Lifestyle
Voll nervig sind: Stechmücken, der Nachbar mit seinem knatternden Rasenmäher, dröhnende mp3-Kids, zugemüllte Wiesen, wehrhafte Wespen und vor allem: schwabbelige Männerbäuche, die es anscheinend in rauen Mengen in und um Frankfurt gibt. So zumindest Petra Mies, Autorin der Frankfurter Rundschau (FR), die gestern auf Seite F23 Männerwelt hat wissen lassen, was sie von dem einen oder anderem Bauch hält.
Ich war beim Friseur, Augenbrauen nachzupfen lassen. Ist billig, kostet nicht die Welt und ist fast das einzige Vergnügen was mir als Unterschicht noch bleibt. Und dieser Friseur nimmt nur ausgebildete Friseuse auf, schickt sie auch auf Lehrgang. Also ein Allerweltshaarschnippler der bei Woolworth ein Haarschneideset für 3,95 €uro erstanden hat, kommt da nicht unter. Ein Haarschnitt kostet da deswegen auch keine 7 €uro wie man oft in der Stadt sieht. Und solche Betriebe muß man unterstützen, deswegen lasse ich auch die Augenbrauen dort zupfen, bei meiner Friseuse.
Die Tage hatte ich eine nette Unterhaltung mit jemanden, der bei H&M angestellt ist. Habe ich zu ihm gemeint: “Ihr ward auch schon mal besser. Momentan habt ihr wirklich nichts gescheites im Programm.” Hat er nur leicht genickt und gemeint, er muß es aber an den Mann, die Frau bringen. Es ist aber auch zur Zeit gruselig, was da an den Stangen hängt. Für mich eine Hose finden ist wie Lotto. Hosengröße 30/30 ist eine Rarität. Da hängt bestimmt immer nur ein Exemplar und bis ich gucke, ist es weg. Dann steh’ ich da und guck’ vergebens, zumal mir das ja eh alles net so dolle gefällt. Dann flaniert man weiter, schaut hier und da, und dann fällt man aus allen Wolken. Das absolute Armutszeugnis der Schneiderzunft reiht sich für ‘nen Heiermann auf -Lockangebote für eine ganz bestimmte Bevölkerungsschicht. Und es gibt nur eine Volksgruppe unter uns, die unter diesem Armutsdiktat sich begeistert outet.
Meine Model-Kariere für diesen Sommer kann ich mir wieder abschminken, ein Hingucker am Badestrand wird das jedenfalls nicht, wenn ich mich ausbreite. Mit zwei, drei Äppler im Blut würde man die Geschichte vom September letzten Jahres großzügig übersehen. Im Januar oder so, ist mir da allerdings die Tür aus dem Küchenunterschrank draufgefallen – alles marode hier in dem Haus. Und das übersieht man selbt mit Bembel im Blut nicht. Das betraf allerdings nur das linke Schienbein. Mittlerweile zieht das rechte Schienbein nach. Bißchen hier im Wald, bißchen da, kommst raus aus’m Gebüsch, bist zerdellert, während Reh und Hirsch so mir nichts dir nichts über das Unterholz im Galopp sich voranbewegt, ohne einen Kratzer abzubekommen. Im nächsten UO-Rollenspieldasein, das ist geanu in 243 Jahren, braucht mir keiner mehr anzukommen, von wegen quer durch den Wald im Dauerlauf, gar mit Rüstung da herumjoggen. Nur Elfen dürfen das und die Zwerge pflücken wir vom Unterholz ab, wie die Himbeeren von den Sträuchern.
Die Geschichte ist ja noch nicht fertig, mit dem Bekannten, dem Fahrrad und wipEout 2097.
Zwischendurch frage ich ja immer so beiläufig nach, was er so mit dem Fahrrad anstellt, weil mir das alles schon sehr suspekt ist. Dann erzählt er mir etwas von Kugellagern, Rohloff und was weiß ich alles. Und weil ich davon ja nun absolut keine Ahnung habe, hat er mir einen Katalog mitgebracht. Da kann ich dann nachschlagen um nachvollziehen zu können, von was die Rede ist. Aber so dolle interessiert mich das ja nicht, einzig bei den Klamotten ich immer hängen bleibe. Die interessieren ihn aber nicht, trotz meines Hinweis, daß man nicht mit “wipEout 2097″ rumfahren kann und dabei Schrebergartenklamotten zum Besten geben. Das wäre noch schlimmer als DE auf dem Campingplatz mit Sandalen, Socken und adidas-Hosen am Leib. Am Sonntag wieder mal angeklopft, hat er gemeint, “wipEout 2097″ wird besser, als das, was ich in den Schaufenstern von Fahrradgeschäften sehe. Ich soll mir die mal anschauen, auch mein Augenmerk auf die Reifen, die Tretlager, Federn und anderes legen. Gut, wenn er meint, dann ist nun ein Schaufensterbummel angesagt.
Gestern in einem Film:
“Bist du schwul?”
“Nein.”
“Du bückst dich auch nicht nach einem Stück Seife?”
Nein.”
Solche platten Sprüche beschäftigen mich ja. Zumindest ist mir nun gedämmert, warum es hier und da Seife mit Kordel zu kaufen gibt. Manches dauert nun mal länger, kann ich nix ‘für.




Anmerkungen