Ich habe vorhin einen wichtigen Anruf getätigt, nach Berlin. Und wie jeder wichtige Anruf nach Berlin, lief auch dieser wieder ins Leere. Eine nette Frauenstimme im Irgendwo erzählte mir wie immer, mit wem ich verbunden bin, leierte die 10-stellige Zahl runter, damit ich weiß, daß ich nicht falsch verbunden bin – als ob wer sich solche Nummern merken könnte – und dann durfte ich, wie immer, nachdem ein Euro schon durchgerasselt war, mein Sprüchlein aufsagen.
„Also lieber Andreas, wenn du dich nicht bald meldest, rufe ich deine Ex-Freundin in Hanau an und die sagt mir dann, in welchem Wohnwagen du an der Spree anzutreffen bist und wenn du wach wirst, bist du mit samten Wohnwagen wieder bei Fürst Roland an der Nidda. Dann guckst aber dumm und dann darfst wieder nach Berlin, den letzten Koffer holen.“
Viel hilft das ja nicht, wobei ich ja nun überlege, wenn man so ‘ne Telefonbox vollquatscht, irgendwann muß die doch voll sein. Anderseits, wer nicht will, der hat. Aber dann, irgendwann kommen sie an, wie neulich ein Mädel… Weit über zwei Jahre verschollen, dann erzählt sie – war doch nur ein Jahr. Bin ich böse geworden, denn veräppeln lasse ich mich nicht gerne. Und die Funktion eines 5ten Wagenrades habe ich schon lange abgelegt. Verstehen wieder nur die wenigsten, aber irgendwo ist man sich ja selber etwas schuldig. Aber anderseits… vielleicht ist das Handy schon längst beim Türken zum Verkauf und er hat ein anderes Handy, weiß meine Nummer nicht, ich seine nicht…
Leichter hat man es nicht im Leben der modernen Kommunikation.
Verwandte Artikel
Tags: Berlin, Fürst Roland, Wohnwagen
















