
Die Rückseite von hier (Offenbach – Schumannstraße))
Als Verbraucher hat man es nicht leicht. Besonders dann nicht, wenn mit gezielten “Werbeplakaten” am Gewissen gerüttelt wird. Viele interessiert dies ja wenig oder nur kurz. Viele wissen auch gar nicht, was Industrie bewerkstelligt, damit der Verbraucher bedient werden kann. Geht man im Markt durch die Kosmetikabteilung, so reihen sich da z.B. zig Varianten an Body Lotions von einer Firma auf. Bei der Firma Dove kommt man ja mächtig als Verbraucher ins trudeln.
Das Leben unter Palmen hat aber seinen Preis. Das ahnt vielleicht der Verbraucher, aber so richtig ist es ihm nicht bewußt. Wirft er einen Blick auf die Rückseite der Body Lotion-Flasche, so entdeckt er einiges an Text, aber der Teil, der erzählt welche Bestandteile die Body-Lotion enthält, ist so klein geschrieben, daß es bei der größer geschriebenen Botschaft bleibt: Verwöhnen Sie ihre Haut mit Luxus.
Laut Greenpeace ist Deutschland nach den Niederlanden der zweitgrößte Importeur von billigen Palmöl in Europa, das man überall vorfindet, deswegen auch nicht meiden kann, oder nur ganz schwer. Dove gehört zu Unilever, wie Knorr, Langnese, Coral oder auch Axe. Und Unilever selbst, mit Sitz in Rotterdam und London, ist weltweit einer der größten Anbieter von Verbrauchsgütern im Bereich Ernährung, Körperpflege, Wasch- und Reinigungsmittel. Im Falle von Dove, so meine Erinnerung, wollte man sich mit Greenpeace zusammensetzen, Palmplantagen nicht auf Kosten des Regenwaldes aufziehen. Man weiß aber auch, daß örtliche Konzerne davon wenig halten, mit Hilfe von deutschen Banken expandieren, auf Kosten des Regenwaldes und der dortigen Menschen. Ganze Dörfer müssen dem Profit, dem Luxus unserer Haut etwas gutes zu tun, weichen. Wenn man dann vor so einem Plakat steht, nicht weit davon entfernt liest: Energiesparlampen-Aktionstag, dann weiß man aber auch, so viele Lämpchen können wir gar nicht austauschen, was alleine wir der Haut zuliebe an CO2 in der Luft stehen lassen. Da kommt es auch nicht mehr auf die paar Laubfänger an, zumal das “Grünflächenamt” Frankfurt den Offenbachern den Rang, was die Effizienz der Laubbeseitigung angeht, abgelaufen hat. Schauplatz: Oberrad. Ein Mann mit einem Laubbläser (nicht schallgedämpft und richtig laut) wedelte auf einem Rasen ein paar Blätter auf, hier und da gab es nun Flugblätter. Sein Kollege (war ein 2-Mann-Team) machte sich mit einer motorisierten Heckenschere an einer wildwuchernden Brombeerhecke zu schaffen. Dieser setzte nun nicht zum großen Nieder-mit-der-Hecke-Rundumschlag an, sondern hielt nur hier und da mal ganz zaghaft die motorisierten Heckenschere, Marke: stinkt ganz laut, an einem vorwitzigen Dornenästchen an. Sie haben von mir einen Scheibenwischer gezeigt bekommen. Muttern hat nur am Fenster gestanden und den Kopf geschüttelt: Die Menschheit hat sie wirklich nicht mehr alle.
Hat sie recht, so und so.
Link: Deutsche Kredite finanzieren Urwaldzerstörer (Greenpeace)
















