Frankfurt
Vielleicht wenn die Russe komme, vorher aber net
Ich habe ja letzte Woche hier an der Stadtgrenze von den Leut’ aus Offenbach nur Hohn und Spott geerntet, was das Heimspiel der Eintracht gegen Bayern München angeht. Der Auftritt der Eintracht war ja unter aller Kanonen und wer muß es ausbaden? Die, die der Eintracht seit Jahren das Fähnchen hochhalten. Die Schlappekicker auf dem Rasen nicht. Die legen den Auftritt a Akta, nächste Saison kicken sie in Mainz oder sonst wo. Rennen da rum wie Falschgeld und denken sie wären die Größten. Das bekommt man brühwarm aus Offenbach unter die Nase gehalten. Habbe se ja auch Recht, die Leut’. Ich bin ja auch der Meinung, es gibt kei echte Frankforter mehr, von mir mal abgesehen. Kein Herzblut ist da am pulsieren wenn mer durch Frankfort geht, sich die Leut’ anguckt. Alles Fremde, habbe sich da eingenistet. Von den Schreiberlingen der FR mal ganz zu schweigen…
Auf dem Weg ins Gallus bin ich vorgestern quer Beet durch Frankfurt gelaufen – von Osten (Volkshochschule) rüber in den Westen. Der Weg führte über die Zeil. In “my Zeil” habe ich mir neue Überzieher für die Knopf-im-Ohr-Dinger geholt (universal cushions for earphones and mircro headphones). Beim Brezel Benno mir eine eine Brezel gegönnt – ist Pflicht, wenn man schon dort in der Ecke ist – und so kauend dem Treiben zugeschaut. Viele Seelenfänger sind unterwegs, an jeder Ecke jemand mit viel Papier in der Hand, der dann was von einem wissen will. Nix wissen wollen tun se, wenn man man ihnen mit Knopf-im-Ohr begegnet. Und jene die gerne beim vorbeilaufen einen €uro hätten, werden auch immer jünger.
Paulinchen mit den Schwefelhölzern, der fliegende Robert oder Hanns Guck-in-die-Luft: Am Wochenende sind zehn Figuren aus dem “Struwwelpeter” – modern interpretiert – über die die ganze Stadt verteilt. Heute am Wochenende feiert Frankfurt den 200. Geburtstag des Struwwelpeter-Schöpfers und Bilderbuch-Arztes Heinrich Hoffmann.
Ich gehöre nun auch einem schwarzen Block an, nicht nur weil ich oft in schwarz mit Kapuzenshirt herumlaufe. Allerdings ist diese neue Gruppierung der Schwarzkittel noch nicht allzugroß. Um ehrlich zu sein, diese Gruppierung besteht hauptsächlich aus meiner Person – noch.
Gestern: Sonne, Sand und mehr, die Langstrecke am Main stand auf dem Programm – das Gallus rief. Ich hätte ja gerne im fr-blog bei Bronski gesessen, weil Prof. Pfeiffer dort zu einer Blogrunde zur Verfügung stand. Thema: Wie braun ist unsere Jugend? Mit den Zahlenspielen des Professors bin ich so nicht einverstanden. Und wie schon bei der Computerspiele-Erhebung bei den Jugendlichen, ist auch bei seiner “braunen Erhebung” unter den Jugendlichen viel Fragwürdiges dabei. Ich persönlich kann seine Schlagwortmethode nicht verknuzen. Den Spieß umgedreht: Mit seiner Methode stelle ich seine Generation bezgl. des Internetverhaltens an die Wand, dagegen ist die ausgezählte Jugend harmlos. Naja, jedenfalls war der Freitag schon lange ausgebucht, das Leben findet nun mal draußen statt, nicht in irgendeinem Blog.
Gut’n morsche Welt, alles im grünen Bereich? ![]()
Gestern habe ich ein Angebot bekommen, ob ich nicht “Bauchtanz” machen wollte, so wie dort auf dem Video zu sehen ist. Zumindest mal probieren. Habe ich so dezent auf meinen kleinen Hügel hingewiesen und schallendes Gelächter geerntet. Das wäre kein Bauch, bekam ich zu hören. Scheinbar verstehen die türkischen Kulturbeauftragten etwas anderes unter “Bauch”. Andere Länder, andere Bäuche. Habe ich dann weit ausgeholt und Giorgio Armani herbeigewunken und auf die Models gedeutet. Models gelten nicht, kam zurück. Aber es geht doch um den männlichen Bauch. Und von den Jungs da bin ich weit entfernt und wenn man damit Bauchtänze vorführt, vorausgesetzt man kann es, sieht die Sache schon wesentlich appetitlicher aus, als wenn ich denn da anfange. Der Bauchtanz soll aber gut für die Bauchmuskulatur sein.
Zwischen Güterplatz und Galluswarte, stolpert man mehr oder weniger auf der Mainzer Ldstr. über dieses nette Schild: citynah. mietklar. westsite.. Und spätestens seit “MyZeil” eröffnet hat, müßte Welt wissen, die Frankfurter wollen unbedingt weltlich auftreten, können nur net so recht. Das liegt an den verantwortlichen Damen und Herren, die da vor lauter Coolness nicht mehr wissen, wohin mit ihren wortgewaltigen Wortgebilden – deswegen MyZeil, kommt dem Erfolgsmodell MySpace ziemlich nah und liegt ja auch nah am Main




Anmerkungen