Zukunft
Wenn in Frankfurt ganz großer Markttag ist (Konstablerwache) dann sollte man hingehen, schon der Stimmung wegen oder auch, um das Treiben der Marktschreier zu erleben. Bei denen ist immer was los und das sind absolute Profis, überwiegend aus dem Norden der Republik kommend -Aal-Schorsch und wie se alle heißen. Ich gehe da ja immer gerne hin, nur um die Marktschreier zu erleben, die Sprüch’ von denen mir zu Gemüte führen. Der eine odere andere Textschnipsel bleibt dann hängen
“Guten Tag, was darfs denn sein?”
“Einmal eine Schachtel NIL bitte”
“Das macht drei Euro neunzig bitte.”
“Danke, darf ich ihnen das klein geben?”
“Sicherlich, wir sind doch nicht auf der Flucht oder?”
“Nein, das stimmt”
“Danke. Einen Schönen Abend wünsche ich noch. Auf Wiedersehen”
“Auf Wiedersehen”
Nach dem Bronskschen Frühschoppen bei der FR, wo nicht nur ein fauler Apfel gereicht wurde, damit das Stöffchen zur Gurkenbrühe wird, auch linke Dinger wie links antäuschen, rechts zuschlagen, Namenskürzel verdrehen und lospoltern, damit Welt denkt das Frankfurter Schlappmaul ist das, lagen beim Phallobst, hat es mich wieder hinaus ins Hessenland gezogen.
Am Bahnhof die FR geholt und am Bahnsteig böse Blicke geerntet. Gedankenversunken noch beim Bronsk’schen Frühschoppen gewesen, mir eine Zigarette gedreht und außerhalb des gelbmarkierten Feldes diese geraucht. Welch ziviler Ungehorsam. “Gewohnheitsrecht” entschuldigte ich mich und drückte die Zigarette wieder aus. Stumme Gestalten, böse Blicke… Ich rauche normalerweise nicht mehr am Bahnsteig, denn in so einen virtuellen Kasten stelle ich mich bestimmt nicht. Schuld war ja nur Frühschoppen bei Bronski. Der Zug kam, eingestiegen… tief durchgeatmet und Frühschoppen, Frühschoppen sein gelassen. Fensterplatz ausgesucht, die FR rausgeholt, angefangen mir einen Überblichk zu verschaffen, was die Ausgabe so an Inhalte auffährt und auf Seite 25 stecken geblieben.
Das ist doch… nee, kann nicht sein… Zwei Schritte weiter gegangen. Stehen geblieben… Gestutzt. Wieder geschaut. Nein, kann nicht sein. Auf keinen Fall, so sieht der Landesfürst von Hessen nicht aus. So nach und nach ist es mir dann doch gedämmert. Er ist es wirklich, seine Durchlaucht der Landesfürst von Hessen: Roland Koch.
Kleine grüne Welt regt sich auf. Ich rege mich auf, aber man muß das Positive an solchen Meldungen rauslesen. Das habe ich heute verstanden. Es kommen bald 40.000 neue Arbeitsplätze, weil der Flughafen stadtnah bleibt, obendrein unter den Top 10 der Welt anzutreffen ist – also fast wie Bayern München in der Bundesliga – und, ich freue mich schon auf das KFZZ-Rätselraten auf der Flöserbrücke (Frankfurt).
Für einen kleinen Teil einer Generation dürfte diese Überschrift bekannt vorkommen. Für viele nicht. Aber jene die diese Überschrift kennen, dürften nun summen: “Tanz auf die Zukunft mit mir…” Und aus der letzten Reihe die mahnenden Worte: “Gib acht, daß niemand unsern Traum zunichte macht…”




Anmerkungen