Wer schon im Frühling bzw. im Frühsommer eine Art Eyecatcher (Hingucker) auf der Mainpromenade darstellen will, sollte jetzt schon zugange sein, überflüssige Pfunde wegzubekommen. Das ist nicht einfach, aber bunte Medienwelt geht einem jede Woche zur Hand. 120 Pfund sind da kein Thema, eine Kleinischkeit, der Rekord steht bei 130 Pfund. Das ist das, was ich so mitbekomme, wenn ich für meine Mutter die Zeitungen besorge. Und das mit dem abspecken geht das ganze Jahr über, jede Woche die ultimativsten Tips für die Frau. Für die Männerwelt gibt es da nicht sooo viel, momentan ist es die Zeitschrift Men’s Health die mich jeden Tag beim Zeitungshändler daran erinnert, mal so langsam in die Gänge zu kommen, damit das mit dem Eyecatcher auf die alten Tage was wird. Über das, was Men’s Health als Titelbild/Vorgabe auffährt, brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Das ist jenseits von gut und böse. Die Frage schließt sich ja dann an: Für wen die Qual? Für daheim? Damit irgendwer einem nachguckt? Und dann? Dann hat man’s aber.
Für die Mädels hat die Wissenschaft aber kürzlich herausgefunden, daß das Ziel “Klappergestell” gar nicht gesund ist, ein paar Pfündchen um die Hüfte sogar gesünder sind. Die Extraschicht Fett an den sogenannten Problemzonen mindert das Risiko von Herzerkrankungen und Diabetes. Das haben Forscher der Universität Oxford herausgefunden. Das gilt nicht für den Mann, denn beim Mann sammelt sich ja alles vorne als Bauch an. Bevor der Po dicker wird, hat er einen dicken Bauch. Und je dicker der Bauch, desto mehr werden Fettsäuren bei Anstrengungen durch den Körper transportiert, wo sie in der Leber oder in den Muskeln eingelagert werden. Die Folge daraus: Diabetes oder Herzflattern. Außerdem gehen vom Bauchfett Moleküle aus, die Entzündungen hervorrufen können. Sollte Mann mit Bauch nun ins Grübeln kommen, mooooment, da ist noch was, noch ist kein Absatz im Text zu sehen. Aus Schweden kam die Meldung, daß dicke Männer weniger depressiv sind als normale oder dünne, sie deswegen ihr Dasein scheinbar glücklicher ausleben, weswegen sie in der Selbstmordstatistik ganz hinten anzutreffen sind.
Jetzt hat Mann natürlich die Wahl: Macht er was gegen dick sein, läuft der Selbstmord im Hebammenstudio so und so mit. Macht er nix, kriegt er früher oder später ein Herzkasper oder Diabetes. Von alldem steht aber nichts in den Überschriften bei Men’s Health.
Beim Friseur hat gestern die Vertretung meiner Friseuse gemeint – wieder kurz und knapp -, wir Männer hätten es viel einfacher, was das Lifestyle, Outfit und die Figur angeht. Da habe ich aber so meine Zweifel. Gestern auf einem Fernsehkanal zwei Männer mit einer Partneragentur auf Frauensuche in der Ukraine – wie weit die laufen müssen, um eine Frau zu bekommen. Frauen sieht man nie auf Männersuche in so weiter Ferne, und die kriegen auch Rabatt, hier und da gar alles umsonst wenn sie nur kommen. Ausgenommen sind die Dienstleistungen beim Friseur. Da müssen sie dann richtig bluten. Geschieht ihnen recht.
















