CD
Als mein Bruder neulich bei mir war, meinte er so beiläufig in Anbetracht der Ansammlung an Musikwerken in meiner Wohnung:”Wenn es dir mal ganz schlecht geht, kannst ja ein paar Schallplatten/CDs über eBay verkaufen.” So kann nur jemand reden, der auch auf dem Markt Kartoffeln verkauft. Verschenken ja, verkaufen nein und so schlecht kann es einem ja nicht gehen, um sich von etwas zu trennen, was einen ein halbes Leben bisher begleitet hat. Aber mal gemäß der Fall ich würde, könnte es sein, daß dann wer auf der Matte steht und etwas von Pontius bis Pilatus erzählt, mir eine Rechnung mit der Überschrift Abmahnung auf den Tisch legt – Streitwert 10.000 €uro.
Vor 25 Jahren wurde die CD unter’s Volk gebracht. Unverwüstlich, hält ein Leben lang… 1982 war das. Und Abba machte den Anfang mit ihrem letzten Album. So erzählen sie es heute. Weiß ich nicht mehr, ich habe ihr letztes Album jedenfalls noch auf Vinyl gekauft, nicht weil ich CDs nicht wollte, sondern weil die Player schweineteuer waren. Und obendrein war man ja auch skeptisch, da die die Geschichte mit den drei Formaten im Videobereich noch im Kopf herumschwirrte (VHS, Betamax, Video 2000).
An der Börse in Frankfurt ist zur Zeit keine gute Stimmung. Aber nicht unweit davon, paralell zur Freßgass’, da wo ein paar Stiefel 600 €uro kosten, ein kleines Handy 6000 €uro – wer redet na noch von einem iPhone -, haben sie gefeiert. Unter einem Zelt, mit Warmhaltegasflaschen (Stückpreis 450 €uro) und Uschis Musicbox im Ohr (1 €uro) – Stehparty bei Tiffany.
Ach ja, die Musikwelt. Wenn die Branche nicht klagen kann, liegt sie wirklich darnieder. Auf einen legal erworbenen Song kommen immerhin noch 14 illegale Downloads – hierzulande. Aber die Petersilie in einer Meldung: Apple schwingt sich zum Retter der LP auf. Ui, Apple verkloppt Langspielplatten.
Ich lönnte mich ja dumm und dusselig verdienen. So mit 12 Studen nebenbei unter der Woche am Abend mal so eben monatlich 1000 Euronen beiseite schieben. Hätte obendrein so vier Leutchen unter mir… Nachteil an der Geschichte: Ich müßte die Leut’ bedubsche, denen ein x für ein u vormachen und dann ausquetschen. Das mache zwar nicht ich, sondern die vier Leutchen unter mir, dennoch läuft das irgendwie quer mit meiner Lebensphillosophie. Es steht nicht die Vernunft, sondern das dem Leben enger verwandte Fühlen und Glauben an erster Stelle. Deswegen habe ich abgelehnt und bei last.fm einen Nebenjob angenommen – für 0 Euro im Monat.




Anmerkungen