Auch vom Geschmack waren die Frikadellen anders, aber man weiß ja nicht, was so einer Hausfrau plötzlich beim kochen am Herd an Kreationen einfällt. Ich gab ihr dann zu verstehen, Wirsinggemüse ja, Frikadelle keine mehr.

“Schmecken dir die Frikadellen nicht?” - das ist Loriots Stimme.

Böse Falle… aber jetzt gilt’s.

“Doch, schon, aber deine Frikadellen schmecken besser.”

Kurzes Schweigen.

Mutter nahm den leeren Teller und meinte: “Gut, dann kaufe ich die nicht mehr. Es waren sowieso die Letzen.”

Puuuh…
Wie gut, daß man die Küche der besten Hausfrau kennt. Das fehlende Loch in der Frikadelle macht nun mal den kleinen, aber feinen Unterschied aus. ;)

Tags: Frikadelle, Hausfrau, Loriot

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2 Kommentare zu “Das fehlende Loch”

  1. Amsterdammer


    Samstag, 5.Mai 2007 00:10
    Gravatar of Amsterdammer 1

    Meine Mutter hat immer Bouletten gebraten, nie Frikadellen, weil sie im Krieg in Berlin war. Und Löcher gibt’s nicht in Bouletten, aber oft zuviel Zwiebeln, die zerfetzten immer die Oberfläche, und Stunden später mich … :oops:

  2. S.i.T.


    Dienstag, 15.Mai 2007 18:44
    Gravatar of S.i.T. 2

    :) dann lade ich dich mal zu oberhessischen “Salzekuche” ein, mit Speck und so… den mach’ ich selber :gg: