Der Gehörschutz auf dem Smartphone

Gehoerschutz auf dem Smartphone
Der mahnende Finger der Musikbox

This music must be played loud. Übersetzt: Dreh mal die Musik auf… So geschehen die Tage in einem PKW. Daß da natürlich so manche Sirene mit dem Statement „cooler Sound“ dabei nicht wahrgenommen wird, gehört zum ausschmückenden Teil des Geschehnisses. Dabei lernt man ja, daß die Musik im Fahrzeug so zu hören ist, daß die Fahrzeuge mit Sirene und Blaulicht rechtzeitig wahrgenommen werden können. Das funktioniert natürlich nicht mehr, wenn sich die Rückscheibe des Fahrzeuges klirrend im Rhythmus des Türkentechnogestampfes meldet und der Umwelt signalisiert: Vorsicht, Idiot ist unterwegs…

Aber wir waren ja alle mal jung. :whistle:

Und zu jener Zeit war es schick mit Sonys Walkman unterwegs zu sein. Im Handgepäck einige Kassetten und natürlich einen gescheiten Kopfhörer. Daß das natürlich für Ohren nicht immer so gut war, liegt auch auf der Hand. Played loud, so die Devise. Mit der Verbreitung von In-Ear-Kopfhörern tauchen auch immer wieder die Warnungen der Ärzte auf, es nicht zu dolle zu treiben. Gerade mit diese Art von Kopfhörern bläst man sinngemäß das Hirn weg, wenn die Lautstärke über das erträgliche Maß hinaus geht. Es kommt aber auch immer darauf an, was für eine Kopfhörerqualität mit den Ohren in Berührung kommt. Man sollte sich nicht gerade das billigste Produkt anlachen, denn wir haben nur ein paar Ohren und halbwegs gute Kopfhörer, die nicht gerade das Ohr malträtieren, kosten schon ein wenig. Und es spielt auch eine Rolle, welches System zum Einsatz kommt (siehe Artikel Wikipedia -> Kopfhörer) und wie der Kopfhörer gestrickt ist. Der Eine ist lauter, der andere viel leiser, bei gleichbleibender Gerätelautstärke.

Wie man es auch dreht, auf meinem Smartphone ist nicht nur ein Telefon-Wächter, der alles wegschiebt, was keine Genehmigung hat die heiligen Hallen von Vault 13 zu betreten, sondern auch ein Wächter, der darauf achtet, daß die Ohren nicht zu schaden kommen. Der meldet sich dann, wenn die Musikbox länger läuft, ich z.B. Förster Jacobi besuche oder zum Schultheisweiher laufe. Dann fängt es an zu piepsen und das Smartphone meldet sich… wobei ich jetzt nicht weiß, ob der Gehörschutz aus dem Hause Sony ist oder aber Google diesen eingebaut hat.

Nun heißt es aber auch, daß schon über einen längeren Zeitraum 85 dB(A) reichen, um einen Gehörschaden bekommen zu können. Das will man natürlich nicht und der Blick auf das Handy läßt einige Fragezeichen entstehen, denn so laut ist es doch noch gar nicht. Ein Zeichen dafür, daß in der Ohrmuschel schon etwas Schaden genommen hat. Ich weiß z.B., daß durch eine Mittelohrenzündung mit dem Aufstechen in Kindheitstagen einiges kaputt ging. 20 Jahre später hat es beim Tauchen einen Schlag im Ohr getan und das war es dann. Heute weiß ich, daß ein Ohr ein wenig kaputt ist, weswegen meine Empfindung für die Lautstärke nicht mehr die ist, als ich noch zwei gesunde Ohren hatte. Und wenn der Fernseher mal zwei Häuser weiter zu hören ist, weiß man, da ist wer, der hat nicht nur einen Gehörschaden. Weil mir die In-Ear-Muscheln im Ohr weh tun und der Tragekomfort ganz schnell in den Keller geht, der Musikgenuß sich deswegen partout nicht einstellen will, bin ich auf den Sennheiser Sportkopfhörer Marke „offenes System“, umgestiegen. Der Tragekomfort ist gut, auch beim Radfahren, und er hat ein gutes Preis- Leistungsverhältnis für das was er wiedergeben muß (mp3/ogg-Dateien und die bis zur 192er Kompression). Und weil die Schmerzgrenze nun nicht mehr so spürbar wahrnehmbar ist, ist der Wächter eine gute Hilfe, denn es gibt schon Momente, wie das Spiel der Moogs von Klaus Schulze, wo dann played loud die Umwelt außen vor läßt. Und wenn man dann nach dem Hinweis des Wächters den Kopfhörer eine Weile abzieht, dann wieder aufsetzt, merkt man erst, was da an Schallwellen unterwegs ist.

In der Regel ist das was meine Ohren über den Kopfhörer bekommen mehr eine hintergründige Berieselung, da das Handyklingeln der Nachbarn durch den Kopfhörer alles wegwischt. Das anschließende Telefonat erreicht oftmals mehr als die ratgebende Maximallautstärke von 85 db(A), denn Bosnien und die Türkei liegen nicht gerade um die Ecke. Und die Ein-Mann/Frau-Welt will doch ge- und erhört werden. ;-)

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