Frankfurter Rundschau
Köstlich. Köstlich. Köstlich.
Die Frankfurter Rundschau hat sich in den Sozialstationen des Web 2.0 ausgebreitet, verkündet mit vielen dicken kleinen Bannern stolz: Die FR gibt es auch bei: studiVZ, meinVZ, twitter und facebook. Die hauseigene Sozialstation fr-stadtmenschen ist a.D. bzw. a akta gelegt, denn damit kann nix geholt werden, kann man nirgends Eindruck schinden, schon gar nicht außerhalb des Dorfes namens Frankfurt am Main. Soviel zum Thema: Zum Umgang miteinander, ein sehr lesenswerter Artikel aus der Feder der FR-Redaktion, der schon seit dem 29.06.2009 die Eingangsseite ziert und als Handbuch für einen aktiven User aus dem Rhein-Main-Gebiet gedacht war. Nur für den Fall, falls solch Banausentum wie im Kölner Raum sich im Frankfurter Eck ausbreitet.
Wenn man Rundschauleser ist und nun vor der Kaffeetasse hockt, ganz tief in diese runterguckt, Krümel zu einem Gebilde formt, dann hat man alles gestern gelesen, nur nicht die gestrige Samstagausgabe der Frankfurter Rundschau. Die Rundschau hat gestern alles gegeben, kein blah-blah, sondern Fakten und Motivationsüberschriften, damit man weiß, was gut für dieses Land ist. Nach 15 Minuten auf der Wiese beim blättern der FR kam nur das für mich in Frage, was sowieso fest stand, weil es nicht anders aus meiner Sichtweise geht.
Vor vielleicht zwei Wochen hat nicht nur die Frankfurter Rundschau die Abwrackprämie auf einer Doppelseite gefeiert. Ganz viel CO2 und noch mehr Sprit wird eingespart, die Abwrackprämie ein voller Erfolg, quasi der ökonomischste Schritt seit Erfindung des Autos. Heute titelt die FR:
Autohersteller täuschen Verbraucher Falsche Daten mit System
Heute war ein guter Tag für mich. Ich habe einen weiteren Punkt bekommen, war mit meinem Text einen Tag vor Thomas Plaßmanns Karikatur in der Frankfurter Rundschau.
… das merkt doch keiner.
Eine Meldung ist raus, alle stürzen sich drauf, feiern und was für einen Blödsinn sie dann niederschreiben merkt keiner von ihnen. Auch nicht die Rundschau. Ich habe meiner Mutter die FR in die Hand gedrückt, soll Fisch drin einpacken oder nasse Kaffeefilter. “Ei Bub, was ist dann?” “Ach Mutter, jetzt feiern’s die Abwrackprämie, doppelseitiger Unsinn und keiner merkt’s. Alles der Umwelt zuliebe.” “Reg’ dich net auf, wenn mir was in der Bild nicht gefällt, lese ich es einfach nicht.” “Deswegen sollst se ja nehmen, Fisch damit einpacken oder sonstwas.” Das Pro-Windlichtspielchen (Energiesparlampe) läßt man sich ja noch gefallen, aber das mit der “Umweltprämie“, die keine ist, ist wieder ein Grund eine Pause mit der FR einzulegen – der Umwelt zuliebe, ’s merkt ja keiner.
Heute wird es ein wenig seltsam. Es wird wieder ein Thema aufgetischt, weswegen ich als Waldläufer im Bürgerhaus Offenbach mehr Treppen gestiegen bin, in mehr Zimmern reingeschaut habe, als in meinem ganzen Leben im Frankfurter Bahnhofsviertel. Aber da ist ein Lichtlein nun zu sehen. Das Lichtlein liefert die Frankfurter Rundschau auf Seite 44/45 unter der Überschrift: Reinemachen im Schilderwald (Ausgabe vom 01.09.2009). Auf Seite 45 rechts ist eine Spalte: ZEHN & EINS – 10 ausländische Schilder und ein deutsches, die wir in Deutschland öfters sehen wollen. Das wären: Vorsicht, kopulierende Elche (für Bayern) oder Surfer kreuzen (vor Internet Cafes) oder auch Vorsicht, ältere Leute (das kommt in mein Viertel, vielleicht hilft es mehr als Tempo 30).
Anschließend folgt: WAS FEHLT… und nun ratet mal, welch ein Schild nun fehlt
Hinweis ist gegeben.
(für die Feedleser: Erst mehr lesen, wenn geraten wurde)
An einem Montag lache ich ja selten morgens, aber gestern geschah es.




Anmerkungen