Das Schilfgras am Langener See brennt (Ostteil)

Das Schilfgras am Langener See brennt (Ostteil)

Gestern Abend, ich war auf dem Heimweg, hat es im entstehenden Vogelschutzgebiet am Langener See gebrannt. Erst hat man nur kleine Rauchwolken gesehen, wo man dachte, da hat jemand seinen Grill angeworfen. Nicht mal eine Minute später wurden aus den kleinen Rauchwolken ein Rauchpilz, dann sah man Flammen die ruck zuck zu einer ausgewachsenen “Feuerwand” wurden. Das Schilfgras brannte lichterloh.
Ich habe den Notruf “112” gewählt, gesagt, daß das zukünftige Vogelschutzgebiet Langener See brennt. Jetzt besteht das ausgewiesene Gebiet aus zwei Seen, in der Mitte durch einen breiten Weg geteilt. Hat die Notrufzentrale zurückgerufen, welchen Teil des Sees ich meine: “Schauen sie nach Frankfurt oder nach Langen.” “Ich schaue nach Langen, und links brennt es.”

Das ist in Langen ziemlich schwierig für die Feuerwehr, denn wenn die Ortsangaben nicht präzise sind, müssen sie womöglich zurück, um den See herum und eine andere Einfahrt nehmen. Die Polizei kam, dann überflog ein Polizeihubschrauber das Gebiet, dann kam die Feuerwehr aus Langen. Wir Umherstehende haben ja überlegt, wie die Feuerwehrleute zu dem Brandherd kommen, denn dort ist alles zugewachsen – vom normalen Weg aus gesehen. Aber die haben eine Lücke gefunden, sind da durch, Schlauch mitgenommen und haben den Brand gelöscht. Das liest sich einfacher, als es die Örtlichkeiten zulassen.

Ganz aufgeregt ist der Vorsitzende des Angelvereins dort herumgelaufen, hat geschaut, ob nicht ein Vereinsmitglied in Gefahr ist. Die dürfen dort noch eine Weile angeln und dann müssen sie das Gebiet räumen. Und der Mann muß dort schon einiges miterlebt haben. Jetzt muß ich weiter ausholen.

Vor ungefähr 15 Jahren war das eine Kiesgrube. Das ganze Rhein-Main-Gebiet ist dort eingefallen – Sonne, Sand und mehr. Der Ostteil war FKK, zudem auch noch Treffpunkt für zwielichtige Mannsgestalten mit ihren Lustspielchen (siehe hier). Dann hat die Stadt Langen irgendwann beschlossen das Gebiet zu säubern, was sinnvolles mit der Möglichkeit See zu machen. Der obere Teil (Westen) ist nun für Badefreuden (auch FKK), Segelverein und anderes, der untere Teil (Osten) für die Natur. Nun ist es so, daß trotz der Hinweise ein gewisser Schlag Mensch sich nicht dran hält, den Gewohnheiten Priorität einräumt. So erzählte der Vorsitzende des Angelvereins der Polizei, daß die “Schwulen” schon Anschläge auf die Vereinsmitglieder unternommen haben, ihre Autos angesteckt haben. Nun habe ich mich in das Gespräch eingeschaltet, denn was augenscheinlich dort als “Schwuler” abgestempelt wird, ist in den seltensten Fällen schwul. Habe ich erzählt, was sie an der A661 und an der A5 (Langener Rastplatz) vorfinden. Das sind Familienväter, Verheiratete, Singles die fröhlich vor sich hinleben, quer durch Hessen fahren um dort ihre Notdurft in einem ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet verrichten.

Das Feuer gelöscht.

Das Feuer gelöscht.

