Gestern, Sonntag war es, um 9’15 Uhr Ortszeit. Der „Frankfurter Wecker“ läutete, ein Riesenschlag – „aufstehen“ rief Petrus und öffnete kurz darauf hin die himmlische Pforte – es regnete Kübel.
Sturzbäche allerorten, halb Frankfurt stand unter Wasser. U-Bahn abgesoffen, sogar im neuen Polizeipräsidium durften die Staatsdiener durch knöcheltiefes Wasser in den Fluren unterhalb des Hubschrauberlandeplatzes waten. Wenigstens ist das neue Präsidium stehen geblieben. Nicht auszudenken, es wäre davongeschwommen.
Thekla dagegen hat es richtig getroffen. Schon am Samstag regnete es und die damit verbundenen Windböen blieben nicht aus. Am Abend hing ihr Heim recht mitgenommen am seidenen Faden. Vielleicht nur noch ¼ der Größe wie tags zuvor. In der Nacht hat sie angefangen es wieder zu reparieren (bevor ich zu Bette gehe, schaue ich immer noch einmal nach ihr). Um 10’00 Uhr gestern hing sie tropfnaß in der Ecke und schlich sich in die höheren trockenen Lagen, in den Rollokasten. Ihr Spinnennetz hat der Gewitterregen regelrecht zerrissen. Hat mir richtig Leid getan das Mädel.
Aber siehe da; heute nacht hat sie wieder fleißig begonnen ihr Heim herzurichten, und nun ist es in alter Pracht wieder zu sehen. Nicht mehr ganz so groß, aber immerhin noch einer Brückenkreuzspinne würdig.
Irgendwie hab ich das fleißige Mädel liebgewonnen. Ist schon erstaunlich was diese kleinen Wesen so auf die Reihe bringen. Da müssen wir Menschen ganz leisen Schrittes über die Evolutionsflure schleichen, da kommen wir nicht mehr mit.
















