Risiken und Nebenwirkungen
“Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie Ihren Automechaniker oder Versicherer.” Dieser Satz hat noch im Nachspann zu “The Fast and the Furious: Tokyo Drift” gefehlt. Den habe ich gerade auf RTL gesehen, noch nicht gekannt und da kamen jede Menge Hinweise beim Abspann: Strecke gesperrt, nur Profis am Werk, nur mit Polizei und nicht zum nachahmen geeignet. Haben sie ja nicht ganz unrecht. Hier in Frankfurt fahren sie ja auch Rennen - illegal. Polizei immer hinterher. Aber deswegen schreibe ich nun nicht.
Der Film hat mich an meine Rennfahrerkarriere erinnert. Mit meinem Käfer bin ich im Rübenfeld stecken geblieben, kam nicht mehr raus, mußte ein Freund mit seinem Saab kommen, mich rausholen. Später dann in “Need for Speed” gleiches Drama. Autos immer kaputt, oft letzter und alles ohne Tusch. Einzig in “have a n.i.c.e. day” ich gut war, aber nur wegen den Cheats. Bin ja immer Käfer gefahren - Ehrensache. Da kammen die immer angebraust, ohne Rücksicht auf mein Käferchen, einfach mich beiseite geschubst… dann haben’s mich wieder überholt, war ich somit überrundet. Hatte ich Schnüss voll und habe aus meinem Käfer Dudu gecheatet, hatte somit alles mögliche, vom Raketenwerfer bis zu den Tellerminen, an Bord. Bin ich wieder da rumgezockelt, und als sie dann von hinten zum überrunden angesetzt haben, mußten sie eine nachhaltige Denkpause einlegen.
Aber wirkliche Ehre bekam ich von unseren ostdeutschen Brüdern. Als damals der Zaun abgerissen wurde, habe ich dann den neuen Osten mit meinem Käfer erkundet - unfreiwilliig. Unfreiwillig deswegen, weil ich ja nach Frankreich wollte und dann merkte, daß der Personalausweis abgelaufen war. Bei meinem Glück wäre ich bestimmt an der Grenze in Verwahrsam genommen worden. Also bin ich in den neuen Osten aufgebrochen - quer Beet Richtung Roststock, dort eine Woche Urlaub gemacht, denn dort ist auch Wasser und meh(e)r.
Unterwegs an einer Tankstelle, riesengroße Schlange bei dieser 2-Taktersäule, hat mich einer angesprochen, gefragt, was der Käfer so macht. Sag’ ich: “110 Sache - ohne Rückenwind”. Hat er gelacht und gemeint, sein Trabi macht mein Käferchen platt. Hab ich ihn ausgelacht und angemerkt, er soll sich noch ein zweites Auspuffrohr dranschrauben, würde er wenigstens noch als Schubkarre durchgehen. Und das hat ihn gewurmt und wir haben ein inoffizielles Rennen gemacht. Mein Käfer gegen den Trabi und mein Käferchen hat den Trabi plattgemacht. Hinterher haben wir so geplaudert und da hat er erzählt, was man so aus einem Trabi alles machen kann. Und ich habe ihm erzählt, was man so alles aus einem Käfer machen kann, frei nach dem Motto: Dudu macht das schon.
Natürlich hatten die Trabi-Tuner ganz andere Verhältnisse und unter diesen hätte ich mein Käferchen nie so aufpäppeln können.
Das war jedenfalls das einzige Ruhmesblatt in meiner Rennfahrerkariere und es war ein schöner Urlaub im neuen Osten. Wollte ich nur erzählt haben; wegen dem Film
Verfaßt unter…
Zeit: 40 min.
Getränke: Cola
Verzehr: —
Musik: —






