Marktschreier


Wenn in Frankfurt ganz großer Markttag ist (Konstablerwache) dann sollte man hingehen, schon der Stimmung wegen oder auch, um das Treiben der Marktschreier zu erleben. Bei denen ist immer was los und das sind absolute Profis, überwiegend aus dem Norden der Republik kommend -Aal-Schorsch und wie se alle heißen. Ich gehe da ja immer gerne hin, nur um die Marktschreier zu erleben, die Sprüch’ von denen mir zu Gemüte führen. Der eine odere andere Textschnipsel bleibt dann hängen ;-)

Das sind aber die Ausnahmen. Meistens sind sie langweilig, die Marktschreier. Und die Tage stand ein Marktschreier vor Reno - wurde so angekündigt - und der sollte irgendwie 20% Rabatt auf Markenschuhe anpreisen. adidas, nike, Reebok… alles billiger. Der Marktschreier war älteres Baujahr, grauer Lockenkopf und sollte also die Regale leeräumen, Sneakers und Air-Leisetreter - Trendmodelle der Jugend - loswerden, da neue Modelle kommen. Als musikalische Untermalung der 20% auf adidas, Reebok, nike und anderen, lief Pop-Explosion der 70er. Und irgendwie war es dann auch so, daß wenn er die 20% auf adidas, nike und anderen verkündetet, man dachte, er verkauft vor Woolworth auf der Zeil den Gemüseschneider, den er vor 20 Jahren schon dort verkauft hat und nun so tun muß, als ob das nun die Messeneuheit wäre. Und dann kam mir der Gedanke, wenn der so weiter macht, kaufen sie alle “Jesuslatschen”. Ich habe mir das eine Weile angeschaut, es hat niemanden interessiert, nicht mal die Zielgruppe. Verständlich.
Wenn ich da Chef gewesen wäre, ich hätte den Kerl heimgeschickt und “geschäftsschädigend” als Begründung nachgereicht. Dann hätte ich paar Jungs/Mädels geholt, denen den Auftrag gegeben, mal Gas zu geben. Hip-Hopige 20% anbieten, mit Breakdance, was weiß ich. Eben ein Event draus machen, daß Sneakers und Air-Leisetreter da weggehen wie warme Semmeln. Mit einem Marktschreier vom Hamburger Fischmarkt wären die ruckzuck weggegangen, bin ich mir sicher.

Irgendwie leben wir hier ja doch noch auf dem Land. Aber wir haben eine glänzende Zukunft vor uns. Die FR hat bei Frau Oberbürgermeisterin angeklopft: Kein Leuchtturm, sondern Hingucker.
Und dann hüpfte mir kurz vor Frankfurt-Süd die wegweisende Webadresse entgegen:
fr.stadtmenschen.de

Ein Projekt der Frankfurter Rundschau. Natürlich werde ich mich da anmelden, bin ja kein Landei. Und außerdem lernt man dann so Land und Leute vielleicht noch besser kennen. Ich bekomme zwar wöchentlich meinen persönlichen Newsletter vom Journal Frankfurt, sehe ich auf einen Blick wo in meiner Ecke was am brummen ist, aber diese Geschichte da könnte eine gute Ergänzung sein. Sind ja erst am Beginn, aber da taucht schon der “Kleinkunstkreis Märzwind” auf. Alleine der Name läßt den Feenwald aufleben. Märzwind. So einen poetischen Zungenschlag kriegen wir Frankfurter nicht mehr hin.

Und zum Schluß noch eine Suchmeldung: Wenn wer weiß, wo die Jungs von Foobar hingezogen sind, bitte melden. Würde gerne dann meine Links updaten, ist ja wichtig, denn ohne die Jungs kommt man als Newbie nicht sehr weit. gefunden: http://foobar-users.de/ (ich überprüfe morgen die Links, das da nix ins Leere läuft)


Verfaßt unter…
Zeit: 40 Min.
Getränke: —
Verzehr: —
Musik: —

Tags: Frankfurter Rundschau, Lifestyle, Oldies, Oldies but Goldies, Pop, Stadtmenschen, Zukunft

Verwandte Artikel

Die Kommentarfunktion ist hier ausgeschaltet.