Werbung


Welt kann schon komisch sein. Besonders im Internet. Als vor etwa zwei Wochen die Meldung die Runde machte, Microsoft hat eingestanden, heimlich Dateien auf des Users Platte verändert zu haben, hat das in der Blogosphäre hierzulande kaum eine Welle verursacht. Einen Link zu heise, bißchen Gestammel darunter, fertig der neuste Blogeintrag. Mit der neuen Wordpress-Version kam ein Plugin dazu, was nun hohe Wellen schlägt. Es liegt da herum, wartet darauf in Betrieb genommen zu werden und hat als Innerei: „Werbung“. Näheres dazu, wie und warum, bitte die Putzlowitscher Zeitung bemühen.

Wie geschrieben, das Plugin liegt da herum, tut nichts (Tutwächter an Board) und liegt wahrscheinlich die nächsten 20 Jahre noch so da herum, bis hi Jack kommt und Kill the Bill spielt. Und das kreidet man nun dem WPD-Team an. Nicht alle, aber einige besonders laut. Von unterjubeln ist die Rede, Vertrauensbruch und was weiß ich noch alles. Aber was macht das Plugin? Es liegt da herum. Weder mit „install“ noch mit dem „upgrade“-Knopf wird es in Betrieb genommen, hat sich gar unauslöschbar in den Blog eingenistet. Ohne zutun des Betreibers passiert gar nichts. Auch das kreidet man dem WPD-Team an, denn schließlich ist ja der Blog nur eine Schreibmaschine. Einzig man das Farbband auswechseln muß, damit es bißchen bunt wird und der Blog nicht ausblaßt. Von Fickr bis YouTube wird deswegen alles eingebaut, man kennt sich aus, als unbedarfter User der nur schreiben will. Und deswegen ist das WPD-Team nun angeklagt, dem unbedarften User was unterzujubeln, auf die Neugier und was weiß ich abzuzielen.

Unterjubeln… wir Firefoxler verstehen darunter etwas anderes. Gab es doch mal eine Momentaufnahme, wo unter der Motorhaube es eifrig gefunkt hat, ohne das der User überhaupt eine Chance hatte, sich das vorher oder nachher anzuschauen, dem zuzustimmen oder gar sich dem zu entziehen. Erst Argusaugen brachten Licht ins Dunkle… Firefox und das Google-Searchplugin. Ein dunkles Kapitel, wir haben es aber überlebt und bei Mozilla wissen sie nun, wie weit sie gehen können und wir wissen, immer gugge, immer horsche, trau schau wem. ;)

Bei WordPress ist das nun nicht so. Der User lädt sich alles runter, der User muß die Dateien auf seinen Server aufspielen, der User muß die Extensions in Betrieb nehmen. Der User hat die Möglichkeit dies vorher auszutesten, hat die Möglichkeit nachzufragen, was auch getan wurde. Dennoch sind einige der Meinung – so nicht, schließlich will der User nur schreiben und nicht jeder ist techn. visiert.

Wenn dem so ist, auch da bietet Welt genug Möglichkeiten. Ich habe bei Blogger angefangen und parallel viel zu WordPress gelesen, weil irgendwo es ja auch galt, Nemo zu zeigen – kann ich doch, einen WordPess-Blog da hochzubeamen, wo er auch ist. Beim ersten Mal war das kein Erfolg, gut, muß man lesen, sich bilden.
Es kann nicht angehen, daß man meint, WordPress ist Wordpad und der Rest egal, weswegen man auch nicht wissen sollte, schon gar nicht braucht, was man da mit WordPress auslösen kann, was Plugins machen und deswegen alles so zu sein hat, daß Betreiber nur tippen oder die Kürzel past&copy für Beiträge wissen müssen. Als Betreiber eines Blogs habe ich eine Verantwortung gegenüber meinen Gästen. Das bedeutet, lesen, damit sie nicht gemeuchelt werden, ihnen gar was untergejubelt wird, weil ich einfach nur klicke und viel Spaß dabei habe.

Ob WordPress oder Movable Type oder anderes, die Einfachheit der Installation befreit nicht von der Fürsorgepflicht gegenüber seinen Besuchern. Wer 20 Scripte anschmeißt, eine Bannerfarm serviert, der braucht nicht zu klagen, wegen einem Webknopf aus dem Hause WordPress. Wer Scripte benutzt, die sogar auf der roten Liste stehen, weil sie hin und wieder übles Zeug den Besuchern unterjubeln, der hat schon gar nicht das Recht darüber zu klagen, daß WPD was hinlegt, was er dann „unwissentlich“ angeklickt hat. Wer das Plugin nicht will, schmeißt es raus, fertig. Eine ganz einfache Geschichte. Und wer alles anklickt was rumliegt, ohne zu hinterfragen, dem gehört es nicht besser. Wahrscheinlich findet deshalb Schäuble die Idee so toll, einen Bundestrojaner als Anhang per Mail zu schicken. DE klickt ja alles an, was zu klicken geht. Selber schuld.

Wer WordPress als eigenständiges System auf seinem Server betreiben will, kommt nicht umhin, sich damit zu befassen, will er einigermaßen Spaß und Freunde mit seinem Blog/der Software haben. Alles andere endet in Flickschusterei, wo dann am Ende nur noch ein Pixelhaufen zu sehen ist. Fragen und lesen kostet nichts. WordPress hat das Forum, eine kleine FAQ die seit einigen Monden ausgebaut wird…

Die andere Seite ist ja nun die, sollte es zutreffen, daß eine Firma durch das Plugin/der Werbung wieder was reinholen will, was an Investitionen bisher geflossen sind – WordPress kostet noch nichts –, dann ist es verständlich, daß mancher dort seinen kostenlosen Support einstellen wird. Nachvollziehbar und ein großer Verlust für die Community. Ohne sie wäre ich hier nicht so weit gekommen. Das ist die andere Seite der Medaille.

Egal wie man es dreht und wendet, meine Gäste sagen, du müllst mich mit deinem Blog zu. Und wenn ich sage, nein, WordPress ist daran schuld, bekomme ich mindestens 10 Links, viele Vögelchen dazu gereicht, die Gegenteiliges erzählen. Also, besser gleich lesen und nur das Beste für die Gäste.
Hir noch einmal der Link zu Wordpress DE –> Link

PS: Vielleicht gehöre ich auch zu der Generation, wovon Schäuble es noch immer graut - wir benutzen den Kopf, furchtbar, und sowas in Deutschland. Und zum heutigen eigentlichen Beitrag dann heute abend ein paar Zeilen. Bis dahin. cu S.i.T.

Tags: Trojaner, Werbung, Wordpress

Verwandte Artikel

Die Kommentarfunktion ist hier ausgeschaltet.