Unterschicht
Meine Mutter bekam vor nicht allzulanger Zeit Post. Gute Nachrichten waren das. Sie bekommt nun, weil sie als Trümmerfrau(Kind) mithalf Deutschland aufzubauen, ein wenig mehr Rente. Mutter hat sich gefreut, aber seit kurzem ist die Freude aus dem Portemonnaie entwichen. Nach drei Litern Milch ist das nette Zubrot vom Vater Staat entwichen oder „versoffen“, ohne daß der Bauer mit seiner Kuh wirklich etwas davon hat. Da sind die nun angekündigten 18% Zuschlag einiger Versorungunternehmen für Gas und Strom noch nicht einbezogen, geschweige dann das kleine Zubrot der Nahverkehrsbetriebe, das sie sich inzwischen genehmigt haben.
Die Geschichte ging am Samstag gut aus. Gut insofern, daß Frankfurt nicht gebrannt hat, als die NPD marschierte. Vielleicht dank des massiven Polizeiaufgebots, des besonnenen polizeilichen Einsatzes, vielleicht auch deshalb, weil längst nicht so viele aus diesem braunen Dunstkreis nach Frankfurt aufbrachen, um ihre Zuneigung für diesen Staat, gemäß ihrem nationalsozialistischen Brauch, kund zu tun. Vielleicht auch deshalb, weil „grün“ nicht wichtig in diesem Moment war, Frankfurter Bürger und Gruppen auf der Matte standen und der NPD mitteilten – hier nicht. Eine Schlacht gewonnen, aber anderorts sieht es dagegen schlecht aus. Gefahr im Verzug.
Es gibt Tage, daß bei einer solchen Meldung man am liebsten sagen würde:
“Weißt, he du, da auf Google und Yahoo, da kannst ne Loop basteln, ne 360° Nörgelschleife legen…”
Nun feiert Europa 50jähriges Bestehen als Einheit – von den römischen Verträgen bis heute. Und von gewissen politischen Begebenheiten abgesehen, bin ich gerne Europäer. Ein Europäer aus Frankfurt. Darauf lege ich wert. Mit ‘nem Fulder Löffel (sind die Leute aus Fulda) will ich nicht in einem Atemzug genannt werden. Und wir Frankfurter sind wie Amsterdam immer vornweg…
Unser Frankfurter Sprach’ die hat schon einiges auf Lager. Leider wird diese, im Gegensatz zur bayerischen Mundart, nicht öffentlich gefördert. Und was da so rumschwirrt, seit unsere Originale ins Jenseits abgewandert sind, ist alles andere, nur nix zum vorzeigen für den Frankfurter Nachwuchs. Das würden auch die Frankfurter Deutschtürken überhaupt nicht auf die Reihe bekommen. Frau Oberbürgermeisterin, also die Petra Roth, ist zwar ein nettes Mädel, aber ne Fischkopp aus’m Norden. Ihre Vize, die Frau Ebeling, ‘ne Flüchtling aus dem Frankenland (nicht mal Platz 1 bei Google, nur mit Vorname – wir Frankfurter sind echt gestraft) und die 2. Garde, die das alles beerben will – *abwinkt*.
Gestern war ich unterwegs in Sachen “PC-Notdienst”. Meine “Schokoladentauschbörse” hat einen Freund, der einen Bub und der hat seinen PC zerschossen. Und der Freund meiner “Schokoladentauschbörse” hat auch einen Freund, wo er den PC gekauft hat. Und der arbeitet bei Atelco. Das ist so ein PC-Discounter. Und der wollte gleich 100 € haben, dann den PC abholen.
So langsam nimmt diese Diskussion skurrile Formen an. Interessanterweise kommen die hanebüchigsten Aufforderungen in Sachen Kopftuch und Islam von jenen Bürgern/Politkern in diesem unseren Lande, die vielleicht einmal im Jahre selbige Gruppe begegnen. Die einzige Info über das Aussehen, das Leben jener, beziehen sie aus der Tagespresse.




Anmerkungen