Der Vorsitzende wollte das so recht nicht glauben, der Polizist hat den Ausführungen wenig Beachtung geschenkt, hatte andere Dinge im Kopf und gefragt, ob wir jemanden gesehen haben. Gesehen haben wir niemanden, aber von Brandstiftung kann ausgegangen werden, obwohl einer von der Feuerwehr meinte, es kann auch ein Stück Glas als Ursache in Frage kommen. Das glaube ich so recht nicht, denn die Sonne stand um 18:30 Uhr schon recht tief, den ganzen Tag wo sie volle Kraft hatte, gab es keinen Brand. Und wenn man noch die Erzählungen des Vorsitzenden des Angelvereins hinzuzieht, ist ein Stück Glas wohl eher nicht die Ursache. Aber ich bin da kein Fachmann, ich zähle nur zusammen, manchmal falsch.


Eine Sauerei diese Schutzgebiete nicht zu beachten, sich dennoch da niederzulassen, ist es auf alle Fälle, ob nun Glas die Ursache für den Brand war oder nicht. Die Brutzeit beginnt und gerade im Schilf/im Schilfgras finden viele Lebensformen eine Möglichkeit sich ein geschütztes Heim zu bauen, um den Nachwuchs aufzuziehen. Das sind nicht nur Singvögel, Wasservögel, auch Frosch, Lurch, Kröte und Insekten. Und was da an Pflanzen wachsen können, erzählen die Walldörfer Weiher, die zu weit von einem Autoparkplatz entfernt sind, somit von Mensch und seinem zwielichtigen Treiben verschont bleiben.


Verfaßt unter…
Zeit: 80 min
Getränke: Kaffee
Verzehr: —
Musik: Steve Hillage
Rainbow Dome Musick =:)







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3 Anmerkungen zu “Waldbrand (Langen)”

  1. Roger sagt:

    Ich bin auch einer derjenigen, die im Sommer zum Baden dort “einfielen”. Und ich finde das auch ok, daß die Menschen dieses Gebiet für sich nutzen möchten.
    Am offiziellen Badestrand komme ich mir wegen der Lautsprecherdurchsagen für die Badegäste vor wie bei Erich Honecker im Lager.
    Solange die Firma Sehring dort Geld verdient hat, war Vogelschutz auch völlig uninteressant.
    Plötzlich gibt es aber ein Problem, wenn Sehring das Geldverdienen abgeschlossen hat und Ferienkinder dort kostenlos baden.
    Es gibt offenbar immer Menschen, die anderen Menschen ein Vergnügen nicht gönnen wollen. Typisch (West)deutsch.

    • sagt:

      Das Gelände hat schon immer die Firma Sehring betrieben, schon immer war dort baden und campen verboten. Die dazugehörigen Schilder findet man sogar gegenüber des US-Horchposten, da muß man aber noch ein ganzes Stück durch das Unterholz stapfen, um an die Uferzone des Sees zu kommen. Es gibt weiße Schilder, es gibt grüne Schilder, die erklären was wo erlaubt ist.
      Wenn die Stadt Langen heute daraus ein Schutzgebiet für Pflanzen und Tiere machen will, so ist der Naturschutz vorrangig zu behandeln. Das lustere Befinden irgendwelcher Zweibeiner zählt dann nicht. Denn wo se steh’n, lassen se alles fallen und liegen, von dem Unrat des männlichen Volkes (Frau hinterläßt solche “Dreckshaufen” nicht in freier Wildbahn) mal abgesehen. Laufe mal an der Uferzone entlang, kannst bald Aldi mit “Leergut” auffüllen.

      Als Alternative gibt ja ja noch den Walldorfer See, 3 km entfernt. Im Rodgau ist auch was, ebenso in Hanau – auch Wasser, Sonne, Sand und mehr.

      Gruß rü

  2. Roger sagt:

    Anmerkung noch zu vorhin: Feuer legen und sonstige Naturzerstörungen über das von Sehring vorgenommene Maß sind natürlich nicht akzeptabel! Die Menschen, die sich in diesem Gebiet erholen möchten, haben keine Lust auf qualmende Brandreste.

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