Heute wird es ein wenig seltsam. Es wird wieder ein Thema aufgetischt, weswegen ich als Waldläufer im Bürgerhaus Offenbach mehr Treppen gestiegen bin, in mehr Zimmern reingeschaut habe, als in meinem ganzen Leben im Frankfurter Bahnhofsviertel. Aber da ist ein Lichtlein nun zu sehen. Das Lichtlein liefert die Frankfurter Rundschau auf Seite 44/45 unter der Überschrift: Reinemachen im Schilderwald (Ausgabe vom 01.09.2009). Auf Seite 45 rechts ist eine Spalte: ZEHN & EINS – 10 ausländische Schilder und ein deutsches, die wir in Deutschland öfters sehen wollen. Das wären: Vorsicht, kopulierende Elche (für Bayern) oder Surfer kreuzen (vor Internet Cafes) oder auch Vorsicht, ältere Leute (das kommt in mein Viertel, vielleicht hilft es mehr als Tempo 30).
Anschließend folgt: WAS FEHLT…
Und nun ratet mal, welch ein Schild nun fehlt
Hinweis ist gegeben.
(für die Feedleser: Erst mehr lesen, wenn geraten wurde)
Wald sauberhalten
(bitte sich nicht daran stören, daß der rote Querbalken falsch gezeichnet ist) Die Deutschen und ihr Forst. Das ist eine mythische dramatische Liebesbeziehung, die seit 2000 Jahren anhält. Von der Schlacht bei Teutoburg, bis zu den Protesten gegen das Waldsterben in den 80ern. Höchste Zeit, daß dieses auf Rügen verwendete Schild bundesweit eingeführt wird. Überall! An jedem Weg, der an mehr als drei Bäumen vorbeiführt. Denn es darf fürwahr nicht dazu kommen, daß ein jeder, ob Holzfäller oder Wandersbub, in unser belaubtes und benadeltes, von Poesie und Romantik durchströmtes Nationalheiligtum scheißt. Eine Schande! Schlimmer, als Dieselautos ohne Partikelfilter zu fahren.
(Text: Thomas Stillbauer, Simon Che Berberich (FR))
BRAVO… noch LAUTER…. und richtig DRAUFDEUTEN
Das ist ja Wasser auf mein kleines Waldläufer-Mühlenrad. Das ich das noch erleben darf. Es merken welche,daß da was im städtischen Wald im Argen liegt. Nun müssen wir mal die Waldläufer-Lehrlingsbuben der Frankfurter Rundschau inhaltlich der Hinterlassenschaften, die einem am Wegesrand im Frankfurter Stadtwald grüßen, aufklären. Denn merke: Nichts ist so, wie es scheint. Ein menschliches Bedürfnis liegt in diesem Fall aber dennoch vor. Dies kann man so wohlwollend formulieren.
Vom Spielpark Tannenwald über Maunzenweiher, Buchrainweiher bis nach Heusenstamm sieht man sie am Wegesrand liegen, die netten kleinen Werbebotschaften aus dem Hause Tempo. Es eilt, schnell schnell… keine Zeit mehr.. und flugs, schon ist es hinter sich gebracht, ein eiliges Geschäft. Einzig ein etwas zerknülltes Zellstofftaschentuch darum zu erzählen weiß. Aber… wo ist der Haufen, das Corpus Delicti? Dieses fein säuberlich in ein Plastiktütchen umgebettet und Richtung Heimat mitgenommen, um dort zu entsorgen? Oder war man schon tief im Unterholz, ist nach dem Plumps schnell zu den Seinen, hat sich dort erinnert, daß eine Handlung zum abschließen des Rituals noch fehlt, diese eiligst am Wegesrand nachgeholt? Weit gefehlt. Als Grenzgänger, Waldläufer und 1. Vorsitzender des Schwarzen Blocks der Waldläufer, weiß ich sehr wohl was sich da zwischen Tann am Wegesrand abspielt. Blind darf man mit dieser Berufung nicht sein. Mann nimmt sich ein Herz, und ob Jogger, Radfahrer oder Wandergesell mit klappernden Stöcken, sie alle sind liebesbedürftig, pflegen zwischen Tann am Wegesrand sich mitzuteilen. Smalltalk nennt man es anderswo, denn länger als fünf Minuten dauert dieser Meinungsaustausch nicht an. Und schnell schnell Isabell, zu hause wartet Frau und Kind, drum eilen sie nach Haus’ geschwind. Oftmals hat ihr Gesprächspartner noch nicht mal die Hose hochgezogen, sind sie jenen auch schon entfleucht. Scheuer als ein Reh, ebenso der Kategorie Fluchtwild zuzuordnen. Dabei hat der Waldläufer schon längst alles 20 Meter weiter im Unterholz am Baum sitzend mitbekommen, sinniert darüber, wie man diese Lust noch steigern könnte. Eine HiTec-Spatzenschleuder (Zwille) soll den Anfang machen.
Waldeslust in Vollendung. Das Herz schlägt dann richtig in der Brust, der Mythos Wald bekommt seine Bedeutung zurück.
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Tags: Frankfurter Rundschau, Rotlichtviertel, Sex, Stadtwald, Waldläufer
(bitte sich nicht daran stören, daß der rote Querbalken falsch gezeichnet ist) Die Deutschen und ihr Forst. Das ist eine mythische dramatische Liebesbeziehung, die seit 2000 Jahren anhält. Von der Schlacht bei Teutoburg, bis zu den Protesten gegen das Waldsterben in den 80ern. Höchste Zeit, daß dieses auf Rügen verwendete Schild bundesweit eingeführt wird. Überall! An jedem Weg, der an mehr als drei Bäumen vorbeiführt. Denn es darf fürwahr nicht dazu kommen, daß ein jeder, ob Holzfäller oder Wandersbub, in unser belaubtes und benadeltes, von Poesie und Romantik durchströmtes Nationalheiligtum scheißt. Eine Schande! Schlimmer, als Dieselautos ohne Partikelfilter zu fahren.















