
Rush Hour am Main
Erstaunlich ist aber, daß bei Bronski die gefehlt haben, die sonst bei dem leisesten Hauch des “Antisemitismus” sofort zur Stelle sind. Die komplette belesene Riege von Abraham, Heinrich & Co. glänzten durch Abwesenheit, obwohl sie sonst da nichts auslassen. Und Pfeiffer jongliert mit Zahlen… Ich habe zumindest vorher abgesagt, gehört sich so, wenn man zur fr-blog-Familie gehört, Bronski da versucht den fr-blog lebendig zu halten. Ärgerlich, daß der Termin mit Pfeiffer sich kurzfristig verschoben hatte.
Statt bei Bronski sitzen, am Main entlang – mit Geschwindigkeitsmesser. 10 km sind es, wo ich dann mein Programm abspulen kann. 20 km/h konnte ich gestern gut halten, war kein Gegenwind, schönes Wetter obendrein. Der Rückweg allerdings ungefähr 2-3 km weniger Trainig, weil Rush Hour am Main.
Ich muß ja nicht viele Straßen überqueren. Eine am Universitätsklinikum in Niederrad. Da muß ich warten an der Ampel, damit ich die Straße überqueren kann um runter an den Main zu kommen. Die Ausfahrtstraße vom Klinikum bekommt mit den Radfahrern/Fußgängern gleichzeitig grün. Und ich habe den Braten gerochen, Frau mir am Steuer angeguckt: Die fährt los ohne zu gucken. Und so war es auch. Ich war schon viertels auf der Straße, kam sie angebrettert. Habe ich ‘ne Krisch getan… hat sie gestanden, empört mich angeschaut. Habe ich nur auf die Ampel gedeutet, wo so dezent was gelbes für sie blinkte. In Oberrad vom Ruderdorf kommend, links abbiegen zum Oberräder Bahnhof – mit Armzeichen -, wird man bald umgefahren wenn man nicht 20 Mal hinter sich schaut. Da fährt man schon mitten auf der Straße zum links abbiegen, was machen die? Die überholen einen links auf der Gegenfahrbahn. Ein Idiot macht es vor, 20 Frankfurter hinterher. In Offenbach gleiches Spiel. Ampel für Radfahrer grün, wer fährt einen bald um, obwohl dunkelrot die Ampel für Autofahrer ist? Offenbacher mit Unterschicht-Golf. Dumpfbackenmucke für alle im Umkreis von 10 Blocks aufgelegt, aber blind wie Paul, der war bekanntlich ein Maulwurf.
Die Rundschau hatte ja gestern einen B-Teil in ihrer Ausgabe. B = Bike. Und da kamen paar Leute zu Wort die den Launefaktor ihrer Fahrtstrecke mit dem Rad zur Arbeit bewerteten. Ihre Strecken kamen immer gut weg. Wenn ich ja jeden Tag diese Strecke fahren müßte – 10 km wunderbar, 3 km absoluter Horror. Die 10 km noch auf Stadtwegen, also nicht am Main entlang, ich würde kein Fahrrad zur Arbeit nehmen. Mainzer Ldstr. schiebt man am besten. Die fahren da ja wie sie wollen, können Verkehrsschilder was anderes erzählen, juckt die alle net. Nur rechts abbiegen ist erlaubt, nöö, links abbiegen ist geiler, spart man eine kleine Runde um den Block. Zwei durchgezogene Linien auf der Mainzer Ldstr. erzählen eine Geschichte, interessiert aber die wenigsten. Hofausfahrt raus, mit qualmenden und quietschenden Reifen quer über die Mainzer Ldstr. gebrettert, steht er dann vor mir, will noch was raushaben – türkische Unterschicht aus dem Gallus. Vor paar Jahren hat es einem das Leben gekostet. Jener hat an der Ampel gestanden, kam auch wer der meinte durchgezogene Linien sind keine Poller, es kam nur die Straßenbahn. Die Brocken haben den Mann der an der Ampel stand erschlagen, der war auf der Stelle tot. Es gibt auch andere Stecken, wie die Frankenallee, wo man ein wenig sicherer als Radfahrer ist, aber die Hauptstrecken sind Horror für Radfahrer wenn man da lang muß.
Das sind so die kleinen Epsioden aus dem Radfahreralltag in Frankfurt. Also, auf der Hinfahrt kann ich noch eine Schippe drauflegen – Ziel dann die 10 Km mit 25 km/h bewältigen, darf dann aber kein Gegenwind sein. Der bläst da unten nämlich ganz schön. Und auf dem Rückweg muß man dann kürzer treten, weil viel Volk unterwegs ist- ist Happy Hour am Main. Und da muß man für 20 Leute gucken, besonders wenn die Touris vom Römer kommend über den Eisernen Steg dann dort einfallen. Ein Gebaren wie auf dem Land, wo einmal am Tag Bauer Heinz mit dem Traktor kommt. Lustig ist auch, wenn Frankfurter Oberschicht kleines Irgendwas an der Leine ausführt. Hund ganz links, Frauchen ganz rechts und quer über dem Weg die Hundeleine. Und wenn man dann nett fragt, ob sie denken, daß Frankfurt ihnen gehört, ist man dann der Buhmann.
Also, da sind dann keine Trainigseinheiten ala 20 km/h möglich.
Dafür geht es heute wieder durch den Wald… aber das wird auch so eine Sache. Mein Bekannter will mit. Und der hat ja die Angewohnheit von hinten dann einen Spurt zu machen, lachend an einem vorbeizufahren. Dann sagt man sich, na gut, tritt auch in die Pedale, auf einmal bleibt er zurück, backt wieder kleine Brötchen – muß man dann immer auf ihn warten.
Meine Oberschenkel merke ich aber heute doch ganz schön und im Gallus haben sie nun gestern mitbekommen, daß ich tatsächlich die Beine rasiere. Hatte meine leichte Kluft an. Die dachten immer ich uze da nur rum, weil sie ja immer sticheln – rassistisch würde das anderswo genannt werden – und da lege ich immer eine Schippe drauf. Jetzt habe ich ihnen erzählt, daß ich ja auch schwimme, hochleistungschwimmen betreibe und da zwei Badeanzüge seit neustem vom Weltverband verboten sind, hat man deswegen auch kein Härchen an den Beinen. Da geht es um 100stel. Haben sie mich erst prüfend angeschaut… Ich glaube sie haben’s geschluckt.
Das war so mein Tag gestern, das Leben vor dem Blog, den Bunkertoren. ![]()
Verfaßt unter…
Zeit: knapp 1 Std.
Getränke: Kaffee
Verzehr: Honigbrot
Musik: Groove Garden: Together in silence
Jens Buchert – Bug in mind

















50,4 km hat vor 10 Minuten der Tacho angezeigt. Und mein Bekannter muß heimlich geübt haben
2x hat er mich plattgemacht, darunter einmal bei ganz vielen Hügeln. Hatte ich den falschen Gang drin
Jetzt esse ich ‘ne Pizza, dann geht’s duschen, dann sind die fr-stadtmenschen an der Reihe und dazu sind dann ein paar Fotos für ein paar Jugendliche zurechtzumachen. Habe ich versprochen – spätestens bis Sonntag. Wird Zeit, ne?
Euch ein schönen Sonntag, cu rü